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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 3 (1858) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
3 (1858)
Date
1858-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. h: Zur Lesehruyg und Ajnt'erhaLtung auf jüdischem Gebiete Radbine r vr. Ludwig Philippsou in Magdeb «ft* (No. 3. 1888.1 L.-NL." t>rU« rrfebeint Bdötntltdi eine Nummer. Prei« de- A ivierteljabri- Vfr N«r. «De vu-idantluUgrii. fofld 3rilung«(|re(ttiDHfn nehmen *erte3unueiv <ia. i~" " . . r~ [5. ^ahrg. 1. ©nartal.j Die Schicksale des Salis Ä^osengold zu Warschau. (Au-oer Norddeutsche» Zeitung.) Silberrubel belaufenden Vermögens. größtenteils durch die Freigebigkeit de- Großfürsten und der Fürstin von Sowie; gesammelt, dnr«- die Insurgenten beraubt, und für seine gute Gesinnung als treuer Unterrdan erlitt er wahrend der Revolutiö^ die vcrschieden- 2» den verschiedensten Blattern ist in neuerer Zeit de- AuisebenS gedacht,MpelcheS neulib ein kaifetlicher Ukas in Warschau genttW hat, der den rolligen Juden Rosengold die ihm^rruy« entzogene > Ehrenrechte wieder verliehen. Der Begnadigte ist der elbe, der für die Aufdeckung sicherer Mißbrauche unter der ehemaligen russischen Verwaltung ii^Warschau viel ädrige GefLngniß. ftrafe erduldet hat und welcher^yst be Gelegenheit der allgemeinen Krönungsamnestie^MM * derunverdienten OubUettc entlassen wurde. — EWind in der Lage, die Leidensgeschichte deS re. RofengoW^wltjutheUen: wir unterziehen uns dieser Arbeit gern als eii er Pflicht, gegen, über dem erhabenen Monarchen Rußlands, der durch tiefen Act höchster Gerechtigkeit sich eir Denkmal errichtet bat, nicht allein im Herzen des scht ldloS Verfolgten, sondern in dem der gesammten jüdische t Bevölkerung seinegroßen Reiches, wie im Herzen al er, welche bisher schon vertrauensvoll zu ibm cmvorbl ckten. „Wo die Wahrheit, dort ist Gott!" zu dieseur Wahlspruch deS in Gott ruhenden Vaters hat der Sohn fl b durch die gegenwärtige That aus s Neue bekannt; e: hat den Knoten rerhauen, welcher von ungetiener D euer Händen um einen Unschuldigen geschlungen war; er hat fein Ohr nicht verschließen, können vor der vcrm ttelnven Fürbitte Seiner hohen Mutter, der ve^vittwere i Kaiserin, durch welche sich SaliS Roscngold an ihn gevendet. Salis Rosengold, jüdischer Re igion. wurde aus dem Städtchen Janow-PodtaSki durch den verstorbenen Großfürsten Constamin Pawlowirz, welc iem sein Gesang sehr gefiel, nach Warschau gebracht, wo rlbst er auch beim Hofe bis zum Ausbruche der polnische > Jnsurrection im Jahre 1830 verblieb. Die Ereignisse rieses Jabrcs und der nachfolgenden Zeiten sind so allgemein bekannt, daß wir unS des weiteren Eingebens auf mehr überheben, als ihre Folgen allein gold nicht ohne Wirkung blieben. Mitbürger wurde auch er feines ganzen, dieselben um so auch auf Rosen- Pic andere seiner sich auf ea. 3000 dtsskir Gemahlin. artigsten Verfolgungen. NaH Wiederherstellung der recht mäßigen Ordnung niugte er indessen durch sein Talent seine Lage wieder )u> verbessern. DaS Unglück aber fing an, ibn zu verfolge». d!enn er wurde auf'S Neue im Jahre 1833 feiner gesammten Habe durch einen Diebstahl beraubt. Von dieser fatalen Periode an. in welcher er nicht allein sein Vermöge«, sondern auch seine Ruhe elnbüßte, datirt sich der lAnfang aller Nnglückssälle, die ihn in daS Verderben stflrztefi; Alle? aber begegnete ibm einzig und allein blo^ dafür, daß er so frei war. wegen deS Betragens einiger Polizeibeamte, die mit den Spitz, buben von Warschau fm Einverständnisse handelten. Klage einzulegen. .! Um den Zusamntznbang folgender Einzelbeitcn dem unbefangenen Leser verständlich'zu mache«, finden wir es für zweckmäßig^. zu.^nvähnen. daß im Jahre 1833 in Warschau als Ober-Polizei-Mcistcr der General Slorozenko sungirte, und daß unter dessen Leitung in der Abteilung der sogeinannten Nachspäber unter andern Subjecten und. unter flch der später erst Hauptsächlich aber ist dem Vorsitz des Commissais Bozatko berühmt geworren? Graß befand, erodier an der Reibe, anzudruten. daß in der befchriebeicn Periode in Warschau sehr häufig gewalttbatige Diebstä 'le voickamcn. und obgleich die Polizei die Herüber kannte. so war es dock eine Seltenheit, wenn Jemand vom gewöhnlichen Publikum etwas von, den ibm grstoblenen ^Gegenständen zurückerbielt. Unter den Letzteren befand sich au» Roscngold. Da er überzeugt war. i daß er mit Bcrbülfe der Polizei die ihm gestohlenen , Effecten nicht;utütff«fc«Ucn werde, weil, wie scho^ obefi erwabnr. die Diebe mitten Nachspürern gemeinsckiattliche Sache machten, so bemübrc er sich selbst mit glücklichem Erfolge die Diebe ausfindig zu machen. Er führte sie. al^. sammr einem Theilc der ibm entwendeten Gegenstände gur Polizei, Genugibyung erbittend. Aber vergebens,, er erlangte weder-die ibm gestohlenen Effecten, noch ejne Bestrafung der den Diebstahl bei ibm verübte» Gauner. Im Gcgenkbeil. rnr die Hartnäckigkeit, mit der er die Auslieferung feiner Sachen betrieb, wurde er. selbst arretirt. nuv seit diesem Augenblicke, nämlich seÄ de»; Jabrc 183»*, war er der verhaßte Gegenstand derjenigen! Subjekte. welche die SicherheitS- Poltzei vorstellten. Als er am Ende niit Besch;,ldiguu'gen gegen diese. Personen j selbst, auttrat und ne des Mitwis* senS. sowie der. Theilsiabme an den meisten in Warschau verübten Diebstählen chotivi« bezüchtigte, enlbranttte gegen ihn der Haß aller Individuen auS der Abthcilnng der

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