Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 31 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
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m diesem großen Ereigniß im Großen unv im Kleinen derrübn. ist etnsick>rlick>. cknd nenn wir bei der Betrachtung einer größeren Landschaft von diesem Gedanken ausgehen, wirtz^ unS ibr ^Charakter völlig klar. In der Schweiz har man noch eine andere Erscheinung, welche hierüber belle- Zeugniß giebt. Von dem 3400' hohen Brünigpaß herabkommend, unv ungefähr 1300' herabgestiegen, gelangen wir an das Ufer de» von hohen, bewaldeten Bergen umkränzten Lungernsees, der allervingS jetzt von geringerem Umfange erscheint als ehedem, und seinen kurfergrünen Spiegel bis an den Rand einer jach abfallenden Fel-bank breiter. W»r wandern an seinem einsamen Gestade, welchelediglich von nicht ausgedehnten Wieftn begrenz! ist. dahin, bis wir ihn im Rücken haben. Der Wtg führt fast steil abwärts, wir treten aus einer Walbecke hervor, und vor unS liegt rin zweiter Eee. von größerem. Umfang, von hellerem Gewässer, der seinen Rücken bereiteiner großen Zabl von Kähnen und Schiffchen, größtentbeilö mit Holz beladen, bieten muß, der Sarner-See. Städtchen und Döner lagern an seinen Uftrn. der Bergkeffel hat sich zu einem Gelände erweitert unv selbst Getreide und Kraulseltern Raum gelassen, hüben und drüben erheben sich kann die ernsten Gipfel bober Bergzüge. Wir haben stunrenlang unter Rußbaumalleen dahin zu pilgern, bevor wir daL-End« des Seeö erreichen. Don hier aus wendet sich der Pfad mebr recht-; aber kaum haben wir wieder dinäbsteigenv eine halbe Stunde zurückgelegt, als sich uns der Blick auf einen dritten See öffnet, den Alpnacher- Sec. welcher zwar nicht bedeutend an Umfang, aber von großer Liefe und eine üppige Vegetation an seinen lieblichen Usern trägt. An ihm vorüber führt der Weg allmäliz hinabfallenv eine Stunde weit, und wir stehen am Ufer teS Vierwaldstäaer-Lees, dessen bewegte Wellen mit starker Branbuiig an! seine felsigen Ufer schlagen. So stiegen wir vom Brünigpaß bis zum DierwaldstLbter-Eee ungefähr 2000' hinunter, in einer Linie vier Seen berührend, von denen einer immer höher als der andere liegt. ES gibt Höhenponkte. von denen aus man die vier Seen mit einem Male er- und überblickt, ein großartiges Schauspiel, in dem man dieseu ganzen Landstrich. <«r an Reizen gewiß keinem Punkte der Erb« nachftebk, als eine große Terrasse, die in riesigen Stufen absteigt, überschaut. ES ist offenbar, daß hier die große Wasserströmunz. nachdem sie den Paß durch die großen Höhen so weit gebrochen, wie eS der granitne Stock des Brünigjocheö gestattete, ihren Weg nahm, und von ihr überall, wo ein nicht zu überwältigender"elsenriegel den vollen Durchbruch wahrte, ein See zurückzelaffeii wurde. Daher die vier Seen, einer tiefer als der andere gelegen. Bisweilen hat die Menschenhand ver Natur nachgeholfen, und den Riege! durchschnitten, wodurch daS Gewässer, eines SeeS in einen tiefer gelegenen Raume abgelaffen wurde. So rhat man mir dem Lungern-See. der daher einen-großen Theil seiner Waffermässc an den Sarner- See abgegeben, so daß die Lbrrfläche jeneüber 200' I niedriger ward und ein tüchtiges Stück reichen Wiesen-! landeden dürftigen Bewohnern abgab. Ueberhaupr besteht die große Schönheit der Schweiz in der Bereinigung aller Elemente, welche, die Herrlichkeit einer Landschaft bewirken. Die schneebedeckten Rieftnkuppen sind begrenzt von den grünsten, blumenreichsten ’ Matten, welche wiederum von der tiefen Schattinnig der ' Walker durchzogen sind; zu ihnen gesellen sich nun die vielen großen und kleinen Seen, und die zahllosen j Bergftröme und Gletscherbäche, welche tbeilS in den man- : nichfalligsten Wasserfällen. theilL in reißendem Laute daS ' ganze Gebirge beleben. Blumenlcsc. Auszüge von Erzählungen. Gleichnissen. Gedanken und Meinungen wie Erklärungen von Särriftstellen aus hebräische» Werken. , Don Joseph Rawicz in LreSlau.! Eine Talmudsteüe. r-3“2 S. 60. 1. Ein Schüler i ging hinter *C~* “2 rjcrac*'“ auf dem Markte in Zijon. j Dieser bemerkte an jenem eine Angst und machte ibm darüber Vorwürfe. ..Deine fürchterlichen Empfindungen sind : in dem Gesichte auSgedrückt; Du zitterst: nach der Schrift j zu urtbeilen zeigt dieses Sündbafligkeit. Sünder erschrecken ' in Zijon. Zesaja 33. 14." ..Steht denn nicht auch, Heil ' dem Menschen, der sterS fürchtend ist? Sprüche Salomos i 28. 14" engegnete der Bermabnte. ..Dort meint man in religiösen Angelegenheiten." Der große Meister Wessely l giebt sich Mühe in seinem .T27t m.zs rS beweisend zu rechtfertigen, woher eS zu entnehmen sei, daß in letzterem Verse von religiösen Angelegenheiten die Rebe. Ich erlaube mir hierüber folgende Erklärung. Die Furcht verräth ein boseS Gewissen. Keine schrecklichere Stunde, als die. da man wie von einem langen Rausche, von einer schweren Betäubung erwacht und sich in seiner ganzen Unwürdigkeil und riefen Verwerfung erkennt; dann flieht der lachende Leichtsinn, der sonst über das Verbotene scherzend hinwegführte. unv Muthlosigkeit und Verzagtheit bemächtigen sich der schaudernden Seele. Ein gesundes, keiner Schuld sich bewußte- Gemüth wird durch sich selbst mir allen Erscheinungen im Leben fertig und lernt seine Macht kennen, sie zu verwandeln oder zu ertragen. Der einzige Fall jedoch, wo Furcht lobenöwenh, ist der. wenn sie j auS der Beforgniß. Schwachheiten und Fehler zu begeben, entspringt; rrs rrm -a-Q «mrs. — Groß ist Kraft der Vernunft dieses himmlischen Lichtes in unS. ihr Blick aber nicht frei von Täuschung und Zrrthum. Unv weil der Mensch nicht über den Fall erhaben ist. darum böre er nie auf. sich gegen Verführungen der Leidenschaften und Umstände zu bewahren, daß er nicht verunehre seine menschliche Größe und Dortrefflichkeit. Allgemein« Zerrung de« Iudeukbüm«. No. 30. 1858. Leitende Artikel: Literarischer Wochenbericht. fleitunq«nachrichteu: Preußen: Berlin. Sobrrnbei». — Oesterreichischer Kaiserstadt: Prag, au- Galizien. — Großbritannien: London. — Türkei: Pari«. Abhandlungen verschiedenen Inhalt«: Rabbi Ioaatbao Eibenschütz. Eine biogr. Skizze von R. Gutmaun (Forts.) fl» ve.iede» dura, jede« Pr-Naml unv jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich » « THaler. Verantwortlicher Redakteur: K. Rabe. »en Baumg 2 rraer'« Bnchhandlang in Leiprig. — Druck von Alexander Wiede in keiprig.