Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 32 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Indisches Volksblatt. Zur Belehrung und A^t er Haltung auf jüdischeck HeKiete. Hrraulge-ebea von vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. Rabbiner [9to. 32* 1838.] »“a*1 “j-, Ssr ditstt Stftfd rif» Hfdwint »idjtofUdj (int ftumntr. Preis btt Jadr« , - (int «um»tr. Preis des JadrrC O i! ierleljSbrig?'/, R«r. «»» »u-ddnnd>un,tn.t Pestsmttr I £) JflitfÄ 3.0011611(1.1 l(itnn4«tf»tBititntB nth«en »(fttfluniU «n. L v ” » -* Anwalt unb Esse Vom RechlSaawalt vr. La! ssor. U. I. Heidelberg 18 (yortsetznng.) -6. Ri wt ..Wenn ich", begann Moritz, „Eur nüge leiste, so ist eS nur, wett ich mi geschichte wohl die der meisten jüdisches zahle. Wir könnten Alle, biauf Namep und andere Aeußerlichkrilen diesecurricu Dissertationen und Eramenarbeiten anne „Ähr kennt meine Vaterstadt dem bedeutend wie ste »st. hat sie Eindrücke Seele nicht zurückgeläffen. Da- Leben öde. wie dem Auge der Anblick der die sie rings ugtgiebt. Bizu me Lebensjahre besuchte ich die jüdische Sc! „Wir hatten meist treffliche Lehrer Gehalt mußten sie unS. außer in Reli>, brätsche«, iu allen ElrmentargegvttstS«) Nebenbei versahen sie den Dienst eines bcter- und Vorleserauder Thorah. harrten ihrer für die Mühseligkeiten ihr Anerkennung wurde ihrem pflichteifrigen tig^en sie ja einmal einen wilden Rangen so! erschien gewiß der Vater in der E unter Toben und Schelten über Partell ben Sohn mit sich fort. So geschah' Lehrer in dieser Schule, einer biedern phalen. einem durchweg naturwüchsiger sehe ihn noch mit verbissenem Grimme Miene stehen, und vor ihm hohnlächeln) und dessen Vater in drohender Gebeijd Rasender tobend. Bei wem sollte Beschwerde geführ Schwester deS Pferdehändler- Simon de- Parniß und regierte mit unumfchrst der Kileb. Und als nun gor eine- Parniß selbst, der sich auf Grund einig die er auswendig wußte, .für einen Lc den Küßen scharrte und stampfte, wett „Ki achaassi hu“ und „hi, hi“, corri auf den Almemor laufend, dem Dal HandstLbchen entreißend und damit meh^c Thorah klopfend; da hielt der wackere im Vorlesen inne, sah den Vorsteher t arin m Wunsche Gemeiner LebenS- Studenten er- und Geburtsort um vitas unseren riren. men nach. Unin jugendlicher ist trist und iten Sandebene, nem dreizehnte» ule. Für geringen ion und im Heen unterrichten. Schächter-, Vor- Welche Freuden - AmtkS. welche Streben? Auchnach Verdienst, chule und nahm chkeit seinen liemeinem letzten Seele au- West- Menschen. Ich und schmerzlicher ElmonS Victor e und wie ein i S i r werden? Die oar ja die Frau nkter Gewalt in Sonnabendder .Rafchistellen". mden hielt, mit >er Lehrer vorla» -irrend rief, dabei gen dasilberne ere Male auf die Westphale mitten nit seinen treuen Z' Augen verächtlich an und entfernte sich eilendauS dem Tempel, in dem Niemand sich befand, der die unterbrochene Vorlesung hätte beenden können. Noch an; selbigen Abend reiste er ab, nicht ohne vorber meiner guten Mutter angerathen zu haben, mich dem Gvmna« sium meiner Vaterstadt anzuverttauen. „Diese, fromm wie ste war, von mütterlicher Seite aueiner Familie stammend, der in einer Reihe von mehreren Generattonen berühmte Rabbiner entsprossen waren, selbst i» Hause einederselben erzogey, widerstrebte lang dem Vorschlag de- Lehrers, der auch mir «einem heißesten Wunsche übereinkam. „ES ist der erste Schritt audem Judenthume". sagte sie oft bedenklich zum Vater. Die freiere Ansicht ^eS Letzteren fiegte aber ob, ich ward in die Ouarta destädtischen Ghmnasii ausgenommen." —-. „Glücklicher Pennal", rief der Wormser, „nur leider unter der Herrschaft de- Accosativas cam iofinitivo." „Oder auch unglücklicher Lateiner", sagte Eduard lachend, „wett noch ohne Eselsbrücke zum Cornelius NepoS." ,.2hr kennt", sprach Moritz weiter, „alle diese Leiden und Freuden de- SchnllebenS. Censur und Ferien, Proloco und Prämien —T aber so igie ich könnt Ihr nicht unter den rohen Scherzen der christlichen Mitschüler, unter der Schadenfreude der Lehrer gelitten haben. B«. jeder zweideuttge« Stalle^sah mich, wie auf Commandv.!- die ganze Claffe an,(und vor jeder DeclamationSstunde | zitterte ich als Anfänger ebenso in Furcht gereimter Spötteleien, wie nochs in der Prima vor dem „Judaeus Apella“ de- Horaz. ..WaS Du doch in Ahnung unserer künftigen Freundschaft, hinsichtlich deletzten Punktewenigsten- «ickk nölhig hattest", rief lachend der Badenweiler dazwischen. ..In den Freiviertelstunden — der ehrlose Äampf von 20 gegen Einen. — sollte man zum täglichen Denuncianten bet ten Lehrern werden? „Diese stellten sich auch nur entrüstet und sprachen im Rücken von „Feigheit". Kam ich Mittag- oder Abendnach Haufe, immer fand ich Spuren eineunsaubern SchabervakS. . Bald stak ein Stück Fettbrot oder Wurst in meiner Tasche, bald eine karrikirte Zeichnung aus „Älosr- und die Propheten", bald da- „Heimann Levilied" und dergleichen mehr. Wie oft weinte ich und wollte die Schule verlassen. Der Trost der Mutter hielt mich auftecht.. „Glaubst Du. einem Lkießer. einem Zunz ist eS anders ergangen?" pflegte ^lc dann zu sagen und