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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 16 (1858) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
16 (1858)
Date
1858-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksvlatt. Zur Belehrung und Unlerhattung auf jüdischem Hebiete. Herau-gegebe« »on - » Rabbiner Ür. Ludwig Philippsou in Magdeburg. -4 A 4A»r -■ diesrr Zelikckris' »rl b IRo. 16. 1858.] —*' »kSrÄt Bon tief« 3nt((feTif> »itniHM» eine Sonmtr. *r«W le« 3abr*i rig T/j War. «de vuckd.nkluogen. Poüäanrr rrrtMtiautn atkmtn Ve-e0nngen an. [5. Mrg. 2. QBiwrtaL] Analekten. (öntnommen auf dem zweiten Theil der Geschickte des Juden« lbums und seiner Seelen von De. Jost, der unt«r den diesjährigen Schriften des Instituterscheint) Hl. Maimonide- Rambam. geb. 30. Marz ljl35, gest. 13. December 1204. (Schliß.) In seinem Wirken als Rabbiner zeigte Raimoni überall ein gesunde- Urtbeil und eine gewiss, freie Bewegung da, wo die Gewohnheit Schwierigkeiten darbietet, welche nickt jeder au-zuebnen wagte. So z. v. wandte sich ein Proselyt au- Palästina an ihn mir der Frage, ob er, der Abkömmling fremder Völker, wohl > nt Ander« oder auch für fich allein au-sprechen könne: l,.Der Du uns geheiligt, oder unauSerwahlt, oder unfern Vor» fahren daverheißene Land gegeben hast." und ähnliche Formeln. Maimonl steht nicht an. di« Frhge za bejahen, indem jeder Proßelvt ausgenommen ist in den Bund Abraham-. und dadurch ganz und g^r zu den Nachkommen Abrahamgehört. Selbst am Aü-zug au- Aegypten, sagt er, hat der Proselyt seinen Ancheil. denn der eigentliche AuSzug ist die Geschgebung und Befreiung vom Götzendienste. Schon die alten Rabbßnen seien übrigenbeim Segen über die Erstlinge dieser Ansicht gewesen. — Derselbe fragte ihn auck über hen Sinn de- Spruches, Ehen und andere Bestimmuagin werden nach Willkür von oben beschlossen. Maimoni erklärt ihm. er solle sich an die unumstößlichen Grundsätze halten, wonach allgemeine Gerechtigkeit und Vergelte g in der Welt herrscht. Wenn sich gegen solche Grund ätze Aeu« ßerungen eine- Propheten oder Weisen im Widerspruch fänden, müsse man annehmen, sie enthalten einen besonder» Sinn. — Derselbe wendete sich an ihn um AuS« kunft über eine Bemerkung, die er gemacht, daß die Mo-lemen keine Götzendiener seien; weswegen sein Lehrer ihn einen Thoren genannt habe, welcher eine Zurechtweisung verdiene. Maimoni antwortet: ..Allerdings sind die Mo-lemen keine Götzendiener, da sie die Einheit Gottebekennen, wenn sie auch Gebräuche üben, die auden Zeiten de- Götzendiensteherrühre«. Diese haben ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Der Lehrer aber, der seinen Scküler so hart ansährt, hat sich schwer versündigt, zumal da da- Gesetz sagt: Ihr ifoOt den Fremdling lieben. Ein Fremdling, welcher Date^. Mutter und Verwandte verlassen! Hot, um der bessern Erkenntniß zu folgen, ist wahrlich nickt ein Thor zu nennen/' Wir übergehen dir zahlreichen Gutachten und die Briefe ans einzelne Mänster. welche da- Leben Maimoni - auszetcknen, ohne der Religion-geschichte bedeutende- Licht zu leihen, um auf dä^ dritte Werk zu tzommen, welcheden Höhepunkt seiner Geiste-thitigkeit charstellt und über alle seitdem verstrichenen Jahrhunderte seinen Einfluß geübt hat. Da- Buch: Der Führer der Irrenden (»der der Verintenf, arabisch Delalath al Hairin, womit Maimoni den Kreis seiner ReligivtzSschriften abschloß, hat eine so durchgreifende Berhhmthett erlangt, , daß wir enur zu. nennen brauchen, um diehöckst merkwürdige Denkmal seiner Wirksamkeit in seiner ganzen Größe der Erinne. rung vorzusübren. In der Geschichte de- JudenHumnimmt eeine bedeutende Stell« ein. denn ewurde zur Quelle nicht nur au-gezeichneter Belehrung, sondern auch geistiger Sttettigkeitze«, bitterer Verfolgungen und innerer Zerrüttungen, tyet Sieg, den eüber alle Anfeindungen endlich davontrug. ist ein wahrer Triumph der Wahrheit, wie wir im Fortgange der Geschichte dar-- stellen werden.! Maimoni schrieb nickt. wie fast alle seine Vorgänger, Erklärungen zurj btiligen Schrift. Er wußte, wohl, daß seine Anficht von dem geistige» Inhalte gegen die Meinungen aller Zeitgenossen in hohem Grade vnstoßea würde. Sie stand der Lebrweise der alerandriniscken Sckuie nabe.. Der Wortfinn war ibm nicht da- Wesentliche, sondern die beständige Darstellung de- Gegensätzezwischen Himmel und Erde, Sittlichkeit und Sinnlichkeit, Geist und Körper, böherm und 'mederm Stroben ist bei ibm der Kern der Offenbarung, daeigentliche, Geheimniß, dasich in die biblischen Formen bullt. Pharaoh ist ibm da- Bild, debösen Triebe-. welcher über Israel, den gesunden Verstand, Herrschaft erstrebt. die Aegypter sind der Leib, dazu verwendet; Mofeh dagegen ist die göttliche. Vernunft, über welche er keine Macht übt. Moseh und Ahron sind ein-, nur daß jener die geistigen, dieser di» irdischen Kräfte Jftaelaufregt. Die Könige au- David- Hause sind Bilder demit dem Göttlichen verkehrenden Verstände-, denen andere von Sinnlichkeit erfüllte gegenüber stehen. Saul und David sind einander feindliche Gegensätze; ebenso Samuel und Saul. Der Tempel und seine GerSche find Sinnbilder zu gleichem Zwecke, u. s. w. Maimont deutet alledienur an. im Uebrigen auf Aben Ezra

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