Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 51 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4908862-5999341-6000777--0840-4909504- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rawicz 1× ep/1048078
OCR text
haben reit erst diesen.Grstchlspunkt erlangt, so ergeben sich darauS die vielfachsten Folgerungen und Erklärungen. DieS ist eS, geebnet Herr, wa» ich Ihnen in dem kleinen Rahmen finti Antwort zur Lösung Ihrer Frage zu sagen hatte. Versetzen Sie-sich nun. nachdem die Zeit Ihren Schmerz gemildert, noch einmal an die. Wiege Lbres »erbenden Kindes, da sagen Sie zu ihm: Ringe nur den kurzen Kamps deS Leben- »stk degroßen Jabrzehende erfüllenden zu Ende. Hat doch die ewige Liebe Dich gewürdigt, in die große Wesenreihe als Mensch, rm- -uleile'i und Dich mit allen Herrlichkeiten ausgestattet, die sie für ihren Erd.nsohn bestimmte. Hast Du doch jene große Laufbahn begonnen, welche Dich zur Vollendung tühren wirr; kurz ist Dein Pfad aus Erden, aber um so rascher und leichter ist Dein Fortschritt. Ein sengender Wind ist über Deine Knospe gegangen, bevor ste-sich erschloffen, aber Du rearst doch Knospe, und die göttliche Gkrechtlgkeit enthält Dir reeder Entfaltung, noch Frucht rör. Und dabei war auch diese Knospe nicht ohne Nutzen und-große Wirkung. Hatte Deine Geburt Teine Eltern koch so sehr erfreut; bat roch Dein Leiden aus unS so schmerzlich lästernd eingereükt; har es uns erhoben. unser Auge auf daS IenfeilS ^gelenkt, und selbst unser Fragen und Zweifeln weckte Großes iw unserm Geist^-Dein kleiner Leib nt«*} ruhen unter dem Rasen, unter dem wir jbn gebettet/ mag in Staub zerfallen,— so wie Dein Hkdäctttniß ittcht auS unsrer Eeele^ weicht, Deine Liebe nicht in unserm Herzen verlischt, so.gehrst Tu Deinen Ga»g jetzt auf deu Höben deS- L.bens, wohin Drin Gott Dich berufen? Blumenlese. Auszüge »ou Eriäbluugen. Kteichmffe». Sebauken und Meiunugeo. wie jirkläiungen vo« Schrifrftrllen aus bebraischen Werken, vou Joseph Rawicz t» Breslau. . De, Mensch, bemerkt R. Jehuda, gleicht den Fischen im Meere, wie riese, wenn »e ihren Aufenthalt verlassen, und »Ich aus re« trockenen Boden begeben, dem Tode zur Beute werden, ebenso der M«nscb, wenn er sein Element, den Verstand und die Sittlichkeit verlaßt, geht er seinem Untergang entgegen; wie bei den Fischen im Meere der größere sich deS kleineren bemächtigt und ihm verschlingend den GaräuS macht, io würde unter den Menschen der Stärkere seine Ueberlegenheik gegen den Schwächeren geltend machen, »venn nicht die Furcht vor der strafenden Dbrigklir wäre; eS sei daher den, R. Chanina beizustimmen, daß man bete für daS Wohl, für daS fortdauernde Gedeihen einer daS Leben. Eigenthum unv Recht schützenden Regierung. 'Zr- -a-a VicrTS' -t begegnete auf feinem Wege einem Ma'sne, der. mit ainem Holzstoß belastet. »Ich nach einem BiSchtn Ruhe sehnte. Er entlud feine Arme-dieser Last und ruhete ein wenig auS. AIS er von Neuem autpacken wollte, bat er dabei den -bttTtttr "*> um Hülfleistung. ..Ich werde Dich gackzlich davon befreien." sagte dieser. ..Was kostet Dein Holzbündrl?" — „Ejoen halben Gulden."— „Hier hast. Du einen halben Gulden, ' und lege Deine Bürde nieder, die ich hiermit für frei für Jedermann.erkläre." — „Der will mich freigebig bedenken." dachte der Holzuiann, und eignete sich Hastig daS Holz zu. Der Gütige! händigte ihm wiechr einen halben Gulden ein, mit der Aufforderung, es sich doch ein für alle Mal leichter zu machen, und den Holzstoß sofort auf dem Platze hinzuwerfen, und erklärte ihn wiederho» lentlich für eine herrenlose Sache, dainil der erste Arme, der deS Weges kommen würde, sich denselben nehmen dürfe. Der Geiz ließ aber Jenem keine, Ruhe, und alS er sich wieder darüber hermachen wollte, hielt ihn "*1 mir den Worten zurück: „Mein Eigenrhumsrecht gab ich zwar daran auf. und erklärte den Holzstoß für herrenlos, jedoch mit Ausnahme für Dichweil Tu für einen Mißbrauch meiner Güte und für einen unverdienten Gewinn sehr eingenommen zu sei»» scheinst. Sei künftig Herr Deiner Gier. Aphorismen. Bon Dr. Wahl. „Vor Allem hllre Dein Herz, denn auS dem Herzen strömt daS Leben." sag» der weise König (Sprüche 4. 23.). Du verwahrst mit Riegeln Deine Gemächer und in Schlössern und Banden Deinen Gelvkasten; aber leichtsinnig lassest Du den Wurm Sunde und deS Unglaube»- in Dell» Herz einschleichen; aber er wachst und »vächst, und Du merkst eS nicht; sind hast Tu endlich mit Schrecken sein Tasein wahrgenommen, so ist er scheu zum. gingeschwollenen Drachen tzerangewachsen und hat sich eiskalt um Dein warmes Herz gelegt. Man ist oft unzufrieden mtt Andern, und melkt nicht, daß man nur auf sich 'selbst erboßr ist. - In Nr. 37. versucht Herr De. Joel das von Zunz (G. B. S. 440) unerklärt gebliebene Wort: bemelech durch N^3 mit Salz, i. e. mit Geschmack (!) z» erklären. DaS Wort bias'elch ist aber einfach das durch jütischen Jargon verstümutelte böhmische Wort, pom&ly, sanft, sachte, gelassen*). — Ebenso ist die Erklärung deS Worte- Ketowes eine verunglückte, da schon EliaS Levira in seinem Tisch bi s. v. sro besser und wohl, auch richtiger eS alS Räthfel der Spaßmacher erklärt und.eS von 3td schreiben herlestet, — Auch daS Wort patschen dürste eher vom Französischen battre (schlagen) ^»bstammen. Klein. *) Ja einer besoudrtu Zuschrift de» Herr, I. Borges ia Rokituitz spricht dieser dieselbe Meinung auS. doch heißt da» rzechische Wort: sacht, langsam. Red. Allgemeine Zeitung de» JudeathumS. No. 37. <886. Leitende Artikel: Literatorbericht.— Ein Reisewerk. Beritt von vr. I. Jost. (Forts. «. Schluß au» Ro. 30.). — Jerusalem. Ende Juli. — Au» Sübdeuckchland: eine eherechl'tche Frage - Zeitung» Nachrichten: Deuischland: Hannover.— Literaritche Notiz: Frankfurt am Main. AZ7 Zn beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler, »ieneljährig •/« Tbaler. verantwonttcher Redacteur: K. Rabe. Vs»!»« xen V-anaaärtnrr*« t«**jn6!un4 in Vnapa- $ratf »Itfnnltr S i« »» fe Vrtvtk. (Hierzu eilte Beilage.)