Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolkslilatt. 3^ Relehruug uuö Hnteröafluug aus jüdischem ZeKiete. HerauSgegeben von Rabbiner ür. Ludwig Philippsou in Magdeburg. lRo. 12.185».] - - Seit Cifftr 3<ttf<t'rift rr(d<«ir.i miJd'rntlt* ein» Stummer-. Peel« k,^ >.itzr 1 rvlr. Liertellavrig ~y, S<^r. Alle **udibjiiMuitA<n, 1> un» g»tlung»errevirione» nrtnwn P»S«Uun«en «in. «“S [6. ^ahrjg. 1. ©nartal.] Löwy Bernhard, der Stadtgründcr. lSchluß.) Wie ein heiterer Strahl nach düsterm Gewitter wurde nun VaS erwähnte „Statut" allenthalben begrüßt. Selbst viele Nichljuven treueren sich über Vesten Inhalt, va ihnen hierdurch in Aussicht gestellt wurde: die Gewerbefreiheit werde bald ihren aufzuführeneen Zinshäusern viele brave Jnleure von „Störern" zufüdren. Die Sandstep pc wurde in der Thal bald zu einer Oase inmitten deS Zunfrgebieles — und das Bauen ging in wahrhaften Riesenschritten vorwärts. Herr v. Janitsch führte einen Prachtbau mit 20—25 Quartieren auf; zwei Notare aus der'Umgegend baueten jeder 10—12 Miethwohnungen, ebenso die HH. )sak Neuschloß unv David Fleisch!; wäbrend viele bemittelte Nichlmeister unv „Störer" mit der Aufführung einer bescheidenen Behau, süng. die eben ihrem Gewerbe entsprach — sich begnügten. Nach einem kurzen Zeiträume von kaum 3 Jahren stellte sich in der bereitviele Hunderte von Einwohnern zählenden Ortschaft die Norhwendigkeit heraus, eine Gemeinde zu bilden, wobei emstmimig der Bruder unseres Helden (Zsak» zum Richter gewähltwurde, welches wichtige Amt daS wackere Bruterpaar sodann al" wechselnd durch eine lange Zahrcnrcibe zum Heile der Commune mit alter Gewissenhaftigkeit unv Unermüdlichkeit verwaltet hatte. Wir sagen: „wichtiges Amt", was auo den durchaus nicht geringen Obliegenbeitcn desselben, zu» mal bei einer jungen Gemeinde, bervorgebt. Dabei unterhielt er durch fünf volle Jahre auf seine Kosten eine Communication zwischen Neupestb unv der Hauptstadt, um so den Namen deS ersteren OneS popular zu machen. Jetzt begann er seine Aufmerksamkeit mit besonderer Vorliebe wieder feinen GlaubenSbrüdern zuzuwenden. Nachdem sich auf sein Bemühen die bierortige Judenheit bald in eine CultuSgenossenschaft constituirl hatte, machte er beim edlen Grafen seinen vollen Einfluß geltend, um für dieselbe einen gesonderten GotteSackergrund zu erwirken. Der freisinnige Graf begegnete feinem Verlangen nicht bloS mit echt magyarischer Großmütbigkeit. sondern wienoch überdies der jungen israelitischen Gemeinde, in einer für^eide Theile ehrenhaften Willfährigkeit, ein würdige- Magnatengeschenk von 600 Quadralellen zum Bau einer Synagoge zu, welche- Gotte-bau-. ausschließlich und allein dem Glauben-eifer der Herren Gebrüder (Bern. und Ifak) Löwy und Ifak Neuschloß Dasein und Ein« nchtung verdankt (^830) und noch heute zur Andacht-, flaue der bereits zahlreichen Gemeinde dient. ES dürfte hier vielleicht die Bemerkung nicht überflüssig sein, daß wir unter „Einrichtustg"' auch den joeredelteren Gotte-, dienst sowie die Abschaffung der Mißbräuche verstehen, worauf bei Gründustg der SynagogenfGemeinve von Seite unseres Helden ein Hauptaugenmerk gerichtet wurde. Da die Eopulaiionet» auch bier f in der Synagoge statkfinben müßten,.machten.bald die. Pestber Israeliten derart Gebrauch davon, [ daß oft in jüdische Paare -7guS Pesth, bier ge bescheidene Tare vl^n blpS 5 fl.', die der ebenbenteldejen. Tröstungen zu e zum Frommen der jungen Gemeinde „ verdoppelte — befähigt^ letztere scho» »ung einer Normalschule zu schreitest und den tüchtigen Lehrer NamenS König mir der Oberleitung derselben zu einem Jabre 100 raut wurden! Die jegllcheS Brautpaar jtrh&tfji baue und cht selten freiwillig 1840 zur Errich» „eine wobl vrganisine Gemeinde alten, ebne deren Mängel zn er Held mit einem edlen Stolze betrauen Kurz eö war mit den Vorzügen einer theilen" -— wie sie tin zu betiteln pflegte., j AIS jedoch mi deuj Landtage 1840 den. Juden Un» garnS und der Neb:stlänj>er Freizügigkeit und unbeschränk« rere Ausübung dec Hgntwerke gesetzlich eingeräumk wurden, und die -.Eolonit'' nur selten einen Zuwachs von j wohlhabenderen Vitgli»ern erhielt > — da traten die 1 wunden Fleckerl de? jungen Ansiedelung in einer Grellheit! hervor, die dem rrganifarorischen Geiste ibreS Gründer- | bisher leider ganz ich entgangen waren! Wir meinen: daS Armenwesen und-dio öffentliche Krankenpflege. Schon im Herbste 1842 'and!man eS nötdig. eine Brotver» - theilung vorzuneb»>rn, wobei sich aber auch der Jude in seiner alten volcn Würde wieder zeigte, Bern, und .Jsak Löwy entfalteten .bei dieser Gelegenheit eine Wovlthatigkeit, di: ibsten biS an ihr Lebensende zum norhwendigen Gesetze nlurde. Jeden Herbst fand von nun regelmäßig itrersettS' eine Brot», Kartoffel., Kraut» und Holzverrbeiluntz an die dürftige« Ortsbewohner —: ohne Unterschied deS Religionsbekenntnisses --- statt. Ja, ivl ewig denkwürbligen!Schreckensjahre (1847), wo der Zentner Broimehl I bei >unS 30 —35 fl. kostete, war er. eS, der tm Bereite nsit seinem frommen Bruder Ifak fast den ganzen Ort vsom Hungertvde rettete... Daher ging er jetzt wie später alltäglich aus die Straße hinau-, um in echt patriarchalischer Weise alle vorüberziehendea Fremden zu sich gij laden und sie da zu bewrrthen. So hatte unsjer Held die Gewohnheit, so oft er -1