Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 52 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Mdistßes «olksblatt. Zur i Belehrung unft Anterhattung auf jüdischem sseKiSte. f jpmutfftfiebCH von Rabbire^ Dr. Ludwiß Phllippsou in Mlgdrburg. -i.--- 53 ,7s.i-eiut wtLintltch »N» »o«»«. »r»a v»« 2a»rk f* l**V, WÄ, 153(5.1 1 *Wr 4Sftfr«i(iirr<4 7'/» **f. *lUt *Kä»cnttoaget* Veftimtn 15, JÖSfÄ. 4. fiQXlHtu * __ BniBna*ffptfitintj oetz«»a vrkev»»,eo ar. *- flr " D *J 3um Schlüsse des Jchrgangs. Der dichte, weiße Nebel liegt über ver Erd« gebreitet; da» Gestirn des TageS erhebt fi± so spät über unseren Horizont und senket seine Snablrn au» so schiefen Dinkeln herab, daß nur wenig Helle nu taS Äuge vorhanden ist. Kaum kann man einige wenige Schritte vor sich den Pfad erkennen, den man zu wandeln, die Dinge und Per» sonen, denen wir begegnen. - und vw: welchen es wir zu thun haben. EnNich erhebt stch^schrlfer Ostwmd, und rüttelt die Nebel auseinander, um treibt sie bald ror unS hinweg, ball führt er ste erst recht über unS der. daß wir wie in r^iße, dichte Schlei» gehüllt nnd. 2cht hat er ste in der lhat zerrissen und »eit von dannen gejagt; der Himmeliist für unS stchlbt: geworden; aber e» ist nur ein graues düsterer Himmel, »ffen Wölbung von einer 'weiten farbl fen Wolkenmasse ^kleidet ist. Nicht so? ein« i solchen Tage kans man daS Leben und Geschick manches sienschen vergleick^n. der die goldene Sonne und den bl< >en Himmel und köe weiße Blbtbenfülle und den grünen R sentepprch nur seäen und auf Augeeblicke zu sehen bek mmt, daß er sich ihrer fast nur noh wie eines Bilde» euS der Kindheit erinnert. 1 Aber dem ist nicht so. Cs ist kein Menschenlebe». in welchem nicht Lickt und Schatten, Sonnenschein unh Sturm, Hitze und Frist. Frühling und Herbst. Saat und Ernte sich mischen »nd vereinigen — aber eS kommt Alle» darauf an, ob der Mensch nicht selbst die Nebel um fick sammelt, daß er seinen Pfad nicht schauet, und sich dir Sonne mit Wolken bedeckt, daß er den blauen Himmrl nicht gewahrt! Wer die wahre Sonne deS menschlichen Lebens, Gott und tzeine Lehre und sei« Anbetung und seinen Dienst in allen Dingen verlogen hatHzper die schar fen Nord- und Ostntnde der Leidenschaften hat über sich beraufkommen lassen, und die weisen feuchten Nebel niederer Gesinnung, unesser Avschaumg um sich gehäuft Hai — wie will er die Herrlichkeiten Irt GotteSwelt, wie will den Frieden und tzle Liebe. vnd daS Glück und die cht und ckn ungebrochenen Muth, en Winrrtag mit wunde^bcher Pracht rnd Majestät zu beleihen schaueound erwerben?!^- — einerBetrachtung wolltenwvir wer/dem eS im Herzen ^um er Heiterkeit, und die Zw ste, die auch den et Schönheit, mit entzücke vermögen, wie will er Doch nicht zu fo unS hinreißen lassen. Menschenwohl und Me er sein Auge darauf r griffen, daß eS die Me, von/der Fülle deS Leide» e^. > so nvenisi.imd fo selten fer^I -* "**• v sieben. die grdßen Gaben Gotte», die ihnen geworden, zu würdigen u«d recht zw gebrauchen und Varau» Frend« und Srätke uad Trost zu ziehen! Wer, wenn er die Irrungen und Zrrthümer der Menschen betrachtet, die doch so leicht zu vermeiden, und nicht schwer zu verbessern wären, wird nickt von der Flnth der Gedanken hinweggetragen, warum e» nicht ander» »werde und wodurch e» . ander» werden könnte? DaS Zahr, dessen letzten Tilgen diese» Blatt aagehärt, war für unsere Glaubenszenossenfchaft ein sehr bewegte». Ueberschauen wir aber mit einem Blick, was e» gebracht, so bat unS die göttliche Vorsehung in demselben so folgenreiche Siege gewährt, daß wir de» Danke» nicht genug erfüllt sein können. Wir wollen nur drei derselben Hervorbeben. Zuerst die Zulassung von ZUdeu in Da» englische Unterhaus. Zn Gngkdckd ift ma» mit dem Schmiede» neuer Gesetze eben so wenig schnell iti der Hand, »je mit dem Aufheben und Umstkttßei^dt^selöen. Dort weht der Wind nickt alle vierzehn Eage ander», und selbst der Wechsel der leitenden Perststllchkeiteo kann die nur *fk mälig fortschreitende Entwickelung weder befchleunigen noch bemmen. Dana aber ist auch der zurückgelegte Schritt auf immer gethan. und der neue Schößling steht fest wie der uralte' Stamm. Daher' währte der KanulkDo» daeben be^ichnete Recht drei Deeenniest. hatte daS Unterhaus die Zulassung ootirt undbau» verworfen; dreimal har die City den Baron Rothschild gewählt, ohne daß er seinen Sitz einüehmen konnte. Und stehe da! nicht ein Wigh» oder Reformminisiddtuw. sondern eia Lorymintstertum. sah sich, seinen bisherige» Grundsätzen und Voten zuwider, der enormen Majorität de» Unterhauses und dem festen Willen de» Volke» gegenüber genöthigt, die Zulassung auszusprechen. Zst da» nicht eine offenbare Fügung Gotte»? Daß in diesem Mmistrrium eln Abkömmling Israel» (D'Jsraeki) und ein ftT^et, der — wiederum eine Seltenheit — auf seine Abstimmung stolz ist. und dahin wirkte; daß Baron RajhschUd jetzt, um ein. seiaer neuen Stellung würdige» Lu» zu machen, da» Hau» eine» der unerbittlichsten G»MU der Judenemaneipation angekauft hat.. . kdelche und der Mensch will fie nicht verstehen? Da» zweite bedeutsame Ereigniß war jene Proetomatiou deS französische« Staatsoberhauptes, durch ’mf&e der . Grundsatz völliger Gleichstellung alles Eültr ^»nfteich ühet. wird nichtz so^ld ^ond allen feinen Besitzungen al» der alles» leitende auch der jetzigen Regierung abermal» verkündet uad betkLimr ward. Der veranlassende Gegenstand war kein allzu