Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 8 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. ” | — _ | 3« . > Belehrung und AnterhaNung auf füdifchern Hekiete. Herau-gegebea von > Rabbiner vr. Ludwig Philippso» in Magdeburg. •' « lRo. 8. 18Si.I Pi>a bi«i«« 3«itf«brift «r<d>dnt »ttenNlib «ine Mnatntr. ¥r«i# Kl 3ibegjnAt 1 Iblr. 4ti«rtelj4brlfl l'/, 9i|T. ICD« Vud'bjntlunflen, Poüämxr und 3muit^l<jT«Klipn«n n«b»«n V«Se2nn«en jo. [4.^ilirg.l.(!ßflartaI.J , Josua -en Chananjahb n. Josua ben Chananjal, der Kenntnißreichen Haupt, Ist von deS Wissen? Zweigen mit süßem Äuft umlau&t 5 Rur seinen Körper (bmücfet kein zierlich schöner Bau, Ein regellos Geprä.e tragt sein Gesicht zur Schaü. Und als er im Plaste des Kaisers einstens stand, DeS HadrianuS Ticht.r ihn gar zu häßlich fand: „Wie kann in folacr Hülle" — sprach sie mit sfmödem J Hohn — „Der Geist desß> Wahren, Schönen errichten seinen Thron?! —v y ■ „ „Prinzessin!—"" drauf der Rabbi — ., „Dein großer Vater schafft Hinein in tiefe Keller den edlen Traubensaft;! Doch eh' er im Pokale, aus seiner Tafel steht, Läßt er ihn wohl bewahren in goldenem Gerath'^ —"" „Du spottest meiner, Rabbi. — Wie kann dfr edle Wein | In goldenen Gefäßen zum Tranke wohl gevejhn! t— Rur hölzerne umschließen ihn als den besten Äall, Er würde ja verderben vom glänzenden Metall! ..„Und doch verlangst Du..stolze, erbab'ne, klnge Frau, Daß nur der Geist soll thronen im künstlich schönen Bau;.' Und weil nur Furchen zeiget und Falten mein Gesicht, Und aus dem Ebenmaße der Formen Reiz nicht spricht — „..Und weil die schwere Sorge danieder auch, gedrückt, Und Alter- Last und Mühsal zur Erde mEngeböckt; Und weil nicht aufwärts wandelt die männliche Gestalt, So zweifelst Du, ob daraus — rer Geist, di^ Seele schallt! — ..„Wie nicht in g old »er Tonne der edle Rebensa Zum glüb'nden Feuerweipe sich gährend umKschaf t Und nur im schlichten Holze zur wahren Kfaft ge Nur dann belebt, erquicket — nur so da- _ freut: Hr ist heiht, rz er- ,,„So auch die reine Seele in schlichter Hülle wohnt, Darauf deS LebenS Weihe jn ächtrr Würde thront; Drum laß zerbrechlich scheinen dm staubgebornen Leib, Und mir ihm Menschen treiben den Spott zum Zeitver- - trelb —"" ♦; . .! „„Wenn nur Begeistruug lestchtet aus unscheinbarem [ Raum, Und dauernd umgestaltet zur Wahrheit nackten Traum; Wenn nur auS jedsm Zeichen die edle Seele spricht. Und ihrer Tugend Segnung im Schein verhüllet*»icht; — „ „Und wenn sie friedlich wandelt Dann wird dem - Leib die S im liebenden Verein, rele die Helle Leuchte! sein! —"" Der Rabbi spricht - begeistert^, von Wahrheit wild ent- . brannt, , Und die Prinzessin^reichet zum Kusse ihm die Hand. — , i! S Dalpurgis. ein-wunderlvseS agenblick — steh,' ein Jahren tritt vor, .unalischrn PvlenS oder Der tolle Trödler Bleu*). Der akademische Concerksaal ist glänzend erleuchtet und eine glänzende und erleuchtet^ Gesellschaft harret in jener angenehmen Spannung, hie daS Ungewöhnliche erwartet; was ist'S? Ein Wunderkind! schon wieder? bald wird ,S ein Wunder sein Kind zu sehen! Geduld einen A 1 hübscher kleiner Knabe von , zwölf verkennbar ein Kind deS örient Rußlands. Er nimmt seine, Hei^e und beginnt —''und steh. Dein Gesicht glättet sich. Dein Auge.bliHt schwärmerisch. und Dein lKeist wiegt , sich wollustvoll im melodischen Aether, den-Beethoven. Mozart und Haydn um Dich gießen. — Also dennoch ein Wunderkind! Nein! der junge Damian l ist bloS daS> Kind eines Wunders! Ich will Dir eine Geschichte erzählen! — Hast Du Bleu gekannt, dew rollen Trödler? Sicher nicht, denn eS ziems einem verständigen Menschen schlecht^ alle Tollen im Lande zu kennen.!)ch aber habe ihn gekannt und tausend Mal habe jch dengebückten Mann *) Ao« dem. ei,ige a»1 gezeichnete Skizzen enthallenden Heftchen „O^ientalica von Adolph Strich." * rC