Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 7 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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28 Ebräer einander schluchzend über den Leichen die Hände, sanken einander an die Brust, und «16 tzräter der stille Degräbnißzug sich' hinaus bewegte nach dem „Orte delgi Ebrei" (Friedhöfe), sah man sie 'Arm in Arm neben einander gehen. Wie man nachträglich erfährt, soll der reiche äude dem armen die Hälfte seine«. Vermögeo« (da« nun, da er keine Kinder mehr besitzt,, werthlo« für ihn ist) angeboten, Letzterer aber abgelebnt baben. Die Lampe. Bon Moritz Harimauo. Ein Rabbi war im alten Prag, Ein guter Mann und Gon ergeben, Der treulich seiner Lehre pstag. Und klug erklärte Buch und Leben. So könnt' er standhaft alle Plagen De« Geiste« und de« Leibe« tragen. Und bat er nicht den Bissen Brot. Cr sprach: ein Scheiß ist nur die Stoib. So gut nicht wurd' e« feinem Weibe; Dae fad um Trauer ohne Trost ->Dä« schlechte Kleid auf ibrem Leibe, Auf ibrem Tisch die schlechte Kost. Da« war ein täglich Leid. Doch Gram Umnng aie, wenn der Sabbatb kam,, Und ihr Jedwede« abgegangen, Den Festtag würdig zu empfangen.' Ihr Aug' von Thronen angefüllt, Rief sie - „Kein Fisch ist in der Pfanne, In Fetzen Du und ich gehüllt, Kein Wein zum Segen in der Kanne!" Cr oabm sie lächelnd bei der Hakt, Und nach der Lampe bingewanb't. Die kupfern mit den sieben Zinktn, Gleich einem Sterne, schien zu winken. Sprach er. al« ob er sagen wollt' Ci» groß Gebeimniß: „Laß die Sorgen! Berrarh eS nicht, sie ist xon Gold! O sieh sie an, in ihr verborgen Ist mancher woblbrietzie Tuch, Und Wem zum. Segen, Fleisch und Fisch, Und lieblicher Brokaz und Seide Für.Dich und mich zu« schönsten Kleide." — „Sie ist-von Gold!" sie lispelt « kaum Dem Rabbi nach voll gläud'ger Freude. 3br Elend schwindet wie ei» Traum Und r'rohen -Sabbath feiern Beide» Und ist'« genug bei allem Weh. Daß sie nur auf zur Lampe seh'i „Sie ist von Geld!" und alle Plagen DJ sie nach diesem Sabbath tragen. Mit solchem Blick, mit solchem Wort Täuscht sie durch Schande und Entbehrung Don Sabbath sich zu Sabbath fort, Ihr blinkt ja jeder Lust Gewährung. So lächelt sie von Tag zu Tag, Bi« daß sie auf der Bahre lag. Der Rabbi sprach:.„O meine Taube, Du lehrtest mich, wa« fei der Glaube." Dlumenlese. Auszüge von Erzählungen, Gleichnissen. Gedanken und Meinungen, wie Erklärungen von Schrtftstellen an« hedräischeo Werken. Boa Joseph Rawicz t» Breslau. Al« sich Rabba, Sohn de« R. Huna, zum Gebet anschickle, beobachtete er in seiner äußerlichen Erscheinung den religiösen Anstand dergestalt, daß er mit den Worten: „ordne Dich rechtlich, Israel. Deinem Gotte enkgegen!" Amo« 4. 12, selbst einer hübschen Fußbekleidung seine Sorgfalt zuwendete. ' -P' . .! . Worauf deutet da«, wa« geschrieben steht, erläutert j R. 3osepb: „Ich danke Dir, Gott, daß Du über mich gezürnt, Dein Zorn wendet fich, und Du tröstest mich. Zefaja 12. 1. — Wozu erst zürnen, um dann den Zorn gnädig abzuwenden? — Auf folgende« Ereigniß. Zwei Befreundete batten zum Dortheil ihre« Handel« «ine See- ' reise zu machen, und rüsteten sich mit allen Notbwendig- ' kenen dazu au«. Al« die Stunde zur Äbreise schlua. . wurde der Eine durch einen Dorn an einem Fuße denn" ßen. verwundet, daß er zurückbleiben und den zu hoffen' Gewinn de« Unternehmen« feinem Freunde allein s lassen mußte Der Leidende setzte sich jammernd »* “ l läst<Tte und schimpfte laut, wie ihm seine Wukb auf da« grausame Schicksal, das ihn zum Zr n verdammte. Nach Dersiuß von einigen Woch,.^ J,nfm jevoch die schreckliche Nachricht, daß das Sch^. f" seinen Freund an da« gewünschte Geschäfts' sollte, verunglückt» und seinen Untergang i' fanden. Dankend und preisend hob der Z die Hände und da« Herz zum Weltregi X» sprach: „Ich danke Dir, Gott, für Deine Deine Barmherzigkeit, Du beugtest bat Degegniffe vor, und tröstest mich mit t Allgemeine Zeitung de« Judeothu Letteude Artikel: Eine höchst,.' j Der Hirtenbrief de« Großrabbinen de« rtnm« (Forts.). — Zeitung« uachr'' Briefe an« de» Werrathal I., Worms Berlin. Lefterreicktscher Kaiserstaat: reu. Rußland: Milan. — Ltterar Dänemark. gg Zn beziehen durch jede« f4’ lnng. Jährlich 3 Tbaler, vierteljäk« 2 1 Verantwortlicher Redakteur: K. Rabe.!>«,.??» u« »ir i» tt' * hHntlni ia >?ei»ii>. — Tratf reu Alexiater Sitte m