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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 11 (1859) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
11 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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44 der Bau eines Angriff gf«. m lieblich, so Brüder beisamnlen wohnen — Zarnilienbau ses unmittelbar darauf , , nommen. Ein balbes Jahr später (1836) war die auf gefühne Fabrik bereits in voller Thätigkbit, und zugleich auch schon der Betrieb eines nicht unbedeutenden FloßbandelS anzebahnt. Die Hoter-Pußla ^ekam Leben ... Bezeichnend ist die Unterredung unseres Helden mit Herrn v. Burg in Betreff der Betitelung der neuen Colonie, die vorläufig aus einem eknzigen —feem Löwy'schen — Hause bestand. .— Herr v. Burg: „Lch glaube, dem neugeborenen Kinde den Namen „Hjüäphsrtäs Aoxxeri" beizulegen." — L.: Dieser Name würde Ebenso unbekannt bleiben, als der alte." — Herr v. B.: .Md welche Benennung würden Sie für . die passendste hatten?"— L.: .TÄeittf andere als Uj-Festh (Neupestb)." j— c. B.: „Ein einziges Haus „Neupesth" betiteln? ^Sonderbar, wo niän gar lächerlich."'— L.: „Ja^ fürwahr, lächerlich!, daß wir.über Dinge beratben. die so ziemlich entschieden find. Denn aufrichtig gststanven, babc i^ bereits meinen Handelsfreunden die Anzeige gemacht, glle an mich zu richleude Briefe von nun mit „in Neup!estb" adMstren zu wollen, und gleichzeitig auch ein löbl^ königl. Postamt davon in Kennrniß gesetzt..." . Nun meldeten stch bald viele jüdis-Üe und christliche Handwerker, zumeist Nichkmeister oder ,,Störer" zur Niederlassung in — „Neupestb" ... 3a,.iji«Ie Kapitalisten machten sich sogar anheischig. große Ziinshäuser — hier aut der Sankfieppe — unter der Äetingung aufzuführen. wenn ibnen voit Seiten der Grundberrschatt mehr als gewöhnliche Portheile geboren und verbrieft werden. , Jetzt galt es von. Seite unseres L. die! volle Kraft, so I wie die seeleninnigste Hingebung für cin<| Idee* zu ent-! falten, „die — wie er sich ausdrückle erst nach fccm ' Tode des Urhebers zu einem schöneren Leben gedeihen soll"... Er berief also abermals feine prüder zu einer gar „ernsten" Beratbung. wo er folgende herzinnigliche i Worte an sie richtete: .! - . | „Geliebte Brüter! Pon unserer beengen Beschluß-! faffung bängt nicht blos unser und unserer Kinder Wohl.! sondern die Zukunft vieler Hundene urserer Glaubens- > genossen ab. Schon babcn Viele ibre Bereitwilligkeit j zur AnstedelunL gemeldet, und ich bin überzeugtdaß dieser Ort in einigen Jahren von verschiedenen Nation«- j lirären bewohnt werden soll. Werden diese jedoch nicht! allsogleich harmonisch zusammenwirken.!um den Juden! allenthalben zurückzusetzen, auszuschließei^. zu beengen? \ Werden ne nicht sogleich zur Bildung der alle freie Tba-; tigkeit hemmenden Zünfte schreiten? Wcs soll nun aber auch aus dem armen Juden werden, so er nie zu einem ..I. Völlige religiöse Gleichstellung, falls sich hier in Zukunft eine Gemeinde bilden sollte, so daß Jeder ohne Unterschied des Glaubens Wähler und wahlfähig für die Commune sei. „2. Vollkommene Gewerbefreiheit, und zwar so, daß sich hier Zünfte oder Meisterschaften nie und nimmer bilden dürfen; und endlich ..3. müßten auch die sogenannten Regalbenefizien frei gegeben werden, wofür ick jedoch der Herrschaft ein höheres Grundgelv — 25 st. für je 300 O-uadratfuß — anzubieten geneigt wäre... In freudigster Begeisterung willigten die Brüder ein, und nach fünf Wochen wurde schon ein gedruckter ..Contra«", der mehr einer Art Verfassung glich, allenthalben gelesen. So lauter beispielsweise §. 8 des II. Abschnittes: ..Auf daß Fabrikwefen, Handwerk und Handel je früher blühen, müssen die Annedelnden gesonnen sein, sich allsogleich selber Gesetzverordnungen zu unterwerfen, mittelst deren sie unter sich keine Zünfte bilden, noch je ein die Gewerbszweige hinderndes Privilegium anstreben zu wollen; sondern sämmtlich im friedlichen und freien Genüsse ein und derselben Rechtsame leben..." Und K. 8 auS Abschnitt lll.: ..Es ist Recht und Obliegenheit der Gemeinde, ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität unter drei, von der Grundherrschaft vorgeschlagenen Hauseigenthümern durch Stimmenmehrheit zu wählen..." tSchluh solzt.) gebübrenven Einstuß aus die Gemeindkangelegenheiten .. _ Ä 1ft 1059 feines Wohn, un« Heim-ch-°r.eS befähige!!»? *f> Ve.6. «»S^eene Z-'.ung des J-denihumS. S!°. 10. 1869. sichtige nun der Herrschaft den wahren «vachbestand mitzutbeilen, daß sich nämlich mehrere jüd angeboren haben, hier Zinshäuser anzuleg n. so ihnen betreffenden OrtS in Bezug auf folgende eines durch den Druck zu veröffenklicheHen „Vertrags volle Bürgschaft geleistet werde: Seltenes Alter. Aus B r o m b e r g schreibt man der „Pofener Zeitung": Vor Kurzem wurde hier die hundert und vier Jahre alte jüdische Wittwe Geliert zur Ruhe bestattet. Dieselbe hatte in Erwartung ihres Todes 11 Jahre das Bett gehütet, das sie nur am jüdischen Versöhnungstage verließ, um in den Tempel getragen zu werden. Tag und Nacht brannte vor ihrem Bette, wie üblich, eine Lampe. Sie besaß eine Menge geschichtlicher ReminiScenzen aus dieser Provinz, von denen sie dann und wann ihrem langjährigen Woblthäter H. N. hier Mittheilungen machte. Mit vielem Interesse schilderte sie unter Anderem in Folge der ersten Theilung Polens 1773 die Besitznahme KujavienS seitens der Preußen. ist? Ich beab fche Kapitalisten Leitende Artikel: Preußen. — Dom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschlaud: Dom badischen Neckar, „ Itzehoe. — Oesterreichischer Laiserfiaat: Gaya.— Frankreich: Punkte mittelst Paris. — Großbritannien: London, London, London, London. jjy Zn beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich V« Thaler. i Serantwortlicher Redactenr: K. Stäbe. vertag »o» vaimgärtier'!» »»chhaudivug ill Leipjig. — Drllck von Utexander Siebe i» Leip»ig

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