Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 50 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Xu aievann nicht umicnfl Dich abgemüht, da Du ra- Meer nur ander-wobin brachtest?" <Ibist. fol. 126, b). Curiosum. Aus Unna ia Lestvhalen. 2n Unna starb vor vielen Zähren ein wohlvenkender Bürger christl. Conftssion^ Er vermachte ein' Legat mit ver Bestimmung, daß für die Zinsen desselben alljährlich aur seiner Grabstätte eine Todtenfeier abgehalten werden solle. Rach. rem Willen des Testators sollten der evangelische. katholisch« und Israelitische Geistliche abwechselnd ein Geber verrichten. Die christl. Geistlichen hielten sich meigerlich, sie wollten wahrscheinlich-mit dem Zsraeliren keine Gemeinschaft habend Da vollzog der israel. Lehrer jede- Jahr den Willen des Testator-, ließ sich vom.Erben die Gebühren auSzablcn^ schenkte jedoch in den ersten Jahren da- Geld den Armen, «eil mehreren Zähren weigert sich der Erde, wahrscheinlich aut Zureden der Geistlichkeit, die Schlüssel zur Grabstätte abzugeben, weil er fernerbin daS Legat nicht verwalten will. Nun hat sich der Israel. Vorstand an die Regierung gewendet, aber auch diese will die -Verwaltung nicht übernehmen; und man fragt mit Recht:was ist hier zu thun? Dlirmenlesc. Auszüge vo« Erzählungen,' (RlehfeaiiTen, Gedanken und Meinna- - ge«, wie Erklärungen von Sckriftstellen ans hebräischen Werken, von Zosevh Rawic; in Breslau. Jemand kam zu JO" und frug: „Der Gebieter meiner Stadt brftehlt mir Jemanden zu tövten, und droht mir, wenn ich ihm nicht gehorche, mir meinem stopfe dafür zu büßen, waö muß ich . nach dem rechten Gesetze tl’un?" — „Naher erörtert." entgegnete ver Rechtskundige, „ist Deine Krage wahrscheinlich diese: ..Lebensgefahr verdrängt bekanntlich, jede religiöse Pflicht, und es .giebl kein Gebot. )velcheS man nicht verletzen dürfte, um ein Leben zu erhallen. Du willst nun diesen Grundsatz für Dich in Anspruch nehmen, und den Befehl Deines Gebieters vollziehen. Werke Dir aber, daß das Gesetz, welches aus Sicherheit des Eigenlhums und de- Lebens abzielk. sowohl das'Leben Deiner Mitmenschen, als da- Deinige in Schus nimmt. Denn, welchen Grund hattest Du. Dein Bim für theurer und für die Erhaltung noch» wendiger zu Hallen, alS daS Blut Deines Nächsten? — Zn dem fraglichen Falle steht Dir mithin nur ein Recht zu, einen Mord zu. erleiden, aber keinen zu begehen." gen, dem Tode aber auS Waffersnolh zur Beute werden; hingegen wen» nur Einer trinkt, kann er sich bis an den nächsten Flehen lebend durcharbeiten. — Wie haben sie sich nach dem Rechte zu verhalten? — Ben Pctira sagt: Besser daß Beide sich in daS Bischen Wasser rheilen, auf die Gefahr hin. daß der Tod sie vereinigte, als daß der Eine sähe daS Röcheln seine- Nächsten und ihn überlebte. Diese Meinung galt für richtig bi- R. Akiba kam und dagegen sprach, und stützte seine entgegengesetzte Ansicht aus die Stelle: „und Dein Bruder lebe mir Dir." 3. B. M. 25, 36., welche selbstverständlich der Sorge für die eigene LebtttSerhalkung den Vorzug giebt. Triftig bemerkt der kctit: . R. Akiba würde wohl der 'Meinung des Ben Perira beipstichten. wenn der Krug Wasser Beiden gehörte, in welchem Falle Keiner da- Recht hat, sein Leben auf Kosten des Lebenfeint- Mitmenschen zu erhalten. Unterhaltungs-Pillen. Mitgetbeilt von L. Lehmann in Lad Homburg. Ein junger Mann, der vor seiner Verheirachung eben so oft wie frühzeitig den GoHeSvienst besuchte, kam jetzt nach derselben, besonders MorgenS, immer zu spät. Die Svnagogrnbesucheri sprachen einmal davon, wie derselbe heute Morgen erst zu 2^2 gekommen sei. — ,.Das wunden mich nicht," sagte der anwesende Rabbiner. „er kann vor N27 n2r:N nicht kommen." J Ein Jude von« Lande ging zu seinem BezirkSrabbiuer und fragte denselben, ob es ihm erlaubt sei, an den Halbfeiertagen seinen Bart ohzunehmen. Der Rabbiner antwortete mit Niein. — „Sie haben eS aber doch selbst gethan," erwiedorre der Andere. .,3ch habe auch nicht gefragt," war dis Antwort des Rabbinen. Beim Schlüße eines gab der hier selig verstorbene Rabbiner Wormser einige Lebkuchen zum Besten. Er sagte dabei zu den sich fteuenden Schülern: •n^*r srb *rr: ru n^b *= Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ro. 36. <856. 1 Leitende Artikel: Die kaibolischea Parteien in Frankreit. — Die wahre Reform. II. — Zerusalem, im Monat Ab. — Rußland. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Schonungen, aus Unterkranken, Wolkeobüttel. Preußen: Krotoschin, Raugard. Lesterreichischer Kaiserftaak: Wien. Zwei Reisende bennden sich in einer furchtbaren Bekrängniß wegen Wassermangels. Der Eine hat jedoch einen Krug Wasser bei der Hand, welcheaber für Beide nicht au-nichrnd ist, dergestalt, wenn Beide , damit ihren Durst stillen, sie nur eine augenblickliche Linderung erlan¬ £3 Zn beziehen durch jede- Postamt und jede Luchbandung. Jährlich 3 Thaler, virrteljäbrig V« Tbaler. - * Berantworrlicher Redactenr: Je. Räb«. 3'<r'Ja rcn f aaHjär'tRfr'l •od-banNiing in — Trutf rcn Slijar. f<t Diek» :n e-irjiz. c