Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 52 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
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208 solchen im Namen dieser Religiös einzuseznen — welch' ein Hohn , Jemandem -na ans die Tborah auSsprechcn zu lassen, an dem sie erste Bedingung dieser „AuSerwLhlung" unerfüllt geblieben! ad 3. DaS preußische Gesetz von 1847 erkennt Jeden als Juden an. der sich alS solcher in daS gerichtliche CivilstantSregister eintragen läßt, und dapreuß. Polizeigesetz zwingt jede Jubengemeinde. den am Orte verstorbenen Juden zu begraben. DaS Wies aber steht den Juden frei. Nach meiner Meinung ist ein solche» Kind lediglich nach dem Brauch bei Kindern, welche vor der Beschneidung gestorben sind, zu behandeln. Benachrichtigung. In Betreff de» in No. '49 des „VolkSblatteSvom Hrn. S. Marr ausgesprochenen Wunsche» bezüglich einer Reifebeschreibung PalLstina'S^bege auch ich einen solchen in angegebener Weise schon lange in meinem Herzen und werde ich ihn demnächst auSzusühren suchen. Doch beabsichtige ich zugleich damit der Jugend eine nützliche Lectüre zu liefern und namentlich daS Bibelverstäntniß zu fördern.*) Emanuel Hecht in Hoppstidten. Notizen des Tages. Dl.rch eine Verordnung dar der Justizminister in Berlin den jCiti'cfci-u Slurenlen der JuriSprukcnz vor. lausig die Erlaubniß, ihr Erauiina zu machen, entzogen, f'm welchem Gesetze liegt daS Recht bicrzu?) —. Die s.ardinifcke Regierung läßt da» ganze Ghetto verkaufen. — Der Bey von Tunis bar zwar den Hinterlaffenen tes auf^so scheußliche Weise bingerichteren Juden eine bedeutende Entschädigungssumme gegeben, hat va» Gericht »die Schara). welches ihn verurrheilte, aufgelöst, und die Urheber der Anklage auf die Galeeren geschickt — aber die europäischen Mächte sind hiermit noch nicht zufrieden und verlangen größer« Garantien einer gerechten Justiz. — In ver Schweiz wurde jüngst auf Grund de» mir den vereinigten Staaten in Amerika abgeschlossenen Handel», und Freundschaft».Vertrage» einem amerikanischen Bürger jüdischer Eonsession die Etablirung einer Fabrik verweigert. Die amerikanischen Juden sind deshalb in großer Aufregung und finden bei ihren christlichen Mitbürgern in Meetings und Petiti»nen vielfach Unterstützung. ...«— ""Im Herzogihu« Nassau wird fortwährend die bür-, gerlrche Gleichstellung der Juden betbätigt; drei jung« Israeliten stnd jüngst ia den Staatsdienst eingeritten und *) Ganz recht, aber allerdings muß ein« solche Arbeit mit vieler Besonneubeit und Sachkenntnis vollbracht werden; auch wurde insonders genaue und richtige Nittbeilnsg über Eutfernvnaen. Reisegelegenbrit. Koste« rc. gewünscht. etwa wie in den AetsedSchern von BLdeker. Stedact. der Medicinalrath Heß wurde zum Obermeticinalrath ernannt. — Im österreichischen Kaiserstaat wird jetzt die Ausschließung der Juden vom Grundbesitz streng beobachtet. — Dik österreichische OrtSgemeinde RanShofen hat dem israelitischen Gutsbesitzer. Herrn Ferdinand Wertheimer au» Augsburg in dankbarer Anerkennung feine» vielseitigen gemeinnützigen Wirken» da» Ehrenbürgerrecht verliehen. * Der Kaiser Alexander H. von Rußland hat den jüdischen Lehrern die Srlaubnlß erlheilt, die betreffende Uniform zu wagen. waS von großer Bedeutung ist, da sie dadurck^-ven-staat-dienstlichen Charakter erhalten haben. — Ferner ist den Juden in Polen erlaubt worden, sich in Rußland einschreiben zu lassen, wa» ihnen bisher nur selten gestattet wurde. — Der Dr. Spitzer geht doch nun al» Geschäftsträger de» Sultan» nach Neapel, nur baß der höhere Rang al» Gesandter dem Titel nach dem türkischen Gesandten in Wien übertragen wvsden. — Zn Milwaukte in Nordamerika ist jüngst eine Dame mit drei Kindern zum Judenthume übergetretcn. — Anekdote. In Neusobl einer Bergstadt in Ungarn, wo noch vor weniger al» einem Deeennium kein Jude ohne Begleitung eine» Heiducken (GerichtSdienerS) die Stadt passtren durfte, sagte ein kleine» Mädchen, da» sich nach seiner Erziehung gar wunderlich« Begriffe von einem Juden machte, zu ihrem Vater: »Ich möchte dock auch einmal einen Juden sehen.* — Al» nach einigen Tagen ein Jude durch bie Stadt ging, da rief der Vater sein Töchterchen schnell zum Fenster und sagte: .Siehst du dort? Da» ist ein Jude." „Wo? fflo?* fragte da» Kind. „Dort an der Seite deS Heiducken,- zeigte der Vater. „Dieser? staunte da» Mädchen, „da» ist ja ein Menfch!- verichtigung. S. 497, zweite Spalte. Zeile 4t v. u. lies statt: Dnrch gute Tbaten de» Sedächtniß ia die Herze« der Menschen dich ein» zugrabeu. durch gute Thaten dein Gedächtnis in die Herzen der Meascheu etnzuarabe»; S. 498. erste Spalte. Zeile L3 v. u. lie» statt ihm zu« Schiedsrichter v. f. ihn n. f. ». Allgemeine Zeitung des JudeutbumS. Ao. 38. 1867. Leitende Artikel: Vom Institute zur Förderung der israelitische» Literatur. —'Die Beichueidung in Lesterretch. — Literarischer Wochenbericht. Z«ttuAg«»achrichren. Oesterreichischer Kaiserstaat: Hollischan. Lien, Dien. Wien, von der »estgalizischen Grenze, au» Böhmen. Jamnitz. Die Schweiz: Sengenau. England: London. Rußland: An» Sttthaue«. Zttomtr. TSrkei: Tunt». Tunk». Konftantinopel. Perfien. Australien. Amerika: tzharlestvn. MNwaukie, LharSton. Zn beziehen dnrch jede» Po<da»i nnd jede Bnchhandlnng. Jährlich 3 Tbaler. nterteljähwtg */4 Zb*fax. Verantwortlicher Redactenr: K. Nähe. »« — £**« Slrlc 4, «ftnl«.