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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 51 (1858) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
51 (1858)
Date
1858-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksvlatt. Zur Belehrung und Unterhaltung auf jüdischem geriete. Herau-gegede« von 1. Rabbiner Br. Ludwig Philipps»» in Magdeburg. . «»u dieser Sei,schritt ekichetAt »»chearUch »«,» «>«»». »rkb« Ao»rrfc j l |9l0. 51. 1858.1 «"-« * **,r- «i.r,.ljtdrig?'/, »«'. All. lO. ISykj. 4 QßlUrtlU ' l **v *r*' J an» iitnn ecfttOiiBgen a». *- « ” ® J Ein Chanukkahwort. An unsere Leser. , Da- Chanukkahfest feiert die abermalige Weihe de« Tempels von Jerusalem, nachdem Zuda Makkabi die syrischen Heere geschlagen und datyrannische Joch de- AnliochuS zerbrochen hatte, daS da nicht bloS ein Joch der Knechtschaft und deS äußeren Drucke-, sondern auch der Glauben-Verfolgung, der den ganzen Bestand unsererMeltgion bedrohenden Glauben-verfolgung war. Und wodurch infonderfeiern wir diese Weihe? feierte ste Zuda Makkabi? feiern wir ne noch heute? Durch da- Zünden von Leuchten, immer mehr Leuchten, Tag für Tag S»»hr Licht! ÄS ist somit eine Feier dereligiösen Lichte-, der religiösen Erleuchtung. Und fürwahr! Allein dieser Religion spricht: Licht! Schon in Aegypten hebt die heilige Schrift nachdrücklich hervor: tw Jffl b**w» *33 VdVj die Aegypter waren im Dunkel, aber ,,allen Söhnen Israelwar Licht"; und nicht minder in Babel und Schnschan: rwn D'ngrrb nnwffi rm» „den Jehudim war Licht und Freude!" Im Heiligthume Israel-, zwischen dem Dorbofe, der vom Gewölbe de- Himmelüberdeckt, und dem Aüerheiligsten, darinnen edunkel, stand im Heiligen der stebenarmige goldene Leuchter, der Tag und Nacht brannte, und oiemalen erlöschen durfte, veß-Zeichen, daß zwischen, dem, dem Menschen unfaßbaren und unergründlichen Wesen der Gottheit und dem in Tag und Nacht, in Sonnenschein und Sturm wechselnden und wirren Leben die ewig strahlende Leuchte der Religion Israelbrennt, ohn' Unterlaß, ohn' Wechsel, in immer gleicher Helle. Licht wird daher immer alda- Wesen unserer Religion bezeichnet. Waist ihr Ziel? Der Psalmist ruft e- Dir zu: wnb« -jbnmb O^ntn *n«3 „Bor Gott zu wandeln im Lichte de- Leben-!" (Ps. 56. 14.) Jjob ruft Dir zu (Jjob SS, S0): "na3 o**nr» „erleuchtet zu werden im Lichte de- Leben-!" Darum wird die Religion Jsrael-^genannt „da- Licht de- Ewigen, da- Licht vom Angesichte AotteS." So ruft Jeschajah da- Dole auf: 0*1 TW3 roMLhffct UNwandeln im Lichte de- Ewigen!" (2, 5.) Lar Psalmist betet: „Laß über unkommen 'N *^3v "TW Va-Ncht deine-Angestchte-, Ewiger!" (4, 7.) Darum ist da- Höchste, wounsere Religion über Gott in seinem Derhiltniß zu« Menschen audsagt: 'b "UN Ol „der Ewige ist mir Licht" (Michah 7.H.). die höchste Verheißung lautet: vbvUNb^bOi rr?r bet Ewige wird dir fein zum ewigen Lichte!" (Jesch. BO, 19.) Endlich, waspricht der Prophet, wenn er den Beruf Jifraelkennzeichnen will? au -nab "pnnri „ich habe Dich gemacht zum Lichte der Völker!" (Jesch. 49, 6.) Bei allen alten und neueren Nationen, in allen alten und neueren Religionen flüchtete der Mensch, wie unhe. friedigt von dem waihm offenbar gelehrt ward, immer wieder in Gehrimniffe, in Mysterien und verborgene, dem Tage entzogene Vorgänge hinein — in unserer Religion war Alle- und zu aller Zeit llcht und klar. Nicht blodie alten Aegyprev und Inder hatten Ihke besondere Priesterwei»heir. die sich in die Tempel verbarg, und de» Volke niemalenthüllte; auch die Griechen feierten ihre eleustnischen und anderen Mysterien mir verschiedenen Graden für die Eingeweihten, auch die neueren Religionen stellen ihre Slauben-sätze über alle Prüfung und Forschung in da- Dunkel hinquS und haben mysteriöse Leremonien, durch welche geheimnisvolle Wirkungen und Waudelungen in den Theilnehmenden vargehen sollen. In der Religion Israelist Allelicht und klar. Don Anbeginn an »«cd Ml Wort derselben «edergeschrttden und oor die Augen de« ganzen Volkes gebreitet. Heute gesprochen, ward emorgen verewigt und Alle» In die Hände gegeben. Alda- Wort auf Sinai verkündigt worden, ward eeingegraben i« steinerne Tafeln; al- Jftael in daheilige Land eingezogen, würde da- Gesetz auf Denksteine geschrieben und vor dem Volke au-gesetzt, und alle stebeu Jahre ward rverlern vor der ganzen Gemeinde. Alle Gehetmnißkrimerei war verbannt, her tiefere Sinn wurde und wird zü. aller Zeit erforscht und erläutert, aber wo man ihm einen geheimen Sinn und eine geheime Kraft zuschtieb, war eeine unisroeltttsche Verirrung! Unsere Satzungen und Gebräuche haben alle« sammr den einen Zwecks uns an Sott zu erinnern, nns in Rech» und Lieber zu festigen, uns in Gotte-furcht und Tugend zu stärken, in «n- Buße und Besserung und Umkehr zu bmvtrken. Aber rein vor Gott werdeu^wir nur durch reinkn Seist, reine- Wort und reine Tha^ Darum war und ist auch die Bestimmung unserer Religion zur Erleuchtung der Menschheit zu dienen. Erst sollte und soll in uns, denen ste übergeben worden, da- Licht durchbrechen, daß wir Gott, die Welt und unselbst, daß wir unsere Pflicht und unser Recht, unseren Zweck und unsere Kraft klar erkennen und in unsere« ganzen Leben bechätige». Dana sollte und soll diefe- Licht durch die ganze Menschhett immer weiter und imper mehr sich Bahn brechen. Darum ist nicht nur allereligiöse Licht und Allewain den Religionen der Menschen -ich« ist, von unserer Religion aü-ge-angen, sondern

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