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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 11 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
11 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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/ 43 bleiben, einige Tage von dem wenigen Gelde zehrend, dann ohne Mittel, ohne Schutz, ohne Brot! Von ihren Alkern entfernt und selbst, um dm BehS:den keine Spur zu geben, ohne brieflichen Verkehr »stt den Ihrigen, in der Dunkelheit ihrer Stellung vergraben, ist Niemand da, der ihre Schritte lenkt, daß sie nicht ausarten, Niemand, der ihren Geist wahrt, daß er licht verwildere, und Niemand, der die erotischen Schößlinge in ein fruchtbares Reich pstanzt, daß sie nicht verkümmecn! Beim Leben ihrer Eltern verwaist, dem Elend, dem M rngel, dem Zufall preisgegeben, leben sie daS heben des Ertrinkenden, am Strohhalme, das Leben des WurmeS unter dem Tritte, ein Leben der Entbehrung, der Äarter und der Dual, ein Leben der Duldung, vaö sie his zum Grabe hinschlepp,»! Alexander der Große in Jerusalem. Wer in unsren alten Schriften bewal derc ist, weiß, wie viele Sagen, wie viele artige und liissiilnige Midraschim an die Person Alexanders sMukva,, Macedonier) geknüpft ist. Vielen wird daher der Bercht des Joseph us über das Benehmen AleranderS, de, Zerstörers des persischen Reiches, unter deffen Zepter bis den gestanden, gegen Jerusalem, angenehu (Jüv. Allerth. Xl., 8.) Nachdem Alexander am GranikuS die Feldherr» des Königv )en. dieser selbst dem Feinde nach Cilicien entgegen gezogen, aber von Alexander besiegt worden, drang der macedonische Heldnach Syrien vor, nahm oberie Sidon, belagerte Tyrus und sandt ei» Schreiben an den jüdischen Hohenprie ter, worin er verlangte, derselbe müsse, wenn er seine Freundschaft gewinnen wolle, ihm Hülfstruppen schicken, Lebensmitteln versehen, und alle Abgaben, Persern entrichtet worden, ihm leisten; v>n diesen For derungen werde er nicht das Geringste ablc ssen. Der Hohepriester antwortete den Ueberbringern dieses Brieses, er habe Darius eidlich versprochen, nie die Wissen gegen ihn dahin die Zuzu lesen sein, in der Schlacht on Persien ge- DamaSkus, ervon hier auS sein Heer mit die früher den zu tragen, und so lange Darius unser der Lebenden sei, werde rr riesen Eid nicht brechen. Als Sllerander dieS. vernahm, gerielb er in den größten Zorn da er jedoch von TvruS. dessen Einnahme noch nicht c bzusebm war, ster anvrohen, adl gegen ihn nicht ablassen wollte, ließ er dem Hohenpri er werde sich gleich nach Eroberung rer S wenden und an seinem Beispiel alle Ander, > lehren, wem sie ihre Eide zu halten hätten. Durch die nachdrücklichste Fortsetzung der Belagerung nahm er endlich dir Stadt Tyrus, orvneke in derselben die Verwaltmg, zog dann gegen Gaza und belagerte dasselbe unter den Skadtbaupt mann Babemeses. Nachdem er Gaza erobert, rückte Alexander in Eilmärschen auf Jerusalem los. Als der Hohepriester Jaddus dies vernahm, gerielb er in die grös ke Angst, und wußte gar nicht, wie er den Macevoniern, deren König ihm der früheren Weigerung wegen so sehr rürme, begegnen sollte. Daher schrieb er öffentlich^ Gebete aus, Ävlke rem Herrn Opfer dir und stehle, brachte mit dem >' wolle ''eine Hank über dasselbe halte drohenden Gefahren entreißen. Als er nun nach dem Opfer sich zur Auhe niederlegte, offenbarte ihm der Herr im Schlafe, er solle nur getrost fein^unv alle Thorr rings um die Stadt öffnen lassen; die Bürger sollten in weißen Kleidern, er selbst aber, nebst den Priestern,! in den heiligen Gewänden» dem Feinde entgegengehen und unter dem Schutze de- Herrw.'gar nichts Uebelebefürchten. Als er vom Schlafe erwachte, theilte er voll Freude Allen mit, was er erfahren, und^bereitete sich, das Heer des -Königs so zu empfangen, wie ihm war angezeigt worden. ÄlS er vernahm, die feindliche Macht sei nur noch eine kleine Strecke von der Stadt entfernt, begab er sich mit den Priestern und sämmtlichen Bürgern'der Stadl vor dieselbe., um. dem Könige einen herrlichern und prächtigern Empfang, alS irgend ein andere- Volk, zu berei-, ren. Die dazu bestimmte Stelle war Sapha, das übersetzt Warte heißt; hier kann man nämlich ganz Jerusalem mit rein Tempel.übersehen. Die Pböniciersiun und die dem Könige folgenden Chaldäer glaubten gewiß, dieser werde die Juden daganze Gewicht seine- Zornes-fühlen, die Stadt zerstören unv den Hohenpriester schiuipflich binrichten lassen; aber eS geschah gerade daS Gegentyeil. Sobald nämlich Alexander noch von fern die Menge in» den weißen-Kleidern, die Priester in ihren Byffusgewändern, den Hohenpriester mit dem Schulterkleive von Hsacinth und Gold, put dem Turban und der goldenen Agraffe, die Gölte- Namen enthielt, ansichtig wurde, silte er allein aufs Schnellste herbei, warf sich vor dem Nachen zur Erve nieder und grüßte den Hohenpriester zuerst. Da nun auch alle Juden wie aus einem Munde Alerai der unv es den bewillkommten und umringten, gerirkben die Könige von Syrien und alle Anderen über raS Benehmen desselben in Verwirrung und glaubten, er habe den Verstand verloren. Nur Parmenio nahm sich oen Mutb, Hinzuge )eu und zu fräFkn, »varum er, vor den» die. ganze Welt sich niederwerfe, sich^ vor dem jüdischen Hohenpriester nie! erweise? Er antwortete: „dKcht ihn habe ich angebetet, s,ndern dew Gott, dessen Priestertbum er bekleidet; ich1h,be diesen Priester schon in demselben Aufzuge zu Dios in Macevonien im Traume gesehen. Als ich überlegte, wie ich Asien bezwingen sollte, rieth mir dieser, nicht zu zögern, sondern unverweilr über den Hellespont zu gehln; er selbst wolle der Führer meines HeereS sein und die persische Macht in meine- Hand geben. Da ich nun noch keinen andern Menschen in diesem Aufzuge gesehen habe, siel mir bei seinem Anblick' plötzlich jenes Gesicht unv jene ^Aufforderung'ein, und ich bin nun überzeugt, daß ich rach göttlichem Willen meinen HeereSzug unternehme, ich daS persisches Reich zerstören und alle meine Pläne a »Sführen werve." Nach diesen Worten nahm er den Hohn- Priester bei der Rechten uktd ging in Begleitung verPiiester zur Stakst; dann begab tx sich in den Tcnrpel, bractte Gott, nach Anleitung de-'Hohenpriesters, Opfer dar unv erwies diese»», wie dm übrigen Priestern, die größte Ai szeichnung. Als man ihm nun Daniels Buch zeigte,' in dem voraUSgefagt war, ein Helene werde dje persische zerstören, erkannte er in sich selb« den Äo^berverkünd und entließ »oll Freude daS Volk. Ar» > folgen rief er wieder Alle zusaounen ur d hieß sije Ges^' gehren. Der Hohepriester bat um die Urlaub

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