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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 54 (1857) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
54 (1857)
Date
1857-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1 Jüdisches Volksblatt Zur —I Belehrung und Unterhaltung aus jüdischem gebiete. HrrauSgegebeu vop -v — Raddiner Dr. Ludwig PhiUppfo» in Magdeburg. rm m a «/)*■> -m Von M*f»i dritfdttiit erscheint «Scheutlich »in« «ommer. Prei«r«» Iuhr- A4. 48A D. I 1 tblt. LierteijSdrig 1'/» Mut. »lle «ucbbanMnnfltu. choSS«ter *■ -* und Aieitungtexpedinone« n>' nedmen VeSeUnnaea an. [4. Jahra. 4. Quartal. i Halste Ro. 53-65.J Die Juden als Toldaten.! gut zu bezeichnet und daß sie zum Theil mit besonderer l Auszeichnung gedient haben. theilS daß sie sich dem Ein Vorwurf, der Küher gegen die Juden oft vor«! Feinde gegenüber/fehr brav benommen haben, und daß gebracht wurde, der der Feigheit, ist gründlich ver-! endlich ihre im Kriege geleisteten Dienste zu loben fticnJ stummt. Wie immer, hatte man für die Juden einen schmähenden Tadel auS dem gemacht, wozu man selbst-sie gezwungen hatte. Man hatte sie seit dem Kaiser TheodosiuS auS den . Reihen der Heere verbannt, und schuldigte sie nun vierzehn Jahrhunderte lang der Feigheit an. Seitdem man aber die Juden in den meisten europäischen Staaten der allgemeinen landeSgesetzltchen Meerutirung unterworfen hat, haben sie sich sowohl iw diSciplinarischer Beziehung. alS auch durch ihre Tapferkeit im Gefecht und auf dem Schlachtfeltze so ausgezeichnet, haß endlich jener Ein Memoire des. preußischen KriegSministerS schließtr „Erwägt man nun. daß die Juden,.nachdem sie von Sr. Majestät dem Könige durch die Verordnung vom 9. Frb^ ruar 1813 und da» Gesetz vom 3. Sept. 1814 in Gemeiuschasr mit der christlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst berufen wchcden, in der Zeit der Gefahr nicht hinter den christlichen Einwohnern zurückgeblieben sind, sondern an der Daterlandsvenheibigung Antheil genommen haben; ihrem Verhalten in den Befreiungskriegen auch, so weit bekannt, die Anerkennung nicht versagt werden ungerechte Vorwurf, jener Schimpf der Feigheit gänzlich darf; daß sie seitdem im FriedenSdienste sich überall zur verschwunden ist. Die eben vom (juurtqrl^ Ksvie^v und nach diesem selbst von der „AugSbürger Allg. Zeitg." mitgetheilte Notiz, daß die in Domöay auS Hinduder niedrigen Kasten. Muselmännern, Par» sen, Christen und Juden bestehende Armee, welche den Engländern treu gebtieben ist. in den Juden gehorsame und treffliche Soldaten besitzt, die LieblingSfoldaten de^r Engländer,'; und daß viele dieser.Juden Officierstell-n erhalten haben (siehe No. 40 der Allg. Zeitung de» ZudenthumS). veranlaßt unS zu dieser Bemerkung. * Kaum hatte die französische Republik de» Jude« völlige- Bürgerrecht verliehen, als schon jüdische Jünglinge in die Reiben der französischen Heere traten uatz von 80,000 jüdischen Seele«, die. im damaligen Frankden W n un rerc teut» reich-ivohnten, standen b^d 800 Krieg sen, und mehrere derselben schwangen Range auf. Auch in den Rheinpro Napoleon viele Juden in den KriegStzi den.Officiere und erwarben sich Orden. nißmäßtg viele Juden in dem letzten Krimkriege sich au«»- 8* w* zeichneten, höheren Rang und die Ehrenlegion sich erwarben. haben wir in der Zeitg. d. Judenth. vielfach zu berichten gehabt. In Preußen waren auf den. Aufruf de» König» im März 1813 viele jüdische Jünglinge aris Preußen und den benachbarten deutschen Lärdern freiwillig zu den Fahnen geeilt und die verschiedenen GrnerglcommandoS er- Üärten, theilS daß die Inden den übrigen Recruten in der AnSbildang nicht selten vorauSgehen , theilS daß die moralische Qnalisication der Inden für den Kriegsdienst »nbestreirbor sei, theilS das ihre Führnng im Kriege SlS Zufriedenheit geführt haben n. re." *) Als im Jahre 1842 der norwegische Consul Egidiu» in Amsterdam auf Anfr-gen deS Präsidenten deü Storthing schmähend.über die Juden in Holland berichtet hatte, richtete der Advocat Lipmann seinerseits deSfallsige An- . fragen an die höchstgestellten Staatsmänner Holland-. Er erhielt von dem berühmten Dettheidiger der Citadelle MntwerpenS, Bardn Otumse« folgende Antwort: Brede, dm 25 April 4842. „Mein Herr! ES ist für mich eine wahrhafte Bestieung. den Wunsch zu erfüllen, den Sie mir in Ihrem eiben vom 23. dujus auSgedrückt, meine Meinung über die Israeliten, unsere Mitbürger, als Soldaten zu erkennen zu geben- - Zwei Jahre hindurch habe ich in der Citadelle von Antwerpen eine große Anzahl unter meinen Befehlen gehabt. Während dieser ganzen Zeit haben sie die besten- Wie unverhalt-tz'd^"^ öon Muth, Treue, Dirciplin und Ausdauer ge- Al» Mann vyn Ehre kann ich mit Ueberzeugung hinzufügen, daß: wenn meine Lebensdauer nicht beinahe abgelaufen wäre? und ich noch einen Feldzug zu beginnen hätte, ich mich sehr glücklich schätzen würde, den Befehl über einige Tausend dieser braven Soldaten zu haben. - Ich hoffe, hiermit Ihren Wunsch erfüllt zu haben, und versichere Sie, basi diese Gelegenheit mir sehr angenehm war. in Verbindung mit einem Manne zu kommen. *) Dr. Philipps»»'« „Kampf der Juden für die Gnotsieu»- freiheit :c.“ D. XXIX.

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