Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 23 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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S2 . tic Könige fetxifri, so roicfi man von dem gnrotjilidiJ-n Gebrauche afe, intern man ifcnen Gräber in der Mitte der (gut: Jerusalem auf dem Berge Zion gewährte. Der Propber Samuel batte eine ähnliche.Auszeichnung, denn er ward in Rama in seinem Hause begraben. Die Hebräer batten, wie eS scheint, allgemeine Kirchhöfe nur für die Leute des niederen Volkes und die Fremdlinge; aber alle 'Gräber waren unverletzlich und -eS war eine schreckliche Entheiligung, die Rübe der Tobten zu stören und ibre Gebeine aus ,bren Begräbnisstätten zu rieben. Seitder ältesten Zeit stellte man auf die Gräber, steinerne Monumente. Der Patriarch Jakob errichtete ein solches auf dem Grabe Rahels^ Diese waren gewöhnlich einfache Steine, zuweilen, mit einer Inschrift geschmückt. Hohe Personen zeigten einen gewissen Lurus ,in der Erbauung von Mausoleen. Einige ließen sie sich schon bei Lebzeiten bauen, wie wir eS bei Absalon und bei Sebna finden. Man knüpfte spater eine große Wichtigkeit an die Erbaltung der Gräber der.Propheten und anderer durch ibre Frömmigkeit berühmter Männer; sie wurden von Zeit Zeit wieder ressaurin. Wir müssen noch bemerken, daß die Religion sich eben so wenig in die Begräbnisse und Trauer als in die Hochzeiten einmischte; wenigstengab eS keine durch bas Gesetz befohlene religiöse Ceremonie, obwohl gewisse Beobachtungen eristirien. die durch den Gebrauch geheiligt waren. Die Grabgesänge von Flöten begleitet, welche in dem Trauerhaufe während der Vorbereitungen zum Begräbnisse wiverdallten. tönten noch fort während beS LeichenzugeS und d/s Begräbnisses. ' ES scheint als ob eS geheiligte Gesänge gegeben hätte, die. nach den Umständen. mit den Dorten begannen: „Ach. mein Bruder! Ack, meine Sckwester! Ack, mein Herr und ach. sein Ruhm! u. s. to." -f (Schluß folgt ) Die Juden in Portugal. DaS Jabr 1821 bar die Inquisition in Portugal abschaffen seben; seit dieser Zeit sind die Israeliten indem Lande als Fremde geduldel; eS giebt deren in Lissabon ungefähr '2000-, üe baden drei Synagogen, deren eine ein prächtiges Gebäude ist. Eine .große Anzahl-find von Gibraltar nnk den Barbareskenstaaten gekommen; andere von Frankreich und England. Die ersteren tragen noch bei einigen Gelegenheiten baS orientalische Costüm, und sind in ununterbrochenem Verkehr mit den BarbareSkenstaaten. Die. welche ursprünglich von Gibraltar sind, ^nd bei dem Handel mit Ostindien inleressirt. Die Israeliten von Rio-Janeiro sinv Emigrirte von Lissabon. In' gleicher Weise bilden in Oporto einige^ jüdische Familien eine Gemeinde. Alle gehören dem Sephardischen RituS an. Unter der gegenwärtigen Regierung setzt man dem Aufenthalt der Juden in Portugal kein Hinderniß entgegen; im Gegentbeil zeigt sich der König günstig für sie gestimmt; er hat gesagt, von den Verfolgungen. denen sie ausgesetzt gewesen, sprechend: ..es gälte da einen Flecken auS der Geschichte des LandeS zu verwischen. (Isru^Ute.) Seil! ra« Heil dem Menschen, dem seine Eltern schon Glück bereiteten! Heil dem. der einen Nagel hat, etwaS daran zu hangen. <Einc Stütze.) fJerusck. Derach. 19. 1.] Herl dem Menschen, welcher in seiner Versuchung besteht. sSchemoth rabba 113.] Heil dem. welcher sich fügt wie ein Ochs dem Joche, wie. ein Esel der Last und wie eine Kub, die auf dem Fe^de den Pstug ziebt. sJalk. Nizabim.] Heil dem Menschen, dessen Todesstunde gleich seiner Geburtsstunve ist. sMidr. Kah.j Heil dem. welcher Buße thut, so lange er Mann ist. sJalk. Theb.] Heil dem. der feine Eltern in einem löblichen Berus steht, webe dem, der seine Eltern in einem schimpflichen Beruf sieht. sKidduschin 82. 2.] Wehe! 'ix Webe dem Zeitalter, welches seinen Führer verloren bar; wcbe dem Schiffe, welches feinen Steuermann verloren bat. fJalkut 110.] Wcbe dem Zeitalter, welches seine eigenen Richter richtet. sJalkut Ruth.] Webe dem Teig, gegen welchen der Bäcker selbst zeugt. sBamidbar rabba.] Webe der Herrschaft, welche ihre Träger begräbt. sJalkut Jeschaj.] Wehe den Alten, denen im hoben Alter ihr HauS zerstört wurde. fJalkut Echab.]- Webe den Menschen, welche sehen, ebne zu wiffen. waS ne seben, welche steben, ohne zu wiffen, worauf sie , stehen. sEhagiga 14. 2.] * Webe dem Könige, welcher in seiner Jugend glücklich, in seinem Alter unglücklich. fJalkut Echah] Wehe dem. dessen Fürsprecher sich in seinen Ankläger verwandelt. sJalkut Jeschaj.] Allgemeine Zeitung deS JubenthumS. No. 22. 1858. Leitende Artikel: Großbritannien. — Die preußischen Wähler israelitischer tzousession. — Literarischer Wochenbericht. Z «i t u llg - u a ch r i ä, t e a. Deutschland: WormS. Preußen: AuS Schlesien, aus Schlesien. Berlin, Dreschen, audem Posenschen. — Tie Schweiz: Ober-tzudingen. — Rußland: Petersburg. — Persien: London. Zu betteben durch jeder Postamt und jede Buchbandluug. Jäbrlich 3 Tbaler. vierteliäbrlich '/. Thaler. Verantwortlicher Redacteur: K. Rabe. Verlag von vausgärlrer'« Buchhaudluug in Leipzig. — Druck von Alexander Wiede i» Leipzig.