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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 35 (1858) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
35 (1858)
Date
1858-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches BolkSblatt. Zur Belehrung und Änt erhaltung auf jüdischem HeKiete. Herausgegedea voll Rabbiner Ludwig Philippson in Magdeburg. Von dNker gettsibrifi sRo. 35.18581 - - ' nt «»»entlich et», Sln««er. V«'< L-b»' re n „i , -» eljäbrig 7'/, Ngr. WU VuLdandlnngen. Vsßämrrr I f) JÜDM. Q. OntUftill I iBfl*efvc(ittpnr« neli»«n vekellnn>»a «n. *- tr 7*18* *J Briefe auS' und nach der He math. XII. Auch ich bin in Italien gewesen!?luch ich habe seine blauen Seen, zwischen hohen grüne, Bergen gebettet, befahren, auch ich in seinen lichtblauen Himmel geschaut und seine üppig laue Lust um Sticn und Wange gefühlt, lind da Sie an meioen kleinen Gefallen haben, will ich Ihnen meine kur welche, wie die mancher deutschen Kaiser ihr Ende fand, skizziren, so gut diedas ders mein schwaches Wort, vermag. Schweizerstädte bin ich nur geflogen. Schilderungen e Rdmerfahrt, n Oberitalien Wort, iason- Durc i die größeren Bemi ßigte ich mich doch nicht einmal, die medieiaischen Jn iitule Basels.! Bern-, Zürichzu besuchen und kennen z lernen, was j für einm Eandidaten der «edicinischen Dmorwürde ge» | wiß eine große Ueberwindung ist. Lassen Sie «ich hier \ übrigens gleich einfiechien: Die Schweize gefallen mir! .gar sehr. Allerdings sind Sie in ihrem Wesen etwas nüchtern; da- Zdeal« und Phantastische li^gt ihnen fern; a« Poetischen, wenn, enicht etwaderb zupackt, haben sie keinen großen Gefallen. Dagegen fi ht man jedem von ihnen den Mann an; sie tragen taS Bewußtsein der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit in sich; sie sind nicht zurückhaltend und nicht zudringlich; sie wissen, ein Zeder ist auf sich selbst gestellt, darum a! er auch in sich selbst berechtigt. Im Allgemeinen ist d r schweizerische Bürger verhLltnißmäßig sehr unterrichtet und hat sich möglichst viele- und klare- Urtheil erwirben. Darum läßt eS sich sehr gut mit ihm umgehen, s »bald man selbst nichtmehr als Einfachheit und Unbefar genhelt fordert. Arbeitsamkeit und Reinlichkeit zeichnet st; au-, wohin« gegen sie auf Eleganz und besonderen t leschmack keinen Anspruch machen. Merkwürdig charakterisi t sich.dieselbst da, wo die Schwkizer auf der Markscheil e der Nationen sitzen, wo sie nichtdeutschen Volksstämnen angehören. Der Schweizer-Franzose und der Schwei^er-Ztaliener ist doch etwas Anderes als der Franzose un > der Italiener. Auch 1» der italienischen Schweiz, wo da > deutsche Idiom schon gänzlich «ufgeh-rt, wo Klima, Üegetation und Himmel schon italienisch sind, wo die talienische Phh« fiognomie und Farbe den Gesühtern ausgeprägt, und die südliche Lebhaftigkeit schon fühlbar ist, herrscht immer «och industrielle Thitigkeir und Reinlichkeit — bis «an die italienische Grenze wirklich überschreitet ich enoch im Waadtlande gegen die fischen Dörfer. Eben so fand ersten piemonte» Ich langte am Vierwaldstätter See an. Er ist die Perle der deutschen Schweiz. Und wafür eine Einfassung! Insvndrrder südöstliche Theil. welcher der Urner See heißt, hat die großartigste Ilmgebung. Himmelanstrebende Berge, zum Theil mit ewigem Schnee bedeckt, riesige Felsen, die mit scharfen Rissen und Zacken in den See steigen, umragea Ujn.'* Allerdings drückt diese-, theil- Majestätisch«,, theil- Schaurige auf da- Gemüth. aber ich liebe «S. solche Schauer durch meine Seele gehen zu lassen. Und wenn dann doch dje Sonue strahlend auf die herrliche Kuppel der ..Frohen Alp" fällt und die Schneeselder des Urirothstocks wie einen Silberblick aufschimmern läßt, wenn die Nebelwolken um, die Brust und den Nacken dekolossalen Beinstenstocks i« Hintergründe heller und heller und die grünen Malten durch die Flocken «ad Balleu sichtbar werden: so ist Alleschön und wohl» thueud und so reich und.mannigfaltig und erhaben, da^ die Seele audem DrüUe zu einem Zubelltede sich emporhebt. Und gerade dieser schaurige Urner See ist von der Sage der Schweizer FyeiheitSkämpfe und ihres Helden Tell wie geweidet, und die Poesie unsere- Schillerhat einen Rimbudarüber gebreitet, der uns beim Befahren dieser Gegend um so mehr begeistert und entzückt. Da fahren wir vorüber vor der kleinen Matte, auf welcher im Geheimnis d-r Nacht die drei Männer au- Uri. Schwyz und Unterwalden den Butrd beschworen, Hum Kampfe für die Befreiung ihre- Vaterlandes, dem Rütli, und darüber blickt noch beute der Kirchthurm von Seit-- berg herab, dessen Glocke ihnen die Mitternacht-stunde verkündete. Dort, am anderen Ufer rückt uns der Aren« stein entgegen» ei» riesiges FelSgebirge. davon dem See umbraadel wird; da ist die Fel-platte, auf welche Tell sprang, da er da- ,.Herrenschiff von Uri" in die wogende Fluth zurückstieß; daneben steht dir Kapelle, in welcher seit dem achtzigsten Zähre nach jener That die dankbaren Enkel für sein Seelenheil beten. Wir sind vorüber und Flüelen erscheint, und dahinter da- Städtchen Altorf. Wir landen. Alkorfist bald erreicht, ein stille- Bergstidtchcn, das nstch von der Erinnerung jener Zeit allein lebt. Wir gehen über. den einsamen Marktplatz, auf welchtm ein Brunnen mit einer schlechten Srgtue Tell- und ein Glockmthnrm die Stellen bezeichnen, wo- Geßler- Hut gehangen und jener berühmte Schuß gefallen. Linkvor Altorf auf einer Höh« liegt das Dörfchen Bürgeln, wo Tell gewohnt, und der Eingang ist zu» ..Schächeatha?'. All dies Uegt a» Anfang de- Reuß« thale-, da- Schiller so trefflich in der Rede Tellan

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