Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 49 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4908862-5999343-6000800--0922-4909575- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Manoah 2× ep/1005864
OCR text
Jüdisches Zur X Leiehrung uni) Unterhaltung uns jüdischem Heknete. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Dhilippson in Magdeburg. rft\^. ■ a i Von dieser Zeui»r,s« eriideiot o-id-fntli* eine Stummer, tzree^ de« 3abr> r m & _ ■ . , .. «an»« 1 »dir. «irrteljäbr^ p'/, «ar. «0, «udU>jnNun|rn, P«a-^rer £, JltOfd. **» QuOflllil I L«r«-v* -xv* und Z,.iun»-er?edii.v»en uedm.n »e»e»un»e« an. Ein Wort über Erziehung. Ls;» Michael Wolf. Motto: Obnc Wabrbcit keine Lugend. | Keine WeiSbeit. keine Menschenerziebung. Emunatb-beth-Israrl. Ick glaube, es ist ein Won zu seiner Zeit; denn allgemein ist die Sorge kür die Erziehung der Jugend, in den Vordergrund getreten, sie nimmt einen wichtigen Platz in jeder Familie, in jeder Gemeinde ein. Nicht nur manche fromme Vater und Mütter, sondern alle und jede Eltern stehen, wie einst Manoach (Judicam 13, 8 „Möge der göttliche Mann wieder zu unö kommen und uns lehren, waS wir mit dem Knabe« tbnn sollen, der uns geboren wird." Und bei Vielen, besonders bei den Städtern. liegt in diesem Gebete zugleich ein Vorptzm gegen die göttliche Vorsehung, daß nicht ftanzöstsche Bonnen gleich den Rüben auf dein Felde, und Gelehrrenschulen wie die Wilder bervorwachsen, und Munk- und Tanzmeister wie Küchlein aus den Eiern heraukkriechen. Nun, so ganz unbillig scheinen diese Forderungen nicht; denn was sollen so viele Eltern macken, deren Mittel ganz beschränkt, und deren eigene Bildung diesen Mittteln noch unterstehen? die weder Rousseau'- Emil noch Richters Lcvana gelesen, noch Erziehungskunde studirl haben? Luft nnd Wasser sind weithin ausgegoffen, für die körperlichen Bedürfnisse ist in GotteS schöner Natur in solchem Maße gesorgt, daß noch vieltausendmal mehr Menschen aus Erben leben können und leben werden, und alle hätten in Hülle und Fülle bei mäßiger Arbeit. Ueberschwänglich ist. für die vergängliche Hülle gesorgt, und für den unsterhßichen Geist so wenig! Wäre eS in der Tbat so. eS wäre wirklich traurig und würbe den deutlichsten Beweis geben, daß rtnfre geistigen Interessen naturgemäß den körperlichen bei weitem nachsteden. und würde den Glauben an die Unsterblichkeit unseres Geistes gänzlich vernichten^ da unsre Seele blos der Diener des LeibeS erschiene; all ihr Dichten und Trachten wäre mit ""echt aus Einneslust und Genuß gerichtet, und das Treiben und 2^rn so vieler materiellen und frivolen Menschen müßte gerechtfertigt erscheinen. Ganz Anderewollen arä die Eltern daher mir ihren Kindern erstreben; kein Vater will seinen Sohn genußsüchtig. zornig, rachsüchtig, kejne Mutter will ihr Töchterlein neidisch, gefallsüchtig, zänkisch haben; wir wollen fromme, gesittete, gehorsame und geschickte Kinder haben. ist der einstimmige Ruf aller Eltern. O möchte dock der göttliche Mann zu uns kommen und uns die Weise des Kindelehren! Zu Manoach kam auch wirklich dpr göttliche Mann. sein Fleben wurde erhört und er j fragte, aber jener sprach/ diir Mntter solle sich vom Weine, von ’ Berauschenden^ und von' allem Unreinen enthalten, und sagte vom Kinde kciu Wort; ja ick glaube, erschiene auck uns ein Engel, um uns über Erziehung zu belehren, er spräche von den Kindern kein Won.! Jedes Kink bringr seine individuellen Anlagen und Fähigkeiten mit zur Welt, welche cs gleichsam für einen gewissen Stand, für, eine gewisse, ädunst, Hantirung und Beschäftigung zu prävrstiniren scheinen, und wir können idm keine neuen anerzichen und anbilden, um taf Kind für unsere vorgefaßten Absichten geeigneter zu Machen, dafür lassen sich keine positiven Regeln aufftrüejt, wo -dann nach Schablonen geschplmeisterr werden könnte. In jedem Stande, beijhder BeschHngung kann unser Kind Glück und Glückseligkeit erring3i,, wir sollen daher für die Wahl deS künftigen Berufes dem Kinde so viel als möglich freien Spielraum zur Entfaltung seiner natürlichen Anlagen lassen. Aber ganz anders verhält eS sich mit dem rein Menschlichen, zur Tugend und zur Weisheit soll jede- Kind , erzogen werten, und dazu sind die Wege so schlickt, so einsam; diese Wissenschaft liegt unS viel näher a!S Wasser und Luft für unfern Körper, denn sie liegt in unS, jeder ^aler -versteht diese Krmst, jede Mutter könnte rrcellircn t^arin, so sie nur wollten. ES ist foe einfachste, die unfehlbarste Regel: Erziehe^ Eure ^Kinder in und zur Wahrheit! das ist ein Mittel zur Erziehung der schönsten und -erfreulichsten Resultate, eine Panacee, welche Wundackuken wirkt, und dabei ein Leitstern für jedemenschliche-Herz^ Drückt Euern Kindern die Wahrheit, diese- Znstegzl der Gottheit bsrf^rn n*:R frühzeitig tn'S reiche Gemüth, daß der Abdruck dort für immer verbleibe. Lehret sie Wahrberl im Empsinden und Denken, in Äott und That. “277" bs rrajjl Liebe und Wahrheit dürfen Dich nie verlassen. "pmaha br Dir? knüpfe sie um Deinen HalS; liebevoll unv wahr sei Dein Wort *pb mb b* 02TO grabe sie ein in die Tafel DeineS Herzens; wahr und rein sei Dein Denken, Dein Empfinden. NXm Und Du wirst Gunst und freundliche Anerkennung in den Augen Gottes und der Menschen finden. Vatenreus so wahr, so fest, so ArrrfchÜtterlich. wie erregt, wie erfaßt' sie des KindrS Herz und reißt iS zur Verehrung bin! MutterNebe. so wahr, so waim. so rein.