Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1859-01-01 · 2 (1859) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1859)
Issue
2 (1859)
Date
1859-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4908862-5999350-6000885--1259-4909849
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Jüdisches Bolksvlatt Belehrung und AnterhaNung aus jüdischem gekielt HerauSgegebe» von Rabbiner Vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. [9to. S. 1859 ] Bon tiefer geilfchrifi erscheint »-chentltch eine Bummer. Brei« de« Iobr» »an«« 1 Ldlr. Sierlel^Ldrig?'/, B»r. Alle vuchbandlun-en, BvASmter na» geitnag«erreSiti»»en nehmen jFeäcDungen jo. [6. Zohr,. 1. «tanftL] Die Eigenschaften einer wahren Israelitin. *) Auf der Zeiten Schwingen — Jahrtausende vergingen — seitdem auf JudaS heiligem Throne — geschmückt zugleich mit der; Weisheit Krone — saß degesalbten Davids Sohn -- der erhabene Salomon. — Sein Herz war zugeneigt den Frauen — ihnen inliebliche Antlitz zu schauen — ihres HerzenS Regungen zu lauschen — mit ihnen die Worte der Wechfelrede zu tauschen — die Wege der Zucht und der Sitte — bemeßne Schritte — von ibnen zu erfahren — wie sie diese auS eigenstem Gefühle bewahren. — Und da er nun sah, wie ver. schieden — sie has Gute thaten und mieden — daß eS ihm anderschien stündlich — und schier unergründlich — dem Manne deS WeibeS Art — so oft er sie auch gewahrt: — rief er seine Sänger und Weisen zusammen — daß sie vor ihn kamen — und gebot ihnen Allen — je nach ihrem Wohlgefallen — zu singen de- WeibeS Preis — ein Jeder in seiner Weis' — ein Jeder, wie er eS gefunden — und empfunden. — Und der König saß auf dem Throne — und rings die Großen der Krone — die Helden und weisen Räche — durch die er deS Volkes Heil erspähte — und ihre Frauen, in kostbare Schleier gehüllt — baß deS SaaleS Räume gefüllt. — Da traten die Sänger hervor — und entzückten das Ohr — in lieblichen Weisen — mit deS WeibeS Preisen —,• daß jedes Herz vor Freude schwoll — und manches Auge der Thräne voll. — Der sang der Schönheit Verklärung — und Jener der Liebe Bewährung — und Jener die Treue in Nacht und GrauS — der Andre die stille im Haus — ein Fünfter die Künstlerin — der Letzte der Frauen milden Sinn. — Sie Alle sprachen würdig und schön — und wie ihre- Liebes Klänge verweh'n — hören sie nach emsigem Lauschen — schnell den Beifall rauschen. Aber der König bleibt still und sinnig — als ob er innig — vernommen jedes Sängers Spruch — und eS ihm doch nicht genug. — Plötzlich von seinem Stuhle erstand er — und seinen Fuß wandt' er — die Stufen binabzusteigen — wo die Löwen die golv«nen Häupter neigen — und auf der untern bleibt er stehen — und mit Staunen Alle sehen — wie sein Auge feurig blickt — und sein Antlitz, entzückt — von de» Herzens Erbeben — und de» Geiste» hehrem Weben und wie er die Harfe ergreift — und seine Hand die Saiten streift — und *) Vgl. Nr. auS wildem Dröhnen — zu milden Tönen — und süßen Klängen — sich de» LiedeS Wellen drängen. — Dann hebt der. König ein Gedicht — an und spricht: Ein Biederweib, wer hat'» gefunden? Weit über Perlen geht ihr Werth. Sein Herz vertraut ihr, Zweifel sind geschwunden, , DeS LebenS Sturm wird nicht von ihm gehört. t All' ibre Tage sind nur ihm geweiht, Für ihn zu müh'n sich und zu -sorgen, Don seinem Pfad zu räumen alles Leid, Daß Freude strahlejedem seiner Morgen. Mit Lust der Hände schafft sie für daS HauS, Gleich Kaufmannsschiffen holt sie'S her von Ferne, Noch ist eS Nacht, »och bleichen nicht die Sterne, Theilt Speis' und Tagwerk sie.den Mägden auS^ Ihr Haus zagt nicht dem Schnee, dem Frost entgegen, Denn die Gewänder hat sie «rchl bereitet; Den Leidenden reicht ihre Hand Verpflegen, Ihr Arm die Dürftigen in Milde leitet. Wie lieblich schmeckt ihr emsige» Erwerben, Und ihre Leucht' erlischt nicht in der Nacht; Die Felder mehrt sie für die theuren Erben, Die in der Wiege.sie so treu bewacht. > Sie streckt die Hand zum Rocken kräftig auS, Und schnell die Spindel ihre Finger fassen; Der Tag der kommt hat nimmer für ste GrauS, Sie kann vertrau'» und alle Sorgen lassen. -v. Viel Ehre hat ihr Mann in Stadt und Land Und ihre- Hauses Namen gütest Klang, Denn Füll' und Würde sind ihr zum Gewand, Anmuth und Weisheit ihr zu Ehr' und Rang. In ihrem Hause hält sie streng auf Zucht, Da treu sie achtet auf den Weg der Ihren, Vor ihrem Blick sich Streit und Haß verlieren, Und. Frieden reist als ihrer Lippen Frucht. *) Nach Spr. Schel. 31, 10 ff. t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.