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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 8 (1858) · p. Seite 32

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
8 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 32 (sequence 4)
Language
German
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.Äopfc, — gut, so geb' ich zum Pastor Gerson. er kann mir Bescheid sagen! Das Weib stand auf. wie zum Fortgehen bereit, mechanisch faßte ihre Hand die Klinke der Tbür. ,Dist Du ron Sinnen." sprach der Rabbi und zog ste zurück. Ware Gott nicht mir Dir gewesen auf Deiner langen Wanderschaft, mitten durch KriegSborden und Rauberbanden. ich würde Dir selbst die Tbür meine- Hauses weisen unk zum ersten Male einer Obdachlosen die Staue des Unterkommens verweigern. Wiste, mich verfolgt die Wulb Deines Mannes, weil ich wider seine Schmadungen unserer beilig'en?lltligion gesprochen babe/es schwebt über mir und den Mernigen die Geiabr des llnbeilS von seiner '>anr. aber bleibe bei mir. Dein Erscheinen ist ein Fingerwichen t^orres! Ich dabe Dich me zcieben. dennoch glaube ich Dir, ich kc^ne Deinen Sobn nicht, ich werke ibn arrfnnNi^ Bleibe Du bicr. zpstcge der Rübe, stärke Deinen Leib durch Speiw und Getränk und stelle daS Weitere dem. Herrn anheim. ' Du weißt nicht, daß ^ein Mann wieder verbeirarber. daß seine Frau die Tochlej d.cs Sraklschreibers Halidr ist, der die Protokolle des reinlichen Gerichts niekcrschreibi? 'Willst Dlt. wie ein Hund ans dem Haufe des Pastors gestoßen, 'willst Du nackt.aus der Stadt gepeitscht werden. unter den« Hobnlämcln des Pöbels und dem Ge-" .achter der Frau Pastor tpir ibrer Kinder? Bleib.- die Nacht bringt guten Ratbi bllab unr Bräuncke. zicbr >>'uch zurück mit kein Wnbe in die hinterste Stube des rintern Geschosteö. gebt ihr Speise und Trank, bereitet rbr ein Bett, steckt aber kein Licht an. Argwobn und Tücke umschkeichtn mein Htns. von den boden Bäumen -des Waldes siebt inan über die Stadtmauerbinweg in jene Stube. Ich will berrn zum tt'orr der Ralbschjäge. er wird nur den Gedankeff der?1iettung -eingcben. Cllab ' rgrist >ann di< Hank der Fremden. d!c.rbr. rubig, wie willen- und thkilnadmios folgte. Brauncbc u »ä'üncltf mit den^ Korse und ging nur ungern mit. Sie kentere mit der Hank nachder Stirn. alS t'eble cs da der Fremden und nabm eine llpine Tcstllab aus dem Schranke unk sing. indem ne den beiden Frauen langsam, folgte, '.aur an daö Kric Schmg' zu beten, wie um die bösen Geister der Rächt zu bannen.- Der Rabbi schlug das jgroße Buch scyie stch^aus den Stnbl. löschte die Laujpe aus und ließ den Kopf aus die Arme sinken, die er ach' den Tisch gelegt barke. Der Ldurmw'ächlcr zeigte die zebntc Stunde deS Abends an. Rubig, menschenleer war cs aur "den Straßen, rnbig im Hanse unk Zimmer des Rabbi, wobin siegen seine Gedarrken. wobei weilte sein Sinnen? Ach Rachel ist'S! O weint um Frankreichs Mclpomene, Sie. deren Feucrgeist zum Himmel auf sich schwang; Ihr sterblich Haupt ist wertb, daß man edreifach kröne, Ihr Ruhm lebt ewig fort in spater Lichter Sang. Sie siechte hin. sie sank, weil sie zu schön geblühet, Der Seele Skurmesbauch zerbrach das schwache Rohr, Und alS des Lebens Kraft im Feuergeist verglühet. . Schwang er zu seinem Ziel, zum Himmel sich empor. Zum zweiten Male sab Racine deS LodcS Pforten, j SS finket, zwiefach tobt, Corneille in daS Grab; Denn sie ist jetzt dahin, die ihren Meisterworten. Begeistert von der Kunst, die schönste Weihe gab. Rickt mebr erzittert jetzt von ihrem Wort die Buhne, Nicht krönt sie Frankreich mehr mit stolzem Lorbeerrcis. Zum Himmel steigt nicht mehr ihr Genius. der kühne. Und raubt sein Feuer ihm, ein zweiter Prometheus.! Cs irifft des Schreckens Laut, die Klage bitk'rcr Schmerzen, j Der Worte Leidenschaft nicht fürder unser Obr;! Nicht lubcln, wie dereinst, ergriffen alle Herzen. Wann sie die große Zeit der Kunst heraufbeschwor. Ach. Rackcl ist nicht mebr! Still sind die Zauberklange. I Und donnergleich ertönt ihr mächt'ger Ruf nicht nrebr!! Wem rauschte jetzo noch der BeifallSlärm der Menge? — j Nun sie dahingeraffk. ist Galliens Bühne leer. Der stolze Lauf ist ans! Di^ Siege sind zu Ende! Die Zukunft kündet einst den Ruhm, den sie erwarb. . Allein ibr weibt vic Welt die schönste RnbmeSsxende, Wenn sic vernimm:, daß treu sie ihrem Glauben starb. — 3m Januar 1656. .Denksxruch auS der Sidra der Wo che (Tljemmah.) Siebe zu. daß Du Alles machest nach dem Verbilde, welches Dir gezeigt worden. 2. Mos. 25, 40. Todtcnklagc um Rachel. Aue dem Englische» Ns -f>r. D. Äch^r übertragen von Livius Fürü.. * Wer ist die Tokte kort, vom Lorbeerreis unrwundcn. Die man zum Grabe trägt, zum letzten Friedensglück?'— Welch bochbcwegtes Herz bar endlich Rub gefunden lind kebn zur Crde j<?t; zum M.utterschoon zurück •' Slljtnume Zeitung des Iudeulhume. Ro 7. 1858. Leitende Artikel: Das Iu'entbum in Frankreich. lForti') — Lo« Institute znr Förderung der israelitischen Literatur. — Oiinge statistische Bemerkungen und Betrachtungen dazu. — . Literarischer Wochenbericht. .4 eitungenachr schien.' Deutschland: Hannover. Preußen: «: Aus Dberschlencn. BrcSlau. Berlin. Inncrburg. Deffcrreichischer Kaiserftaat: Aus Mähren. Lemberg. Zn beziehen kur ,ekes Po'tamr »nt jede Buchhandlung. Iäbilich .1 Tbaler - .rteljäbrlich *4 Tbaler. Verantwortlicher Redaercur: K. Rabe. V:rlaz v-u Buurn^ärlüer'« Su»b-ndl-n«: «N.Leipziz. - Truck-kea Alexander -Liede m keir;ig.

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