Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1859)
- Issue
- 2 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
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8 -- einer Judenfamilie' in -Brand gesteckt. Die Bewohnerdesselben, ein siebzigjähriger Greis und sein Sohn, ein siebzehnjähriger Jüngling, flüchteten mit ihren. Habselizkeilen; aber auch diese wollien die Ungeheuer plündern.. Die Beiden setzten sich zur Wehr, aber nach kurzem Widerstande mußten sie der Ueberzahl weichen und Beide würden gewiß ein Opfer ihrer Wuth geworden sein, denn ein Würbender hatte schon den blanken Säbel über den Greis geschwungen, den der Jüngling mit seinem Leibe bedeckte. — da schickte ihnen Gott einen Retter in der Roth in Deiner Person. Mit einem Schlage hiebest Du ihm den geschwungenen Arm ab, und donnertest ibm die Worte zu. die Noch in meine« Innern wiederhallen.- ..Nicht gegen schwache wehrlose Greife habe ich euch geschickt." Da mitten in der Nacht, beim Scheine der losen.Feuerglutben sah ich in Dein Antlitz, und wie ein zuckender Blitzstrahl hen schauer^llen Abgrund erleuchtet, so erleuchtete mir diese einzige Thal .die Tiefe Deines Herzens. Ich sah, es war für den Reiz der Tugend nock nickt erstorben, und beschloß Dich auS der Kluft des Verderbens zu ziehen. Daß mein Vorhaben mir gelungen, dafür bürgt mir Dein Hiersein zu dieser Stunde, und diese Deine Tbränen." Gesenkten Hauptes lag noch der Räuber auf den Knieen, dann erhob er sich-und ging, aber ganz anders wir er gekommen, umgeschaffen, neugeboren und zu' einem besseren Leben erwacht! ' Kaum hatte fick die Thür hinter, ihm geschlossen, als eine andere, die dieser gegenüber war, sich aufthat, und hereintrat ein Greis in morgenländischem faltenreichen wallenden Talare. Eine erhabene Gestalt. Der reich* kräftige Haarwuchs seines schneeweißen Hauptes fiel in Silberlocken auf Nacken und Schultern herab; die breite Brust bedeckte der wallende Silberbart. die hohe gewölbte majestätische Stirn^ die schön geformte griechische Nase, der frisch/ kleine Mund, aus dem ein himmlisches Lächeln thronte, die schwarzen feurigen Augen umbuscht von den dichten Brauen, und halb, verhüllt von.den langen Fransen der- Augenlider, dies Alles verlieh dieser Erscheinung den Stempel des Himmlischen. Majestät lag in jeder feiner Bewegungen, die Glorie der Verklärungin jeder seiner Geberden. und dem jungen Manne sich nähernd, winkte er ihm freundlich zu. und nickte beifallspendend mit dem ehrwürdigen Haupte. „Du hast Deine Aufgabe schön gelöst, Israel", begann er. „Dein Werk hier ist vollbracht. Deine Lehrjahre vollendet! Nichts also hält Dich hier auf, Deinem Berufe zu folgen. Auf, nicht gezaudert! Der Himmel hat Dir ein schönes Loos beschieden. Don weiter Ferne, ettönt Dir der Ruf, folge ihm. Aber nicht einsam soll mein Liebling auf Erden wandeln, ziehe in jenes Städtchen, wo Diejenige harret, die die Gefährtin Deines rhaten. und ruhmreichen Lebenwerden soll. Nicht vertagt, auch dort werde ich mit Dir sein." Sprach- und erhob sich von der Erde^ ein leicht*- Wölkchen umhüllte ihn bald, .und er schwand auS den AuF?n feines Jüngers, der, die-Hände erhoben, -ihm nachrief: Vst-c* 221 *3« -q». «Fortsetzung folge.) Anekdoten und Scherze. Bon W. - Einem armen Detteljuden vom Lande begegnete unlängst ein Polizeimann. der ihn nach dem Zwecke feiner Reife und nach einem Paß fragt«. Der Beiteljude erwiedene: ich reise aus ran rns (d. h. er sucht Unterstützung für seine nach Amerika auSwanbernde Tochter bei seinen Glaubensgenossen). Der Polizeimann ließ ihn sogleich seines WegeS^ gehen. Tin diesem bekannter Jude fragte denselben, waS er mit dem Bettler gehabt habe. Er sagte darauf: daß er auf seine Frage, ob er einen Paß habe, erwiedert hätte, er habe einen Paß von der N77Ä jd. h. von der herrschaftlichen Obrigkeit). Der Polizeimann »hat sich viel zu gut auf seine genaue Kenntniß deS Hebräischen. Der Jude aber sagte: sonst ist meistens besonders'gegenüber vom Juden, ^77:9 eine hier bei diesem Betteljuden war die 777L«ine 7777-2. Vom Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Rechnungsablage des dritten JahreS, 1. Mai 1857 bis 1. Mai 1858. I. Ausgaben: 1. Papierkosten . . 2. Buchbinderlohn . 3. Porto . .' . 4. Correcturen . . 5. Versendungskosten 6. Satz- und Druckkosten . 7. Verwaltungskosten und Secretair .... 2254Thlr. 12Sgr. 6 Pf. 300 „ — — „ 169 „ 17 „ 7 „ 32 „ 20 „ — „ 533 r, 12 3 s, 1814 „ 29 •„ 6 „ 530 „ — „ — „ 8. Honorare u. Subventionen 1737 18 „ — Summa 7372Thlr. 19Sgr. 10Pf. II. Reine Einnahmen ind. Rest vom 2. Jahre . 6879 „ 11 ., 8 ,, Deficit 493 Thlr. 8Sgr. 2 Pf. Sämmtliche Rechnungen mit ihren Belägen für richtig befunden. Magdeburg, den 26. December 1858. 31t. 8. Kaufmann. Ltexi Hirsch. Ernst /rieüetzerg. Allgemeine Zeitung des Judenthums. No. 1. 1859. Leitende Artikel: «Line Warnung aus der Geschichte.— Die Juden in Konstantinopel. — Ein abermaliger und großer Sieg. — Literarischer Wochenbericht. , Z eitun g Sn achrichtenr.Deutschland: Aus Bäyero, Münchweiler. Frankfurt a. M., aus Mecklenburg-Schwerin, Dresden, i Merchingen. — Preußen: Krotoschin, aus Schlesien, ans dem! Neustettia-Dramburg-Schievelbeiner Wahlbezirke. Bielefeld, Tem- I pelburg. — Oesterreichischer Kaiserstaat: Dolechow. — Marokko: Mühlh-ofm. __ Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vieneljährlich % Thaler. Verantwortlicher Redakteur: K. Nabe. Brrl,z *ctt Banmgartnei'« vuchbandlnng in Leipzig. — Drn» von Alexander Wiede in keiptig.