Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 56 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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224 jjfS Gottesdienstes zu lassen. Herrscht in der Synagoge überhaupt' e ne strenge Ordnung, so werden die Eltern ihre Binder in Zucht und Ordnung kalten, und die Linder überbau >t mitten unter den Erwachsenen sich eineruhigen Be Haltens befleißigen. ES haben hierbei die Eltern Gele enbeit, ihre Linder zum Gebet und zur Andacht anzuh, Iten, und mit ihrem Beispielekommen Sinn in diesen z i erwecken. Sind hingegen sämmtliche Linder an ein ck Platze versammelt, so giebt dies an sich schon zu. mmcherlei Unruhe und Tumult Veranlassung, die der Lei rer mit der besten Autorität nicht verhindern kann; ebens wenig kann der Lehrer bei allen ihn umgebenden L ndern auf die richtige Beachtung der Liturgie -seben, und die Linder werden überhaupt viel weniger zur Andach geleitet, als bei ihren Eltern und unter den Erwach enen. Findet aber in der Synagoge, wie eS ja immer i ock so häufig ist, gar keine Ordnung statt, V"o ist eS 1 chr gleichgültig, wo die Linder xlacirt sind. sie werden;ur Unordn >ng verleitet. Der lung aller decretirt. - Notizen des TageS. Sibab von Persien bat die völlige Gleichste!- ReligionSgenosscnschaften in seinem Staate et e m malige Chef der französischen Sanitätsin der Lrim Dr. Michel "Levy hat vöal<Laißland das Commandeurkreuz des Sr. Anyenlten als Ausdruck der Anerkennung der Hul welcher die russischen Verwundeten behandelt durch bas böse Beispiel der Großen überall Der .-crwaltung >er von Ri ordens erh manirat, worden sin I)r. S 'iher gebt dock als wirklicher Gesandter der Lürkei n^ch Neapel. — In R chem zu welche auf den. und b nut mit R. El ßland ist ein neuer UkaS erlassen, nach welbbinern nur diejenigrit gewählt werden dürfen, inländischen Schulen ihre^Curse absolvin hai Mangel an solchen, deutsche Rabbiner, letztere aubnist des Ministeriumdes Innern. Schwei; nehmen diesmal die.Israeliten alS e Bürger Thcil an den Wahlen des National- In der vollbercchti r ratdcs. — Gin <Z änzer jütischen Glaubens in Pariweigerte sich, am ‘ ,frtnb des 27 sten, das iss Col nibdre, in der Oper zu s ngen, wahrend die Direktion den Grund nicht gelten laff«n wollte. Durch die Vermittelung Rothschild'S erhielt der ehrenhaft». Sänger diesen Abend frei. — 2» L< bylien sind unter den französischen Soldaten bei dem' g genwartigen Feldzuge auch drei Glaubensgenossen gef< llen, ein Ofsicicr und zwei Soldaten, und nach jüdischem ^itus begraben worden. Unterhaltungs - Pillen. Von 8. Lehmann 1» Lad Homburg. Schmurl, der Hofjude eines reichen Edelmanne», ^am einst zu seinem Gönner, als dieser gerade ein paar Flaschen Tokayer vor sich stehen hatte und dem feurigen Getränke eiftig Bescheid ihat. „Schmuel, Du kommst grade recht, Du mußt mit mir trinken, um diesen herrlichen Weiw zu proben,- rief sein Patron ihm entgegen. „Lieber Herr Baron," erwiederte der Angeredete wehmüthig, „dakann und darf ich nicht auS doppelten Gründen." „Erkläre Dick. Freund, ich weiß doch, daß Du kein Verächter VeS WeineS bist und zu Hause auch Deinen guten Schoppen trinkst". Kagte der Edelmann wieder. „Ich kann und darf haute keinen Wein mit Euch trinken, weil Euer Wein Acht koscher ist und ich heute auch Fasttag habe." „Bah. bah, erwiederte der vom Zusprechen de» WeineS angefeukrte Baron, „daS alleist nicht stichhaltig, einen solchen Wein unversucht zu lassen. Mein Wein ist gut. also koscher und wenn Du trinkst, hört Dein Fasttag auf. Also trink!" „Lieber Herr Baron, ich würde gern trinken. aber Sie wissen, ich halte gern mein Gesetz, so lange ich durch Pikuach nefesch nicht gezwungen 6in. ein Andrezu thun," erwieberle der gewissenhafte Jude. „Wie ist daS gemeint." fragte gespannt der Edelmann. „Ich will eS Ihnen erklären." erwiederte Schmuel. „wenn z. B. einer käme und würde drohen, mir daS Leben zu nehmen, wenn ich nickt trinke, so wäre mir euer Wein erlaubt." Kaum hatte dies der Edelmann gehört, als er eine Pistole herunter nahm, zu dem Juden trat, in der linken Hand ein Glas Wein haltend, in der rechten die Pistole, die er ihm auf die' Brust fetzte und dabei mit ftircktbarer Stimme unter verbissenem Lacken rief: „Trink Jude oder ich erschieße Dich!" — „Jetzt darf ich trinken, Herr Baron, erwiederte vergnügt der Hofjude, „da icb doch von Ihnen dazu gezwungen bin, aber legt mir nun auch die Pistole wieder hin und macht mir dann erst daS Gläsel ein BiSchen voller." „Welche Aufschrift wähle ich für mein WirthShauSschild" ftug ein neuer jüdischer Gastwirth die anwesenden Gäste. ''2*^ rief einer der Anwesenden," denn beim Lesen desselben fällt Jedem sogleich die Vorschrift in den alten Gebetbüchern ein: „hier hält man ein wenig stille." Allgemeine Zeitung de» Judeathum». Ro. 43. 1857. Leite»de Artikel: Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Zwei sehr verbreitete, aber doch Irrig« Ansichten. II. — Zeituarpsnackrickten. Deutschland: Aus Württemberg. Preußen: Berlin, au» Schlesien, aus Schlesien. Lcobschütz. Oester« reichischer Laiserftaat: Au» Galizien, aus Oberungarn. Die Schweiz: Genf. Frankreich: Paris, Paris. . Großbritannien: London. Holland: Amsterdam. Italien: Aus Mittelilalien. Aegypten: Alexandria Ionische Inseln: Korfu. Lorresvonden;: Eine öehrerversammlung in Offenbach. 6a bereden dnrch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich L Thaler. vierteljäbrlich */« THaler. Verantwortlicher Redakteur: St. Rabe «erlag »», Ba»«,Lr,»er « LnchdanNlm, ,« srir,,». — rrna reu Slexsnker Licke m vrl»»«.