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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 52 (1857) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
52 (1857)
Date
1857-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches VolksSlatt Zu, M w Refehrung und UnterhaNung auf Mdifchem ssebiele. Herauo-egLbe» so» Rabbiner 0r. Ludwig PhUippsou in Magdeburg. 1 [91». SS. 1857.} Von dtrker StltfArlfi trfAeint vtötntliA e<»e Ru««rr. ®ki# »,« -ahr« »an»« I kdlr. Bl,n«rjäd^» 1% M»t. «0* »uAdanri»»»»n. feBJwKt und zr»un»»«7r«dition<n iubm«n Vr»»llu,»en an. (4.^«lr«.4.(fia I An die unehrlichen Abonnenten. Da es mit vielen Jnconvenicuzcn und Irrungen sowohl bei den Bestellungen als auch im Buchhandel bei den Rechnungsabschlüssen verbunden ist, wenn der Jahrgang einer Zeitschrift nicht mit.Anfang des JanreS beginnt: so gestatten wir uns, den fünften Jahrgang des „jüdischen LolkSblatteS", der mit des» 1. Oktober c. beginnen sollte, erst mit dem 1. Januar 1858 anzufangen, und daS nächste Vierteljahr als „4. Jahrg. 4. OnWal, 2. Hälfte No. 53—65 zu bezeichnen. Titel und Register des 4. Jahrg. werden daher mit No. 65 erfolgen. Da das Abonnement des „jüdischen Bolksblattcs vierteljährlich stattfindet, so wird Niemand durch diese Aenderung benachtheiligt. Lüumgärliier's ißudjfj&rg., in Leipzigs Hieronymus Freund, der jüd. Patriot. Eine 2ubel-Rkmin!Scen!z. find jetzt fünfzig Jab,, der. seitdem unser Vaieilanb von einem Unglück beimgesucht wurde. daS zu den härtesten gehört, wovon überhaupt ein iöand betroffen werden kann, und für dessen Abwendung jeder Mann Gut und Blut bergeben sollte; nämlich vhn einer feind» lichen Invasion. Napoleon der Erste, nachdem er in seinem Siegeslauf die halbe Welt erschüttert batte, führte ftine krieg-durstigen und kampfgeübten Hiere im Jahre 1806 auch gegen Preußen. Die Doppelschlacht von Jena und Auerstädt entschied über da- Schicksal de« ganzen Staate-. Da- Ueberraschende der feindlichen Maneuvre, sein stürmische- Vordringen, die unbegreifliche Schnelligkeit, mit welcher er mitten im Winter, obschon damals an Eisenbahnen nicht zu denken und kaum wenige Chausseenstrecken vorhanden waren, seine Siege verfolgte, und fich über daganze Landwie ein reißender Bergstrom ergoß, gestatteten keine Ermannung, lähmten jeden Widerstand. Hatte fich ja die Welt daran gewöhnt, in Napoleon seiner großen KriegSchaterk wegen einen unüberwindlichen KriegSgott zu erblicken, dessen Allgewalt Nichts zu widerstehen vermochte! Der allgemeine Schrecken, die unbe» grenzteste Murhlostgkeit lasteten wie ein schwerer Alp auf den Gemüthern. und alle Welt gab sich einer fata. listischen Refignation hin. ohne an die Möglichkeit eine- Widerstandezu denken. Wäre ein solcher im Rücken de- Feindezur rechten Zeit organistrt whrden, so hätte demselben sein tollkühne- Vordringen bis an die russische Grenze im höchsten Grade verderblich joerden können. Da- Unglück lag vorzüglich darin, daß von den Höchst» commandirenden Niemand so hervorragenden Geistewar. 1 wie ibn die schwere Zerr erheischte, um hmit dem Genie eines Napoleon und seiner berühmten Marschalle auf» zunebmen. Eine ebrenholle Ausnahme machte der Rächer der widertabrenr« Schmach, der den Wafftnrnhm Preußenauf da- GlanzenDe röhabilitirte. der nachmalige Befieger Napoleons. Blüchy. Dieser Geist sollte sich erst ent» wickeln. Die Geschichte erwähnt ferner belobigend die Namen eines Lestock. v. Gneisenau. v. Schill. Fourbier, v. Neumann u. s. w., die inmitten einer so Verhängnis» vollen Katasftppbe den Mukh nicht sinken ließen. Leider übergeht sic — in ibrrr Art die Ereignisse nur an die Thaten Hochgestellter zu knüpfen — mit Stillschweigen die Namen so vi^er Braven, die damals Leben und Gut in die Schanze schlugen, um da- Vaterland-zu retten; sie erwähnt der fich Opfernden nickt, weil sie eine untergeordnete Stellung einnabmen. Unter die Braven dieser Gattung gehört auch der in der Aufschrift diese- Aussätzegenannte Hieronymus Freund. Schreiber diese-, der mit demselben persönlich bsfteundet war. und dessen pattiotische Hingebung als einen Lichtpunkt aujener ttbben Zeit in seinem Gedächtnisse bewahrt har. hält eS — am Rande de- Grabestehend —, für eine heilige Pflicht, den Namen dieselängst Verstorbenen der Vergessenheit zu ent» reißen, in dessen Buse» die Liebe für König und Vaterland in seltenem Grade glühte, und dessen Opftrfteudigkett für dieselben e» verdient, als nachahmungSwürdigeS Betspiel aufgestellt zu-werden. Sr verdient die« um so mehr, alseine undankbaren Zeitgenossen seine Verdienste zu wenig gewürdigt, und namentlich die Presse mit keiner Gilbe sttner erwähnt^ weniger deshalb, well et keinem hohen Range angebhrte, als weil er Jude war. Um die Erscheinung Freundüberhaupt vom richtigen Stand» punkte zu beurlhetlen, ist es aöthig, fich die Stellung

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