Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 46 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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! i 181 Himmel wankte, weit ffmVnii, die erhabene Begeisterung, welche in diesem Augenblicke den Gerangenen belebte, zu verstehen, fühlte der. Priester sich beleidigt, daß ein'Irrgläubigergewagt hatte, ibm zu witerftcben. unk er sprach voll Burerkeit die Worte: Tn bast es gewollt. Greis, so stirb." Die Worte de» Priesters erfüllten sich. Rabbi Iftnarl ende« 'ein Leben unter den grausamsten Q-ualen; aber die. welche roll Haß unk Neugier herbeikamen. um seinen Tod;u scben. kebrien unzuftieden oder memckr lrcher gestimmr von der Hinrichtung zurück. Dieses Leiden unk diese Ergebung, kirr« Prüfungen unk tiefer Glauben gingen über idre Begriffe. Seine letzten Worte waren nicht glücke für seine Henker gewesen, sein sterbender - &\unt batte nur kie Werre gestammelt: „Here. Israel. Ler. Ewige. unftr Gelt, -der Ewige ist einig." Seine irdische Hülle war in Asche verwandelt, unk seine unmenschlichen Sichrer. tkw über ein solche- Beispiel ker Festigieit unwillig waren, betrachteten kiese rauchenden ltrberrcste. Sie batten den Körper besiegt. aber nlckr den Geist, sie hatten den Juten, deren Stütze sie umwerten wollten, einen Märtvrer mebr gegeben, dessen -?!ame. dessen letzte Worte stets in ibrcn Herzen lebensollten. Sw suhlten et. die Macht der Gitc wurde schwach im ' Kampfe gegen die. hrmmlnkbe Wahrbeir. Zukünftig.konnten '.gelten aeschmicdct. Cchriretbaufen aufgencktet werten, ker sterbliche Mensch konnte der Vetnicktung anheim ralle». aber der Geist wirk nicht-unterdrückt werten, der stinke der Gottheit wild nie verlöschen. 'nach Athen geschickt worden, da die griechische Re-! gierung von ihr einen Mann erbat, der die öffentlichen! Arbeiten bei kem Ministerium deS Innern in Athen or-- : ganisire. Die Griechen, die noch jetzt so-großen Haß gegen die Juden begen, und sicher obne Ursachen, da gar , keine Juden in Griechenland wobnen. werden also der! Hülfe eine- Juden sich treuen! I Anekdoten. Aus dem Verdecke eines Dampfers, der auf dem ' Rücken der Theiß in schnellem Fluge dahin eilte, unterhielten sich drei Damen in freundlichem Gespräche. Man sah cS ihrer Kleidung. Haltung und Sprache an. daß sie - der beffern Gesellschaft angehörten. Zwei unter ibnen gehörten wirklich dem hoben Adel an, kie dritte schien ihnen nicht ebenbürtig, daher ihre Tbeilnabme am Gespräche weniger Vertraulichkelt und Ungenirthcit als bei den beiden andern verrictb. Im Lause des Gespräches sagte die adclstolzeste der beiden Gräfinnen: „Endlich bin ich einmal in meinem Leben so glücklich, obne Gesellschaft eines In« ' den auf dem Dampfschiffe zu reisen. —" .Nicht so ganz." bemerkte hierauf die dritte — „wenn auch nickt eines Juten, so reisen die Frau Gräfin doch in Gesellschaft einer Jüdin! —" „Wie so denn?" fragte die bockadelige Sprecherin, sich überrascht und nach allen Seiten bin umschauend. — .Ick habe die Ehre eine Jüdin zu fein. - Frau Gräfin' —“ antwortete diese. — N otizcn des Tages. 'Wie n-u »S in No. 3!> tieftö Blauerorausgesagt. »st die BtU für Zuftstuirg der Juden in das Parlament lyitmun an dem Cfrnfrauff gescheiten, WS die Bill mit K;> gegen 13f< Stimmen verwarft — ** Am 30. -Innr wurde in Pariein Waisenbau-, welches der r'el. Baron Salomon v. Rothsckilv und seine G.'.ltist gegrünter, eiugeweibl. ES ist bestimmt, 40 Kwaben rnrd 40 Mädchen jüti''chrr- Eonsession aufzunehmen. Man rühmt die schonen luftigen Elasten. Schlaf-' und Speisezimmer. die-Bader, een Spielplatz u. ft w. Tie Stift tung bat 21*0.000 Frre. gekostet. — In London cristirt em Verein zur Unterstützung schuldlos verarmter Kausieme. welchem die angesehensten Firmen angeboren. Es versteht sich, daß eine große Zqbl der Mitglieder Juden find. .Jährlich findet ein großes Zwrckeffen stau, bei welchem es in England nickt auft tällt, wenn die Juten an einer Tafel mit Kofcheresscn Platz nehmen. In diesem Jahre war ein Jude Vorsitzender an der Lasel, und die ganze Gesellschaft nahm deshalb daS -Esten koscher ein. — Ein Glaubensgenosse. Herr E. Daniel, Ingenieur des Brücken- und WagenbaueS zu Ami-enS, ist. nach Vollendung rühmlichster Arbeit^. welckr die ftanzös. Blätter mit großem Lobe würdigen, von der ftanz. Regierung Ein chassidisches Rebbecken erzählte ftincn Schülern von den Wundern-des-Messias. „Der Mesckiach." sagte er. „bat eine Fidel, die ist so groß wie die ganze Welt. —" Ein Schüler tragt: „Wenn die Fidel so groß ist. wie kann nran den Fitelbogen darauf spielen lasten? —" „Eine gute Frage, antwortet der Rcbbe, aber ick will sic Dir beantworten: Man schlägt ein Loch kn die Welt, dann gehls. —" Ein Anderer ftägt: „Wo ist aber das Pferd und der Schwanz von dem Pferd, um den Fitelbogen zu beziehen? —" „Die Frage ist sehr schwer." > sagte der Rebbe. „die kann ick nicht beantworten. —" I „Ei." sagte der Schüler, „da nimmt man den Rcbbe selbst, denn der ist ein Sckwan; so groß wie die ganze - 2Dclt." I Eine hohe Person sagte aus einem der Sttbseriplions \ bälle in Berlin, die vorzugsweise von Juden stark besucht werden: „Man spricht mir immer so viel vom ..christlichen Staat," hier sehe ick nur „jüdischen Staat." Allgemeine Zeirung de- Iubeulbum». No 32. 1857. Leitende Artikel: Der Abfall vom Iudenthume. I — : Zeitungsnachrichten. Deutschland: Aus Bayern. Lester- \ reichisckrr Kaiserstaat: Bon der westgalijischen Grenze. Hobenem». Krakau. Fünfkirchen. Italien: Turin. Eorresrondenr: Reiseskizze« au» Würtemberg. (Schluß). 3° beziehe« durch jede» Postamt und jede Buchband« 1»vg. Jährlich 3 Tbaier. rieitcljährig Tdaler. * Verantwortlicher Redactenr^ K. Rabe. Buchk^ok»,»« ,» reireig. — kri>» i>on Nlexaukee Vied» in ve»p«ig.