Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 15 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4908862-5999346-6000836--1076-4909699- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jüdisches Volksblatt. Zur ** Belehrung uni) ttntfcröuftung auf jüdischem ^etziele. HerauSgegebe» »o, >» . Rabbiner vr. Ludwiß PHUippso« in Magdeburg. r«n «OSO 1 *on tiefer 3rilfd)rifi <rfdwint vtftentUA ein* Kammer. «teil te« rP- * ■ I-Al ü. I A. R8Ä8. I «-»n«« 1 Ldlr. «ierr* «ädrig T/, K>,r. Mi *utf>b4nMuRjen. -Ueftamier I {). jfillffL /, Blllftil I *- -• unt-^*>iuja»*rrekiiion*n nehmen CeteQnngen an. i *- C " H "**J Analekten. (Ontnommen aul dem zweite, Theil der Geschichte de» Judenlbua« und seiner Sekte, voo ve. Jost, der unter, den die», jährige» Schrift«, des Institut» erscheint.) \ JIL Maimonide» Rambam, geb. 30. März 1135, gest. 13. December 1204. tSvrttetzNW,.) Ein tiefer Ernst ruhet auf dem ganze» Buche und die volle Neberzeugung von den Wahrheiten ^der Religion durchdringt den Verfasser. Unschätzbar ist ich dieser Hinsicht der Eingang.' welcher die Gruublehrs» bespricht. Die Einheit und Unk-rperlichkeit Goste» wird auf Naturkunde und die älteren Religionsquellen z^rückgeführt. Die bildlichen Redeweisen werden wie bei ^den Karaim erklärt, und eS ist bedeutsam, die ganze A»»druck»weife derselben hier wiederzufinden. Die bekannt« Stelle, wo Moseh betet: Laß »ich doch dein, Herrlichkeit sehen, wird erläutert: Mofeb wollte dagöttlich^ Wesen in feiner vollen Abgezogenheit (Abstraktion) in Ich erkennen. ES wird ihm aber die Antwort erlheilt, e n lebendiger Mensch, gemischt mit Körperlichem, sei nicht ähig, solchen erhabenen Begriff zu fassen, wie man et oa auS der Rückseite einekörperlichen Wesens auf deffey Vorderseite schließt. Auf Gott sei nicht» anwendbar. waS vom Menschen gilt. Derbiadung und Trennuntz, Ort und Maß. Aufsteigen und Absteigen, Recht» und Link». Dorn und Hinten, Sitzen und Stehen, auch nicht Zeit und Zahl, oder Veränderung, al»: Tod und Lfben, Unverstand oder Klugheit. Schlafen oder Wachen, Zorn, Lachen. Freude. Traurigkeit, Schweigen und Sprechensnach menschlicher Weise. Wa» also der Art vorkommt \ ist bildliche Redeweise. — Die Liebe zu Gott und die Ebrfurcht ,or ibm gewinnt der Mensch au» der Betrachtung derj unendlichen Wunder seiner Schöpfungen. Letztere theile Maimoni von dem Standpunkte seiner Zeit au» in drei Arten: Vergängliche Körper, unvergängliche Körper (die Sphären und Himmel»kugeln) und unkörperliche (Entgel). Wenn den letzter» körperliche Eigenschaften zugeschritben werden, ist e» immer nur prophetische Dichtung. Sie scheiden sich durch Grade ihre» Wesen», deren zechn angeführt sind. Die unterste Stuf« bilden die, welchr den Menschen sich mitcheUen, dir höchste aber ist imcher noch unendlich fern von der vollen Erkenntniß Grttte». welcher sich selbst erkennt, aber nicht al» außer sich seienh. sonder« als »»mittelbar «it seinem Wese, ein» uitd dasselbe. Er ist da» Erkennende und da» Erkannte und di« Erkenntniß in sich vereint. Dieser Begriff selbst ist de« Menschen unfaßbar, daher Alle», wa» u» den Hierher gehörigen Begriffen gerechnet wird, nicht gelehrt werden soll, al» höchsten» einzelnen sehr fähigen Köpfeü, und auch nur durch Andeutungen. — J Betreffend die Sphären, so theilr er sie in nesin über einander, die Erde in der Mitte, nach^ damaliger! Raturkunde; die oberst« ist die, in welcher die zwölf Stern» btlder sich befinden Merkwürdig ist seine Behasiptung, daß alle Sphären und Sternbilder. Leben und Bhwußtfetn haben undVott sind sich selbst sind die Estgel erkennen; ihre Erkenntnis ist geringer al» die der Engel' und stärker al» die der Menschen. Sie preisen dse Gottheit (offenbar au» den Psalmen entlehnt). — Die-Seele^ der Menschen hastet am Körper. ist!aber selbst uukörperlich und bildet sein We-fen, bleilsi daher nach dem Verfall de» Körpers selbstständig. Alle Lehren, welche diese Punkte; heißen Paradies (vnnr) oder Geh elmlehre, welche auch die tüchtigsten Geister nicht vollständig.durchdringen. Jndeß muß der Mensch sich dlirch die nur den untersten GradLer Weihe ht ltchsten höher» Erkenntniß vorbereilen. Ausführlich spricht Maimoni über und die sittliche Zurechnung. ..Jed volle Freiheit, den güte. Weg einzus zu sein, ober böse Wege zu gehen uudjschlecht zu werden. Laß dich nicht dön Thoren bereden, daß Gott voraus» bestimme, wer gerecht, oder böse sein solle. Wer also sündigt, hat sich'» .selbst zuzuschreiben j und kann nicht» Beffere» thun. al» schleunig amzukebren. Der Glaube an die Allmacht und Allwissenheit Gottes wird dadurch nicht beeinträchtigt, vielmehr bat Gotte» Allmacht die Freiheit dem Menschen zuertheilt und seine Allwissenheit kennt feine Wahl, ohne sie zu lenken. Do», ist allerdings dem Menschen nicht recht begreistich. aber die Gedanken Gotte» sind überhaupt unerforsiblich. Ueber die f Willensfreiheit dt» Menschen in sittlicher Beziehung darf kein Zweifel obwasten." Innige, austichtige Bekehrung, nicht etwa blo» in Htnficht äußerlicher unsittlicher Handlungen, sondern auch der Gesinnung, ist da» wahre Heilmittel gegen da» Uebel dir Sünde; ja[ wahre Bekehrung ist ein hohe» Verdienst / weil sie von Selbstbeherrfchung zeugt. Da» ewige Lebe«, eine Seligkeit ohne Nebel, erläutern dienen. rfetzübungi welche eilt, sich zur mög- )i< WillenSsteiheit Mensch hat die Nagen und stomm