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Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 9 (1859) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung und Anterhattung aus jüdischem gebiete. HerauSgrgebea von l Rabbiner Dr. Ludwig Philippfou in Magdeburg. -- w-i*\ A 4i->«AT Don dtrser ZrttsLrift «rschtint wStentlt» »tne Rümmer, »rtl« dkf Ia»r. r/» -i r9lA 9 INatt.l < rvir. ätimfljdbr.g 7% St«r. *üt «uck-danriunsrn. «. Sdmi«, I y. I. AillllNÜi. I v* J und geitung«rrp«»it,ouro ncbmrn Beft«llungrn an. , L ” 7 « J Zorah. Eine algiersche Erzählung. (Nach dem Französischen auS den Lrcb. isr. 6s kr.) (2»I,ch.) f Eines Tages zog der Sultan, als Sieger über mehrere, lange Zeit seinen Waffen trotzende Stämme triumpbirend in Blidab, der Stadt seiner Wünsche ein. Glücklich über seine Erfolge, wollte er. um sich von den Beschwerden deS Kampfes auSzuruben. daß Spiele und Wettrennen vor seinem Palaste anSgefühn würden, und zu diesem Zwecke ließ er an alle AgbaS und alle Ea7dS seiner Staaten schreiben, sich zu dem Feste der drei Tage, daS auf R'hamdan. den heiligen Fasttag der Muselmänner, folgt, sich nach Blidah zu begeben. Und die arabischen Oberhäupter, der Stimme ihres Herrn gehorchend, trafen in Masse ein, jeder gefolgt von Leuten seines Stammes und umgeben von Musikern und Bannern, in den Farben des Propheten. Angctban mit-ihren schönsten Burus und mit langen Flinten bewaffnet, bestiegen Einige die kräftigen Hengste von Constantine, Andere die schnellen Stuten der Sahara. Bei dem vom Sultan, gegebenen Zeichen begann die Fantasia und die Pferde stürzten davon wie der Wind mitten durch Flintenschüsse und Freudenrufe der Reiter. Der Sultan. auSgestreckt auf einem Divan und umgeben von seinen verschleierten Frauen, folgte lächelnd dem Wettrennen der arabischen Häuptlinge, als er plötzlich ein junges in die jüdische Tracht gekleidetes Mädchen erblickte, das einen blinden Greis an der Hand führend, sich hinter einer Gruppe von Zuschauern verborgen hielt. Mohamed richtete lange feine Augen auf die Jüdin, und sein Herz entflammte sogleich von LiebeSgluth. Zorah, die Tochter Äron'S, war. geschmückt mit dem gestickten Mieder und ihrem goldgestickten Sammethütchen, dem eigentlichen Kopfputz unverheiratheter Jüdinnen, schön wie der Mond an seinem vierzehnten Abend. Ihr Auge hatte den Glanz deS Diamant-, ihr Mund die Röthe der Korallen. Zorah war die Braut eines junges Israeliten, NamenS Juffef, deS Sohnes Manaffe'S deS Ehacham'S, dem sie sollte angetraut werden in wenigen Tagen. Durch Neugierde getrieben, war daS junge Mädchen mit ihrem Pater gekommen, um die von dem Sultan befohlenen Spiele mit anzusehen, und obwohl sie sich in der Ferne von den Wettläufen hielt, und sich so viel als möglich hinter dt« Zuschauer versteckte, konnten doch ihr Gesicht und ihre Schönheit' dem bre inenden Blicke MohamedS nicht entgehen. Sobald, er in seinen Palast zurückgekebrt war, ließ er Brahim, s inen Kalifa und Intendanten seiner Lustbarkeiten rufen/ dessen Seele eben so schwarz war wie die seinige. Brahi n, sagte man. war der Sohn SatanS; er war groß und häßlich, fein Kopf glich dem eine- Affen und feine Hände dhr Klanen deS Teufels. Grausam wie Haman. haßte und verfolgte er die Juden und versäumte keine Gelegenheit si> bei dem Sultan zu verderben, dessen Freund und Rarhgfeber er war. Wohlan Venns, der Sultan sprach also zu ihm: > ..Brahim, mein D ener. meine Augen haben eine Tochter deS verfluchten Sta nmeS der Juden geschaut. Sie hat die Gestalt einer Huri und den HalS der-Gatelle; ihr Wuchs ist schlank die der-Stamm der Palme, ihre Haut zarter als Seide.! Eine LiebeSgluth brennt ick meinem Busen und mein - Peist hört nicht auf sich -mit dieser Jüdinn zu beschäftigen. Brahim. dich beauftrage ich, sie mir in diesen Palast;u bringen. Geb' in die Stadt, "erforsche ihre Wohnung, und suche eS so;u veranstalten, daß sie zu dem Fleste erscheint, das ich für die Häuptlinge der SläunuÄ bereiten lasse. Sei kreist wie der Adler, schnell wie!^ie Stute deS Propheten. DaS Gold wird in deine Hätrde fallen und die Gunstbezeugungcn auf dein Haus." Und B?adim antwortete: ,.O. Sultan der Schönbeik, dfh Segen des Propbeten ist mir Dir und den Deinen, und Nickus kann Deinem Willen widerstehen. DaS Weich, bas Dein Herzen begehrt, wird Dir von Brahim, Deinem Diener, überliefert werden, und wenn. ihre. Wohnung mitten in der Sahara oder in den Schluchten deS ÄfthS verborgen wäre. Ich werde sie auS den Händen deS garstigen Juden' erkaufen, und wenn er nicht einwilligt, wehe, ihm und seinem Stamme! Aber wer wird wagen gikgen Deine» Willen zu streiten, und seit wann kann die Gazelle dem Löwen entschlüpfen?" Er sagte eS. unv ging, die Jüdin aufzusuchen. IV. In dieser Zeit! war eS, wo HungerSnoth und Elend in dem Lande herrschten und die ungerechten Kriege de» Sultans durch dessen Stolz angefacht. den Landmann verhinderten sein ^Getreide zu säen und ihn zwangen,, den Pflug mit der Flinte zu vertauschen. DaS Volk' haßte aber auch seinen Herrn, murrte gegen seine Handlungen und wünschte daS Ende seiner Herrschaft herbei. Eine- Tage-, alS> die Sonne heiß brannte, saß Aron, der Vater der Zosrah, mit seiner Tochter vor der Thür

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