Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 14 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 4)
- Language
- German
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56 ..Allmächt'ger Gottl" ruft laut der, Umarmet ihn entsetzt, Die heil'gen Fäden schaut er Dorn Blute ganz benetzt. Und hört sechs Worte sprechen, Ganz leise und ganz matt, Rust mit — sein Herz möchk' brechen Adonai echad! Und die sich nie im Leben, AlS Feinde nur, gekannt, AlS Juden jetzt sich geben Im Tod die Bruderhand. Bernburg^ am 10. Decbr. 1356. Dr. Ealm, Advocat. llntcrhaltungs -Pillen. Mitgetbeilt von L. Lehmann in Bad Homburg. Ein jüdischer Lehrer im Dorse Rüdesheim wurde vom dortigen Pfarrer cft mir wunderlichen Fragen geplagt, unter andern auch einmal: „wie eS käme, daß die ersten Menschen über 8—P00 Jahre alt geworden seien?" — ..Ihre Hochwürden." antwortete der Dorfbachor, „das ist sehr leicht möglich, es waren dietz Rüdesheimer Jahre, denn hier iy Rüdesheim wird Einern ein Tag ein Jahr lang." - ' +■ „Sie ließen mich neulich erinnern," sagt ein Händler mit der Börse in der Hand zu einem Kaufmann, „daß meine Schuld 100 Tblr. hoch ist, ich werde Ihnen heute die Hälfte zahlen." Nach empfangenem Gelde ermunterte ihn der Hausmann. Etwas von der neuen Waare zu kaufen. ,.Dies thue ich nicht," emgegnete der Kleinhändler, ..ick bin frob, daß ich herabgekommen bin, und werde mich recht glücklich schätzen^ wenn ich herabgeköwmen sein werde." Blumenlese» Auszüge von Trzählungen. Gleichnissen, Gedanken und Meinungen. wie Erklärungen oou Schriftstellen aus hebräischen Werken. von Joseph Rawicz in BreSlan^ lich erlegen sein, ihr demüthigeS Geständniß, „wenn wir die Stimme unseres GotteS noch ferner hören-, sinv wir deS TodeS," 5. B. M. 5, 25., fand daher baldige Berücksichtigung; N22 •" b-p, die Stimme Gottes in und nach der Kraft. — Psalm 29, 4. Der begeisterte und fromme VP5K bemerkt und ruft sehr sinnig, „wir haben den Allmächtigen nicht als Gewaltigen gefunden." Und sie sollen mir ein Heiligthum machen, daß ich unter ihnen wohne, 2. B. M. 25. 8. Der göttliche Befehl, einen Tempel für ihn zu erbauen, deutet der srrra, wird durch ein Gleichniß erklärlich. Ein König hatte eine einzige Tochter, deren schöne Gestalt eine schönere Seele belebte. Der Ruf ihres Evelmuths und ihrer Dortrefflichkeit verbreitete sich weit, und führte ibr einen königlichen Sohn als Verehrer und Anbeter zu. Er warb um ihre Hand. Der König prüfte ihn. fand in ihm den Mann von Welt, Geist und- Würbe und gab seine Einwilligung zum HeirathSantrage. Die Hochzeitsfeier fand Statt, die Trauung wurde vollzogen, und der Prinz verlebte einige Tage der Frkuve im Schlosse seiner Schwiegervaters. Die Sehnsucht nach feinem Lande jedoch trieb ihn zum König und er bat um die ErlaWniß, seine fürstliche Gattin heimzuführen. „Wisse." erwredcrte ibm dcr König. ..diese meine Tochter äst meine einzige. Mit ihrem Aufblühen wuchs ein Wunsch in meinem Herzen, der mit jeder neuen schönen Blüthe ihre- Geistes, mit jedem böbern Klang ihres tugendhaften Herzens lauter in mir sprach; dieser-Wunsch ist-, mich von meiner Tochter nicht zu trennen. Sie ist aber jetzt mit Fug und Recht Deine Frau geworden, und ich darf sie, so schmerzlich es mir auch wird. Dir nicht vorenthalten. Du wollest mir aber auch von Deiner Seite, eine Bitte nicht versagen. Wo Tu Dich mit meiner Tochter niederlaffen und einen Aufenthalt nehmen wirst, richte für mich ein Zimmer ein. daß ich mich nach'Verlangen und Muße zu Euch begeben könne, den Frieden in Eurem Hause, die Gesundbeit und die Zufriedenheit in Euren Augen.sebe, und mich davon überzeuge, wie Du Dich des GlückeS bedienest, welches Du aus meiner Hand durch die Haud meiner Tochter empfangen hast. Eine reiche Ernte blüht hier der Eintracht und der ernsten Liebe. Die Lehre, dio ich Euch gegeben, sagte der Allerheilize, enthält mein TbeuersteS. Recht und Wabrheit; ste von mir zu lassen, ist nicht möglich, ste Euch nicht nehmen zu lassen, geht auch nicht; ich lege es Euch daher an'S Herz, wohin Ibr ziehet, errichtet mir ein Haus, daß ich mich dorthin verfüge und Eure Pflege dieses Schatzes beobachte. Dem Treuen und Edlen ist hier der schönste und beste Lohn aufbewahrt. 'Wir haben den Allmächtigen, nicht gefunden nr Hiob 37. 23. Diese' Worte, bemerkt bian ::3", können Veranlassung zu einer Gotteslästerung geben, „wir haben den Allmächtigen nickt gefunden groß an Kraft"!!? Der Sinn ist aber dieser: Gott offenbart sich dem Menschen nach dem Maße seiner Fähigkeiten und bürdet Keinem der Erschaffenen mehr aus, als seine Kräfte ertragen können. Tu findest dieS bewahrt bei der Gesetzgebung, wollte Gott mit seiner Gewalt sich zum Gesetzgeber aufwersen, >'o »urden die Zuhörer seiner- Ueberlegenheit augenblick¬ Allgemeine Zeitung deS JudentbumS. No. SS. 1836. An die Leser. — Leitende Artikel: Wucher und Wnchergefttze. — Der wahre Fejud. — Zeitungsnachrichten: I Deutschland: Von der Leine, Malchin, auS dem Mecklenburgischen. . Wiesbaden. — Preußen: Aus der Provinz Posen. Lestcrreichii scher Äaiferftaatr Wien, Bolechow. — Literarisch« 'Nachrichten: Berlin. Zu beziehen durch jede» Postamt und jede Buchdaudi lang. Jährlich 3 Tbaler. vierteljährig ','4 Tbaler. Verantwortlicher Redakteur: K. Rabe, von Saumzirtuer'« Sutdaudlung in Lrivjiz. — Diul ron N:era::ri: SJ te?e ir.