Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 21 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. I 3ur Belehrung uni) Unterhaltung auf jüdischem gebiete. HerruSgegebev vo» Rabbiner Vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. 4imcl]i$rtg?>/, Mar. MD« »ud'lunNnnatn. rA\. a« ansß i vcn ritirr {jr [So, 21.18s8 j rd.r Bon kin'rr Akltsä>risr erltrinl »t^rnUlck »in» Ru»m«r. und zritunatekvrkmonrn aedmra Erftrllungrn an. Prei« t<» 3afcr« ■titfiUmirt [5. <3atirg. 2, ffin«rt*l.] Das häusliche und gesellschastliw Leben der alten Hebräer. von S. Munk.') A. W o h n u n g e u. Zelten, die denen der Die aren. Die Patriarchen der Hebräer wohnten in der Form und Einrichtung nach, ohne Zweifel arabischen Beduinen unserer Tage ähnlich n Zelldecken von schwarzem Tuch auS Ziegen raar finden sich schon in einer Stelle de- Hohen Liede l angeführt und geben zweifelsohne noch .weiter zurück. Die Zelte sind gewöhnlich in zwei oder drei Zimmer g theilt. und danach hinten zu tfl für die Frauen best mmt; aber die Frauen der Patriarchen wie die der reichen Emire hatten ihre besonderen Zelte.! Seit ihrem Einzug in da- Land Canaani gaben die Hebräer da- Nomadenleben auf und ließen sich in wohl» gebauten Städten nieder, die sie dort in großer Anzahl trafen, und die rheilweife schon in den Zei en der Patriarchen eristirten. Wir wollen einige Deta lS über die Städte der alten Hebräer und ihre Häuser sammeln, die undie Bibel liefert. Die eigentlichen sogenannten Städte waren immer befestigt durch Mauern und größtentheilS auf Anhöhen gelegen. Auf dem Lapde gab eS auch offene, weniger wichtige Wohnungen. Burgen und Dörfer, die man auch die Töchter der Städte^ von denen sie abhingen, nannte. Wir kennen die innere Einrichtung der Städte sehr wenig; die Straßen itzi Allgemeinen waren wahrscheinlich enge, wie im gaffzen Orient, aber eS gab auch hier und da breite Sraßeni. wenn man von dem hebräischen Worte Rehob (abgeleitet von dem Worte Rahab, breit) schließen soll, welches den öffentlichen Platz, der aber oft den.Begriff ..Straße" hat. bedeutet. Di» breiten Straßen waren wahrscheinlich mit Buden und Bazarbesetzt, und trugen von der dort vorzüglich betriebenen Zndustrie entlehnte Nanzen; so wird;. B. im Zeremia» der Bäckerstraße in Jerusalem erwähnt. Die großen Plätze, cho die öffentlichen Versammlungen gehalten wurden, die Tribunale und Mark« waren an den Thoren der Stadt gelegen. Diese Toore mußten gewölbte Gänge von einer gewissen Tiefe bilden, denn sie waren von eine» Gebäude übersetzt, untz oft an den Seiten mit Thürme» versehen. Ein besonderer Wächter, genannt Scho^r, hatte seine Wohnung dort! Die Bibel *) Munk, Palestiue, S. 36L. bietet unS keine Spur von Srraßenpstaster; wir wissen nur. daß spater, zur Zeit von HerodeS und seinen Nachfolgern, eS in Palästina gepstasterte Straßen gab, und eS ist möglich, daß daS Pflaster vor dieser Zeit bei den Bewohnern Palästina'- gebräuchlich war. wie bei den Phöniziern. Jede Stadt hatte Cisternen und öffentliche Brunnen; di» großen Städte hatten . Wasserleitungen. Die Namen der Städte hatten im Allgemeinen eine sehr bestimmte Bedeutung, von her geographischen Lage deS Orte- oder irgend einem andern Umstande hergeleitet. Die Häuser waren von Thon, von Backsteinen«, oder von Steinen gebaut. Wadie Häuser der GroßelAund die Paläste betrifft, so verwandte man große behaMne Steine und oft settfld Ümiw dazu. Al- Mörtel ver- > wandte man vielleicht bfter den ASphatt; aber gewöhn- I licher noch Kalk und GvpS. der arffb als Tünche oder j Pewurf diente. Die Mauern der großen Häuser waren mit rother Farbe angestrichen. Zum Bauholz bediente man. sich gewöhnlich der Sycomore; die Reichen verwandten auch Cypreffen-, Akazien-, Oliven- und Eedernbolz. Sandelholz, dawahrscheinlich auS Indien kam, wurde nur zu LuruSmeubelS verwandt. Wir können auS der Bibel nur sehr wenigen Nachweis über die Form und die innere Einrichtung der Häuser entnehmen; die Hinweisungen, die wir hie und da finden, betreffen vorzüglich die Häuser der Reichen I und die Paläste der Könige. Die großen Häuser bildeten gewöhnlich ein Viereck, in der Mitte einen Hos einschließend (impluviuto) in welchem sich ein Brunnen oder eine Cisterne befand, und wahrscheinlich auch ein Bassin, öfter zu Bädern dienend, Um daS Gebäude lief gewöhnlich ein Porhof von einer ibn umfassenden Mauer verschlossen. DaS Gebäude war in mehrere Stockwerke abgetheilt. Der Palaft Salomo- B. batte deren drei; daß HauS der Rahab, und daS. welches David bewohnte, ehe er König ward, batten mindestenein Stockwerk über dem Erdgeschoß. Die'Dächer waren flach, so wie man sie gewöhnlich bei den Orientalen sieht, und nur gegen die Mitte zu ein wenig erhoben, um da- Regenwaffer abfiießen zu lassen, dadurch Rinnen abfloß. Um diese Dächer zu decken, bediente man sich wahrscheinlich der gebAnnten Steine oder wohl auch, wie im modernetr Syrien, einer Mischung von Steinen. Kalk. Sand und Asche. Dabescheidene Dach deö Armen war nur mit einer sehr soliden Erddecke, auf welcher man oft einen, kläglichen Rasen hervorspri^en sah. bedeckt. Die Dächer., entweder in Platfonn oder Terrassen gebaut, konnten zu-