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Jüdisches Volksblatt · 1858-01-01 · 1 (1858) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 4 (sequence 2)
Language
German
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4 4 iti$t allein ohpe jemalnach Paß oder Paßkarte gekragt zu werden, sondern auch ohne Militär. Gen-d'ormerie, Polizei, Eteuerbeamte pder dergl zu erblicken. Und doch ist die Sicherheit der Person und de- Eigenihum» wohl nirgend» größer al» in der Schweiz. Zahllose Reifende durchwandern jährlich diesevon Sott mit so außeror« deutlichen Schönheit,n gesegnete Land, fie alle find in der Regel mit großen Geldmitteln versehen; viele derselben schlagen oft die einsamsten Gebirq-weg« ein, in weiter Einöde, von eine« Führer begleitet und niemalhört «an von einer Verletzung der Person oder de» Eigen« thum». Man werfe nur einen vergleichenden Blick nach dem nahen Italien, oder auch nach Spanten und man wird dem fittlichen Charakter de- Schweizervolkeseine Bewunderung nicht versagen. Ich befand mich in den entlegensten Dörfern, wie im Gewühle der Städte, wo bei Festen viele Lausende zusammenströmen und nirgendhabe ich Wortwechsel und Streit gewahrt, niemal» eine Beleidigung mich oder Andere treffen gesehen. Dortreff« lich sind die Straßen, die überall biin die Mitte der großen Riefenberge führen. und überwinden jene die außerordentlichsten Schwierigkeiten de» Terrainmit de« bewundern-wirdigsten Scharfblick in der Anlage. Der Dienst und die Beschaffenheit der DiUgeneen ist au-ge« zeichnet, und wenn der Briefverkehr und manche Nebeneinrichtung der Post noch Dielezu wünschen lassen, so bat die öffentliche Stimme fich so energisch darüber au»* gesprochen, daß die Abhülfe nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Dir ganze Schweiz, selbst biauf die Spitzen der besuchtesten Berge ist, mit einem Tele« graphennetz überzogen, und^die Einrichtung, daß jede» Telegramm, ohne Berücksichtigung der Entfernung, «it einer bestimmten Anzahl Wörter, nur einen Krane kostet, macht dere« Benutzung lebhaft und angenehm. . Da ich weiß, welch' ein Freund Sie von dergleichen Beobachtungen reeller Art find, so habe ich die Schilderungen meiner Fahrten unterbrechen wollen, um sie hiervon zu unterhalten. Rüsten Sie sich nun, mit mir einige Höhenpunkte zu ersteigen. Notizen de- Tage-. Ein Pfarrer in Weilbrirg (Nassau) hatte bei einer Beerdigung gesagt: die Juden und Heiden wären , auf ewig vom Himmel au-geschlosfeu. Der Hauptmaun von Ztegesar ^daselbst, der einen braven Soldaten jüdischer Confefsion in seiner Compagnie hatte, nah« Deranlaffung, vor der Fronte zn erklären, daß alle redlichen Menschen gleichen Theil an der ewigen Seligkeit haben, ermahnte seine Leute zur Einttacht und reichte dem Juden die Hand. Der dortige Rabbiner. Herr Treuenfel». erließ, nachdem die Sache in öffemlichen Blättern entstellt worden, ein Flugblatt darüber. Herr von Ziegesar erhielt au- Berlin anonym einen prächtigen Pokal. Jetzt verklagte jener Pfarrer den Hauptmann und den Rabbiner wegen Ehren« krtnknng — beide aber wurden glänzend fteigesprochen. Lord John Russell hat abermaleine Bilt über den Eintritt von Juden in daenglische Parlament eingebracht. Ihre erste Lesung wurde angenommen. Daß sie aber im Oberhause nicht dasselbe Schicksal wie ihre Dorgängerinnen haben werde, läßt sich kaum bezweifeln. — Bei der Katastrophe in Mainz hatte eine jüdische Mutter soeben ihren Säugling auder Wiege geuommen. al» ein mächtiger Stein durch da- Fenster heretnfuhr und gerade in die Wiege einschlug, und sie zerschmetterte. Der jüdisch« Professor*), Oberarzt an de« Frtedrich»- Hospilal in Kopenhagen. Dr. med. H. M. Trier, Ritter vom Dannebrog. ist dieser Tag« vo« König zu» Etats« rath mit de« Range 3. Claffe in der Rangordnung ernannt worden. Durch diesen Rang wird der Ernannte hoffähig. — *) «»her de» obexaenamtten Prof. Trier gtebt e» in Koven« Hagen noch zwei jüdisch« Aerzte, di« den Proftffortitel haben, nämlich der durch sein« Schriften in der «edicinischen 8elt wohlbekannte Professor Hannover und der in der Ophthalmiatrie ausgezeichnete Professor Melchior. Wahre Anekdote. Ein Knabe. Sohn von Eltern, in deren Hause da» Judenthum eben nicht die festesten Wurzeln geschlagen, machte eine kleine Lustreise nach einer größern Stadt, woselbst er bei einem Geschäft-freunde seine» Vater» Kost und Wohnung hatte. Dieser, ein wahrhaft religiöser Mann, — erinnerte den — 14jährigen — Knaben am darauffolgenden Morgen sein Gebet zu verrichten. Dieser nahm zwar davon ihm vorgelegte hebräische Gebetbuch zur Hand, legte aber keine Thesilliu an. Der darüber verwunderte Geschäft-fteuud ftagte ihn nun, ob er denn auch zu Hause keine Thefilltn lege. Zuversichtlich ant. wortete der Knabe: Wir haben die ganze Woche gar so viel zn thun, daß wir nur am Sabbath Zeit zum Beten mit Thefillin haben. AllgeMeine Aeitnng de- Judeuthum-. No. 52. 1867. Leitende Artikel: Zu» Schluß de« JabreS 1857. — Die vefchneidung vor de» ärztlichen Forum. — Literarischer Woche», bericht Zeitungsnachrichten. Deutschlaud: Dessau, vo« Rhein. MannbeiSt. — Preußen: Berlin, ans Schlesien. Gletwitz. Oester« retchtscher Katserstaat: Tarnow. ans de« Tokayergebirge. aus Galizien. Dänemark: Kopenhagen. MST 3“ be,leben durch jede- Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich •/« T Haler. Verantwortlicher Redakteur: JL Rübe. Berloa »»,?«>«,1rt>,,'0 Lnchhan»lu>a t, Setvti,. — vroa »e» U«era,»rr Ster» in - “\

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