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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 55 (1857) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
55 (1857)
Date
1857-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur -p | Lekehrung und Unterhaltung auf jüdischem Gebiete. Herau-gegeben vva Rabbiner Di. Ludwig Philippsou in Magdehurg. lNo. SS. 1857.] Bon dieser geltsihrtft erscheint rcAöentdA «in« Bummer, ©rn» des -aug> 1 tblr. BierteliLdrig 1% Bgr. Sil« ©u»danvlung«n,. Poß> und )ei«ung«tkoeditionen nehmen Beitevuniien >IN. W [*. Jahrg. 4. Quartal. 2. Hälfte Ro. 53-63.1 Die Rettung. 1755. (Nach einer Thatsache.)! AuS dem Englischen der Miß Graiie Aguilar. vln schwerer Sturm Ziebt über unfern Häuptern! schwarz heraus; Doch bis zum letzten Atheming soll nichts Die starken, heil'gen Bande Höfen. die Mick an dich fesseln. In d^s Kerker« Rächt, Im Angesicht der Diener de- Gericht«, Ja! aus dem Blutgerüste, krjmmt'S dahin. Will ich dichnie verlassen. *- Joanna Baillie. Gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde die kleine Stadt. Monte-, welche, nickt piA;ber zehn Meilen von Lissabon entfernt ist, in eine gan; ungewöhnliche Aufregung versetzt durch -di^glänzende löermihlungsfrter von Alvar Rodriguez und Älmah Diaz;! eine Aufregung, welche die außerordentliche Schönheit M Braut, die, obgleich von Kindheit an mit Alvar verloht, nie zuvor in Montes gesehen worden war, natürlich wicht wenig vergrößerte. Die kleine Kircke des Städtchens sah ganz verjüngt und glänzend aus. denn Alvar hatte große Summen an die Priester gespendet,. damit alle Bildnisse der Schutzheiligen frisch mit Gold und Juwelen geschmückt, und die Altäre vomfeinsten Wachs erleuchtet würden, um ihm Ehre zu erweisen. Die Kirche war gedrängt voll, denn obgleich die Hoch. zeitSgesellschaft nickt zwanzig Personen üterstieg, »war doch daS ganze Städtchen hingeströmt, weil Alvar wegen feiner Freigebigkeit gegen alle Elasten utzd bei jeder Gelegenheit allgemein vergöttert wurde und die Kunde von seinem Ehrentage Viele Meilen in die Munde gedrungen war. i k Die Feierlichkeit selbst bot nicht- DemerkenSwertheS dar, außer daß Braut und Bräutigam offenbar viel ruhiger waren, als man bei einer solchen Veranlassung hätte erwarten sollen. Ja, in den schönen, männlichen Zügen AlvarS schien bisweilen ein Ausdruck zu liegen, der bei jedem Andern als einem so treuen Sohin der Kirche für Spott gehalten worden wäre. Bet thn^ wurde er daher entweder nicht gesehen .oder nickt beachtet^ außer von seiner Braut; denn in solchen Momenten begegneten ihre Augen den seinigen mit einem ernsten und bittenden Blicke,' wodurch der eigenthüwliche GesichtSausdruck sich in einen stillen, andächtigen Ernst verwandelte, der sie wieder beruhigte. ' Aus der Kirche begaben sie sich iw die herrschaftliche Wohnung deS Rodriguez. die, van blühenden PomMeranzrn- und Eilro'nenbäumea umgeben," etwa eine Stünde von der Stabt entfernt war. s Der Rest de- Tages verging in Festlichkeiten. Dem Bankett folgten abwechselnd Tanz und Gesang, sowobl in dem.Hause als ln seiner Umgebung. undLreude und Heiterkeit waren allgemein. Mit Sonnenuntergang hatten sich alle Gäste, mit Ausnahme der nächsten Freunde und Anverwandten der Neuvermählten, wieder entfernt. Als darauf einige glänzende und neue Feuerwerke auf den umliegenden Höhen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zogen, gab Alvar; mÄ seiner gewöhnlichen Nachsicht, seiner Dienerschaft ritz. Erlaubnis, dem Festzuge dorthin - zu fol: gen; jeder der woll^ dürftsich zwei Stunden lang entfernen. ES dauerte nicht lange, so wqreü ave gegangen, mit AuSuahme eines jungen Mauren, des Secretärs oder Buchhalter- AlvarS^ und vier'oder fünf älterer Dienstboten beiderlei Geschlecht-. Allmälig, und wie es schien absichtslos, wurde die Neuvermählte' mit ihrer weiblichen-Vmgrbung allein gelassen, und zum ersten Male wurde Aluiah'^schönes Gesicht durch GemüthSbewegung beschattet. -»„Werde lck, o, werde lch denn wirklich ihm angehören?- sagte sie halblaut. Augenblicke, wo unser furchtbares G«heimniM^^^^>M»-^^eS scheint ihm Entdeckung zu drohen H^^^^^^^^I^Mblicke. wo es am qualvollsten sei» wür „Stille, Närrchen!" 'war Freundin: „Entdeckung ist nicht so leicht. Dtp VrrsUDttn und Namenlosen, haben Klugheit und 'Vorsicht mit rhtvn Blute erkauft — schaben—täuschen gelernt, damit sie triumxhiren — sich verbergen gelernt, damit sie »och blühen. Almah,.wir werden nicht fallen." „Ich weiß eS. Jnez. Eine übermenschliche Macht halt unS aufrecht, sonst wären wir-schon lange von der Oberfläche der Erde verstoßen, verbannt, auSgerottet worden. Aber es giebt Zeittn, wo die menschliche Natur erbebt und zittert, .wo der unS angewiesene Pfad der Täuschung und Verstellung bei. jeder Wendung Gefahr^^r drohen scheint. Ich weiß. eS ist nur Thorhrit. aber dennoch habe ick eine dunkle Ahnung, die den schönen Horizont unseres Glückes wie mit einier drohenden Gewitterwolke beschattet. Giebt eS nicht. Beispiele von Argwohn. Folter, Tod? O. wenn mein Alvar -j-" „Aber Almah. düs ist kindisch. Du bist zu glücklich.

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