Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1858)
- Issue
- 13 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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- Tunis 2× ep/1048155
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S1 und den Anglo-Franzosen in dieselbe Zeit fällt, erinnert nur zu deutlich an die Blut- und Greurlscenen, die ehe. malden Abmarsch der Kreuzfahrer nah dem heiligen Lande bezeichneten. Auf einem ankeren Punkte deS Orients, wo die rerrogaden Ideen und die neuen Principien feil einiger Zeit einen hartnäckigen Kampf bestehen, scheinen die letztem entschieden obzufiegev: wir sprechen vo r Tunis. Die durch Vermittelung unserer Gesandtschaft der Civilisation gemachten Zugeständnisse werden dort noch und nach zur Wahrheit und die Hinwirkung deS ehrend isten Beispiels, das wir geben, muß unwiderstehlich sein, s^wie die Gleich, achtung aller Contessionen von Seiten Frankreichs, sei eS in seinen Besitzungen von Algier, sei es durch daS Organ seiner diplomatischen Agenten einen! gleichen Erfolg baden muß, überall, wohin sich der Einguß unsere- Na. menS erstreckt.' Bei, dem schönen Feste, daS Herr Leon Rocbes. der Generalkonsul zu Tunis, qm 12. Januar gab. sah man mehrere Israeliten im Die regierunz mit ihrer großen Uniform bekle um der ste der Local» der. Man muß so sorgfältiger Lbnlick^Züae hervor eben, als auf andern Seite von unMn Afrikanisch rn Besitznugen ganz rnrgegeugesetzte Verirrungen sortwähreid vorherrschend zu sein scheinen. Nach einer von Herri «Gotte in der Revue contemporaine über diesen Gegen lanb gelieferten Arbeit, sind die Israeliten durchweg in Kgrocco verachtet. und doch sind sie dort zu gleicher Jfcit die unem» behrlichcn Agenten in allem Verkehr; sie^allein sind nur ini Stande. Handwerke zu betreiben, zu fabrikiren, zu bauen und zu weben, lauter Beschafliguno en. welche die Muselmänner durchaus verachzpn; der Kail er selbst könnte sie nicht entbehren für die Steuereinnabme i und zur Der^ Mittelung mir den Christen; nichtdesto »reniger sind sie Sclaven. jeden Abeud eingeschlossen in in besonderes Viertel können sie nur nach Sonnenaufganj in die muselmännische Stakt eintreten, wo sie ihre Bo> tiquen haben; ibr Viertel heißt Mellah, was „Derdammniß" bedeutet. Nur zu Tanger eristirt nicht solche- Viertel wegen der Anwesenheit der Consuln, Die Juden sind gezwungen sich schwarz zu kleiden, eine verabscheute Farbe; wenn sie vor einer Moschee Vorbeigehen, oder einem Marabout begegnen, müssen sie ihr« Schuhe ausziehen und sie in der Hand halten, bis sie an der Moschee oder t em Marabout vorüber sind. Beim geringsten Anlaß werden ihre Frauen öpentlich von einer eigenzu diesem Amte I estallten Ma, roccanerin ausgepeiischt-, die niedrigsten mau ischen Kinder mißhandeln die kräftigsten unter ihnen auf die barbarischste Weise. Wir übergehen eine Menge nicht ninder betrü. bender Einzelheiten; der christliche Schriftj eller,*»her sie uns liefert, indem er der Resignation der * uden Gey^ ngkeit widerfahren läßt, bezeichnet ihre tieft Anhänglny» keil an ihren Glauben, sowie auch den Grad ihres Aberbäude durch GaS erleuchten lassen, und haben zu diesem Zwecke 9 Kronleuchter für 6500 Thaler bestellt. Anlage und Antwort. Rabbi N. 9l.j Ich wurde von mehreren hiesigen Ge> meindegliedern angegangen, bei Gelegenheit der Nomenserlheilung eineneugebokenrn Mädchen» eine würdigere Weife als die bisherige im Tempel einzuführen, es soll nämlich daS KinÜ'iu den' Tempel gebracht werden und dort den Segen erhaltest u. f. w. Stimmen Sie mir dieser Neuerung überein? Wie und auf welche Weise soll dies geschehen? — Antwort. Die bisherige Form bestebt darin, daß j bei dem ersten Sunag.ogenbesuche der Mutier nach ihrem Wochenbette ein rm acheberacb (Segensspruch) gesprochen wurde, in welches die Namengebung eingefügt ward. Allerdings ist bekanntlich daS Hersagen der rai acheberacbs bei der Menge. derselben durch die Vorbeter zu einem unverständigen und. verstandlosen Geplapper ent. artet. Eine Verbesserung deS -herkömmlichen Gebrauchs würde demnach darin bestehen,- diesewi acheberacb, welches doch scH^i. dfr Synagogennaman wegen,'nicht entbehrt werdemMkn», in würdiger Wrise zu sprechen, oder dem Rabmnm zu überlassenes zu sprechen, der dann einige paffestde-devtsche Geoet» und SegenSworte hinzufügen kann. Jn«S^Lgdebbrg. wie in vielen anderen Gemeinden, geschieht dienach dem Schluffe de- Gebetes für König und Vaterland. — Da- Bringen deS neugeborenen Mädchen- , in den Tempel können wir durchaus nicht anrathen^ ersten-. wti! in ungünstiger Jahreszeit daS TranSportiren.eincS Kindes in so zartem Alter nach der kalten Synagoge der-Gesundheit jenenachtheilig sein kann, zweitens,i weil der Gottesdienst dadurch unter, brochen würde. — Will man »aber eine unmittelbare Handlung vornehmest. so kann der Rabbiner in Begleitung der übrigen Cnlrusbeamten nach beendigtem Gottesdienste sich nach bt4i betregenVen Hause begeben und dort über da- Kind mit einer »gemessenen Ansprache an die Versammelten dami st-heberäch einschließlich der Na« mengebung und 'mit Gebet und SegenSwort vollziehen. glaubens; er zeigt sie im Widerstande gege t den Druck. vermöge der Ueberzeugung. die nichterfchi ttern kann. Indien. Calcutta. im Januar fjcw. Chron.) ist hier eine neue Synagoge erbaut worden. welche mehr als eine Viertel Million Thaler gekostet ha!; die Hälfte dieser Summe wurde von Herrn D. S. Ezra, und die andere von Herrn Ezechiel Judah. dessen Sölnen und sechs anderen Personen gegeben; diese Herren willen da» Ge- Die Geistesgegenwart eines ungarischen Juden. f; r Bon I. Kosennieyer. '1 Ein reisender Jftaelit wurde vor wenigen Tagen aus seinen Streif- und O-uerzügen von 4 Räubern unweit Szendr» Lad übersalltn. Beherzt setzte er sich zur Wehr, und alS einem äußeifiArLftigeu Manue-gelang es . ihm. . drei der Räuber niederzuschmetterw, woraus er den vierten .Mein» Kraaen. faßte7»lNis seinen Wagen htnauftiß und in j^Uem M7pp davon jagte, um seinen Arrestanten, der. ein berühmter Räuber sein soll, der Gerechtigkeit zu übergeben. j