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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 1 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
1 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Jüdisches Volksblatt. 3« Belehrung uni) Anterhatlung auf jüdischem Zeltete.! Herrusgcgebe» vo» '' Rabbiner Vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. IRo. 1. 18SS.I 80« dieser Aeiisckrif, eriche«,» »sLe,Ntck e««e «ummer. Preis de« Iadr- -an^s 1 Idll. BrerteisübriA 1'/, di»r. Alle 8u»d^»bi««so>, Postämter ««d geitn««sek»rdtiröneo »estme« 8rst»st»»Wr» u. [4Jabrg. l.ffltoarUL] Äünsche zum Jahreswechsel. Au» de» Französischen vo» 0e. L. Lrwysob» i» Won»». . Ich habe am Schluffe der beiden vorhergegongenen Jahrgänge d. Bl. nach dem iit Parierscheinenden „UDivers ieraelite“ Wünsche zum kirchlichen Jahreswechsel gegeben; auch diese- Mal sendet brr! Redakteur jene- Blattefolgende Glückwünsche feinen Lesern zu. die gewiß auch unfern Lesrrn gewidmet werden können. Sie lauten: Unsere heiligsten Gebete, oder unsere! erhabensten Anrufungen, schloffen damit, daß wir Aott um Frieden baten, oder ihm für die Wohlthaten de- Friedendankten: möchte auch unser Jahr im Freden sich schließen! Möchte Israel am Tage de- Gerichte» inmitten der Eintracht unter Völkern, und Religionen keine schmerzliche und sträfliche Au-nahme bilden? ■ Di,» ist unser erster Wunsch, den! wir für daeben sich erschließende Jahr unfern Gkaubsn-brüdern bieten. Unser zweiter Wunsch ist der: Wöget.i während Ihr von Gott erfleht, der Verdienste Eurer Djittr eingedenk zu sein, selber an diese zurückdeoken, in- Grdäjhtniß Euch zurücklufen ihre Beharrlichkeit im Glaubens ihren Mulh im Unglück und Kampfe, ihre Kraft g^gen Versuchungen, ihre Opfer und Aufopferung für den am Sinai grossenbarten Glauben, ibre Einfachheit und^ Heiligkeit im Leben, ihr« Größe und Verherrlichung ich Tode? Wöget Ihr bei vem Flehen um; da- Glück Eurer Kinder selber zu diesem Glücke beitragen, indem Ihr Euren Söhnen und Töchtern daS Beispiel aller acht israelitischen Tugenden vorbaltet, ihisen beibringet die Kenntniß und die Drrhätigung unserer unsterblichen Glau« ben-lehren. die Achtung vor unseren lleberlieferungen und ven Eifer für unfern Namen und unsere Geschichte, daS Bewußtsein unserer glorreichen Sendung in der Menschheit und die Zuversicht auf die groß, Zukunft, aufbewahrt unferm Stamme und den Wahrheiten, hie er in der sittlichen und geistigen Welt barstellt! Möget. während Ihr für Euer eigene- Sein Thränen de- Gebetevergießet, nicht vergessen. daß Euer Glück weder im Himmel ist, welcheherabstiigen zu lassen blo» erfordert, daß man ein- oder zweimal de- Jahre» an den Pforten de» Gotte-haufeS anklopft, noch ist e» jenstit de- Meeres, in weitgehenden Entwürfen, in gr»ßen Un« ternehmungen. daman bloauf den Flügeln de» Winde» und de- Dampfezu suchen habe; wohl aber ist ein Eurem Munde, der Morgen- und Abendda- Schema betet, in Erster Hand, welch« die Tephtlin leßt und Gaben! der Liebe spendet, in Eurroa^Herzen. welches^unaufhörlich j von der Liebe zu Israel, zu seinem Gotte Und zu seiner i Thora sich durchdringen läßt ... Da ruht Euer Glück,! o vergesset nicht, daß für' dey Israeliten außerhalb de» : Judenthumkein Heil vorhanden ist! Möget Ihr endlich, während Ihr am JAn ha-kipur Gebete für Eure Eltern — die nicht mehr find -4verrichtet. bedenken, daß sie mit tem Bekenntnis de» jüdischen Glaubenp gestorben sind. Euch segnend inj Namen de» Gotte- Israels, <5i&) vor Gon und Menschpw ein geheiligte» Erbgut de- D-Iauben- und de» reliWUest''Lebenzurücklaffend, und .... daß auch Eure &mne dereinst schlägt, aber ach. wenn der Geist EureS/Voter» Jfaak'S — im Widerstrahl d,S biwmlifchen Lichtschau,vS in Mitte der Gotterwählten — Eurem Geiste zurufen müßte: ..Du bist mein Sohn E sa u ... Du athmerest den Dust aller verderblichen ErdengennHe;-Tu bast vom Schwert der Ungerechttgkeit gelebt; es sind die Hände Esau's, eist nichts die Stimme Jakob'» . . .• ich kenne Tich nicht!" ES waren die» ernste, sehr ernste Worte, we-halb ich den Wunsch Hinzufuge, daß Du) theurcr Leser, rurchein befriedigte- und bestiedigendeS Bewußtsein, wie e» nur reine Gottesfurcht und edle Menschenliebe gewähren können, den Frohsinn erlangest, den Erast Sr» Leben» zu besiegen. und daß Du auf dem Scheioqmukt zweier Wellenjahre mit heiterm Sinne au-rufen mögest: Da- Zeitliche nur. nicht die Zeit, da- Menschliche nur, »nicht der Mensch vergeht-unst schwindet; zur Ewigkeit ist er berufen, jede» Jahr bringt dieser Ewigkeit^mich näher. I Zwei Brüder. Musikalische Skizze von Elisa Polio*). j / „— Dem Viaen ist sie die hohe, die j .. himmlische Götti», de« Ander» eine! ' tüchtige Kuh, die ih» mit vittier »er- I sorgt." Schiller. Jnlder engen Gaffe einer. Handelsstadt kebte vor etwa ^aeißig! Jahren* eine arme Jüdin, die sich vom Ein« und Verkauf alter Kleiher norhdürftig ernährte. Sie hatte einst bessere!Tage gesehen und in einer recht glücklichen Ehe *) An» „Musikalische Skizze» »»d Mährche» »o» Elisa Polko.">

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