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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 52 (1856) · p. Seite 207

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
52 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 207 (sequence 3)
Language
German
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alte Synagogendiener und er schwort daraus, daß man noch vor zwei Jahren eine menschliche Figur auS Thon geformt daselbst gefunden und begraben bat. Den Golem deö Koben Rabbi Lew hat rer Dichter Ächlm von Arnim in Feiner „Jsabella von Aegypten" unte^ anderen Spukgestalten deS Mittelalters mit aufgefühn und somit der Vergessenheit entrissen'). — M. R. Die Ersteigung deS Ararat. ES wird Viele interessiren, daß de? Berg, der zuerst in der heiligen Schrift rnvLhnt wi^d. auf welchem bei der Flukh die Arche Noachs stehtn geblieben war <1 Mos. 8. 4.). der Ararat, bis jetzt noch niemals, weder von dem Fuße eines Europäers, noch ejneS benachbarten Gebirgsbewohners betreten, vor einigen! Wochen von einigen Engländern zum ersten Male Erstiegen worden. Fünf Gentlemen waren von der Partie; sie erreichten alle mehr oder weniger rasch den! Gipfel,> während die sie begleitenden Kurden auS heiliger Scheu vor dem Berge am Fuße >rö Kegels zurückblteben. Etwa 1200 Fuß von der Spitze deS mit Schnee bedecktest Kegels fanden die Reifenden ein Kreuz aus Eichenholz, dessen ruff. Inschrift noch vollkommen lrSba^ war uyd daS der Professor Abich im I. 1845 dort aufgepflatzt hatte. Weiter in die Höhe war weder er, npch ein Anderer gedrungen. Die Engländer (Major Rob. Stuart, Major Fraser, der bochw. Walter ThurSbv, Mr. Theobalds und Mr. EvanS) tranken natürlich, auf der Spitze angelangt, die Gesundheit der Königin Victoria; genossen den prachtvollsten aller Sonuenaufgange. und geben folgende Schilderung deö Berges: „Die ganze Oberfläche d^S Gebirges hat bekanntlich einen vulkanischen Charakter. ES ist in seiner ganzen Ausdehnung zerrissen und zerklüftet. Die auS dem Schnee hervorragenden Felsstücke bestehen auS Basalt oder Tuff, und nähe am Gipfel fanden wir einige Stücke Bimsstein an einer Stelle, wo es noch stark nach Schwefel riecht. Der. Gipfel selbst ist beinahe eben von dreieckiger Form; seine Basis ist ungefähr 600 Fuß lang, feine senkrechte Hohe 900 Fuß; die höchste Spitze neigt sich gegen Westen; von ihr durch eine Schlucht getrennt erhebt sich eine beinabe eben sohohe Spitze und die Basis deS Dreiecks ist rin erhöhter kämm, der eine dritte Erhöhung bildet. Die drei Givf» zeichnen sich an klaren Tagen im schönsten Relief ab. j Der Schnee auf der Spitze ist beinahe so trecken wie Pulver und beim Darüberbinwegschreittti sanken die Rtisenden bis zur Halste deS Unterschenkels ein. Sie fühlten keine Ath. mung-beschwerdrn; die Kälte, dagegen w^r beträchtlich und rin reines Schneewehen hinderte die. Fktsiistcht. Noch den bisherigen Messungen ist die Spitze de« großen Ararat 17,323 Fuß über der MeereSfläche und 14,300 Fuß über der Ebene erhaben. Die Höhe von dfr Basis biS zur Spitze dcS Kegeldürste über 6000 Fu^ß betragen." ') Wir glauben, daß schwerlich Achim v Armin'S Dichtung den 6wlem besser der Dergessenhett entreißt, a'S die Sage im Mauke des Volkes und in jüdischen Dichtung cä. Red. d.güd. vlk-bl. Josua den Chananjah*).^ i. Der^Kaiser HadrianuS sein mächtig Reich dur!chzieht, Zu wissen/ ob der Völker Gesinnung für ihn ^lüht; — j Und' als "er war gNondet an ASlefyrien» Strand, Da treibt eihn gewaltig auch nach dem hest'gen Land. Wohl hat ihm die Geschichte DergatlgneS auf^ewährt Don mächt'gen HeereSzügen, von Titus hlut^er Fahrt; Dom glüh'nden FreiheitSkampfe, den Israel e nst stritt, BiS eS gejagt —. verfolget — den Untergang erljtt. Er will die blut'ge Stätte mit eignem Antlitz schau'n, Wo Romia ließ Altäre dem Götzendienste' bau n; Wo nur ein'Trümmerhaufe auf daö Vergamste weist, Daß dieseeinst daS--Land war, wo Milch und Honig fleußt. -! Nur öve Etehpen decken ein sonst grskgnrt Länd. DaS trübe Auge nirgenddie früh're Größe Ifand; - Denn unter schwerem Drucke seufzt die VerÜamue noch, Und Roma unablässig erschwert deS Schicksals Joch. Der Kaiser hat vernommen, daß Lehr'- ustd Wissen- ' fchaft Noch blühen, wo der Tod'hat den Schmück hinweggerafft. j Die Weisen will er höhnen so stolz und mistridsloS» Warum sie nicht verhüten der Schicksals herbes LooA. . > * Josua den Chananjah, der von deS Kaisers-Hohn Dernoinmen. daß Gefahren dem Ueberreste dpohn,; Er eilet ^uüi Palaste, und in der Feldherrn Mitt', Die den Cäsar umringen, der greise Rabbi tritt. „Nur naher, weiser Rabbi!" der Kaiser höhnend spricht, „Du Haupt deS UeberresteS, Du Strahl ^on Zuda'S X ~ Licht! k_ . „An meinem Throne zeige vor meinen Priestern Dich^, ,,Ob Tein« Weisheit siegend — steht unerschütterlich;" — „Verstehst Du, waS zu zeigen dem^Priester i h be^ähl, - „Dann sollst Du im Palaste der Erste sein beim Mahl; „Vermagst Du nicht zu deuten, ' waS der Manärr . zeigt. , ,;Mit de- Sanhedrin'S Häuptern — mein Arweri auch Dich e"»'" Und am den Wink deS Kaiserzeigt dhr Manäer ihm! Ein Volk, daö von der Gnade verstoßen Elm him. —j Mit Schreck- und Zerrgebilden im Zauberappavttt Der Priester ihm verkündet, daß nun sein Estde naht. /) AuS der Lichtung: „AuS dem heilige» Laude."

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