Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 31 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Vvlksblatt. \ Zur ÄeleOrun^^nininleröaftung auf jüdischem Hebiete. '**£*» Mk* •*** '#* *■ ' ♦ftaul^fgebtn hob ftabbtncT* \t. Ludwig Philippsou in Magdeburg. 9m imÄ Bon thf«t 3 3rit(*r i «rf&eint »itenlllds »in« Mummet. #tei* kt« Iadtr~ * « , « tA , . >!t. M Ntlsävrii»?'/, Mgt. Ave Bucktzanklong«». BoSLmttr IO. 2. WlUfTfUl I un» 3« IUBa*<irt»iiionen ncbmcn Btittliunue» an. *- v ” D ’J f9to* Bl* 1858 1 1 **!»• . L -* un» 3* lUBa»«trr»iiicnen ■«bmcn Btiteliunae» an. Anwalt und Assessor. Bom Rechtsanwalt Dr. Ealm I. Heidelberg 184 >. 1. ..Glaube e» mir, Alerander, Du täuschest Dich. Jbr Juden SüdveutschlanvS seid bewegli her und leichtgläubiger als wir im Norden. Du verfemst die Motive und überschätzest die Wirkung. Man vlll Euch jetzt par korqe emoncipiren. Eure zweite Ka lieber 'muß den Muth zeigen, der Konsequenz ihrer Liber Wr ln » Augr" zu schauen. Sie hat sonst dagegen gestirnnk, durch absichtlich langweilige Debatten dieser An jelegenheit daöffentliche Interesse genommen, jetzt aber i m der Deutsch- Katholiken willen, um den Ruf der Libe alitär'nicht zu verlieren, wird sie unsere Sache vorrvört^^chfeben. damit sie für Anderes Platz finde. Witz täe Deutsch, Katholiken und gönnen — das wünschest pe'?lvr sich selbst. So wird eine großes edle Tirol; mit^stckl^rlbst Zweck sein sollte, zum Mittet stkrLbüdkv8i ^gt/^kDie Venige meinen eS auftlstHU Wt un-.*'<b4^'Velcker, Mitter maler. v ZH-'st^kl! st-ch"^Wm- Ankere. Dawird bei EuL^in-n'lRrOlüi ge^'knr Falle de- Gelingen-! Berichte, Dankdreffen. Zweckessen. Toaste auf die hochherziGeMam« er einekleinen deutschen Lande-." > ..Du wirst bitter. Moritz. Dein öerivuydet, Deine Gedanken sind trüb und' wiy^l^ öuft Deiner Vaterstadt. ..Wie die Herbstsonne auf den welket Blättern, auf vergilbtem Grase spielt, so yuk spielt die Freude in Deinem Herzen. Da Ist kein B^hen..kein Sprossen, kein Entgegenkeimest, da- Dorgesthl denahen Winterhemmt jede Regung -er Brust. Komm einmal mit mir nach Carl-ruhe. tztzre die Koryphäen un erer 2. Kammer — und Du wirst sagend eS ist etwa- Sroßeum die Freiheit eiueS DolkiS! Ich will mich der Bilder enthalten, der gewöhnlichen Declamatioaen. aber wie dafreie Wort, alich ezum ersten Male hörte. in meine« Herzen zündete, da war emir, als müßt« ealle» Menschenleben so ergehen, al» müßte ich diese heilige Gluth ewig bewahren. „O schöne- Vorrecht der Jugend, am Edlen und Wahren sich zu begeistern, dawir mit keiner Erfahrung und Ueberlegung de- Alter» zu tn un» beeile» mögen." Die beiden Freunde waren im Gespräche an da» niedrige SteingejmLuer eine- Weinberge-, hart unterhalb de» PhilosophenwLge» angekommen. Ewar. von Epbcu umsponnen, von NußbLumcn beschattet, ihr Liebling-fleck. Wie auf Verabredung setzten sich beide nieder, da- Schauspiel de» Sonnenunterganges zu betrachten. Wäre e» auch möglich mit Worten zu malen, ^ch könnte Dir, Leser, da- Bild dennoch nicht wiedrrgeben, wie r» die Abendsonne im tausendfarbigen Reize den beiden Freunden verklärte. Was könnte die Wonne ersetzen, die Dein Auge hier einsaugt, wohin e» sich wendet. Die Sprache Ist nur ein Schatten diese- Leben»-. Welcher Pinsel malt die goldigen Abendwolken, dir, wie Eugelkdpfchen durch- Aerhermeer ziehen, bald' hier sich zerstreuen, bald dort sich küssen 1 Der Neckar, flaouueub in Purpur biangehaucht zum schwächsten Roth, die Vogesen und da- Häkdtgebirge am Wolkeasaume recht», im dunkeln Blau , scharf hervortretend, da» zauberische, städtereiche Thal umsäumenv — die Stadt in den gegenüberliegende» Berg wie hineingedrängt, in der Abendsonne glitzernd, — bie und da erglänzt eine Villa durch Mandel- und Kastanienbaume hervor — link» am Abhange der Berge da» terrassenförmige Ziegelvausen mit dem Nonnenstisr — vor Allem die Schloßruine in magischer Erleuchtung, ein südlicher Himmel, lieblicher Gesang der Vögel, da» Rauschen de» Neckars, daß Plätschern der Ruder — in weiter Ferne die Rauchsäule de» Kampfwagen-, der Mond, da» Auge der Nacht, schüchtern im matten Scheine über den Gipfel de» Heidebergefugend, über den Fluß getragen-daersterbende Echo lieblicher Musik von HtÜckgarren her — o dasind nur matte Reliquien und Reminiscenzen ander Fülle der Lebensfreude, die ich selbst zu wiederholten Malen beim Anblick deprächtigen Sonnenuntergangzu Heidelberg gebossen habe, dagieht die Gefühle nicht wieder, in denen die beiden Freunde still und ruhig schwelgten. So saßen sie schweigend, bilanggedehnter Berge-schatten den Fluß dunkelte. Der Jüngere, Alexander, unterbrach endlich da- Schweigrn. ..Sieh, Moritz, Du willst unmorgen verlassen, es zieht Dich wieder nach. Berlin. Gedenke in der Fremde dieses Abend». Du schwätmft ja für Preußen und hoffst nur von ihm, als de« größten deutschen Staate. wahrhaft. dauernd Ersprießliche» für unsere I Glaubensgenossen. Eine badische und hessische, eine! braunschweigische und anhaltische Emancipatlon hast Du