Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 49 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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t Relehrnng und Unter lRo. 49. 1856.] iö Hnterfrj^n^wrf jüdi Rabbiner Di. Ludl^O^^^^^^^Ragdeburg. So» Mffer 3eitfd>ilift »rlch«t»t »4A*niH^«WIU»»i«. Prri* hl Sott jüdischem Hekiele. So» Mrfer 3*il(Arift »rlch«t»t »JAtniH* cSV Prri* 3okt> rA(h«. - -- - . _ aas** 1 xtf. »irrlfljifciii!>/, ««r. «Mfc»a*tw»»lOT»f» ■ *o»ä»l« I 3. .JADM 1 1 »»> goitu»g4tk»edtn»»t» »fbaflPt*(S<Onnfl(ii an. Lw* o""* l‘ ** Was ist für das Judenthum am ineisten zu fürchten? V. Neben rer sorgfältigen Kenntniß der Bibel und deren iinmerfortigen Lektüre, neben einiger Kenntniß de- Hebräischeu, ist eS infonderS die Geschichte, welche die Unwissenheit und Gleichgültigkeit im Judenthuu^e zu bekämvscn vermag. Nichtist geeigneter, dem Juden da- Bewußtsein seine- Berufe-, die Ueberzeugung »on der waltenren Fügung der göttlichen Vorsehung zur Erreichung bestimmter Zwecke, die Gewißheit, daß Israel eine Mission für und an die Menschheit hat, daß Pott eS dazu erhalten und erhält, die Gewißheit von der'Wahrhaftigkeit feine- Glaubens, der der Quell aller religiösen (Sr* krnntniß aus Erden geworden — einzustößen und zu beleben, als die Geschichte unsre- Stamme- und Glaubens. Die Geschichte überhaupt erhebt den Menschen über sich selbst und macht ibn zunr-Gliede eine» großen. sich entwickelnden Ganzen. Die Geschickte Israels - macht den Israeliten zum selbstbewußten Gliede einer der mächtigsten Erscheinungen der Weltgeschichte, eine» für den bestimmten Zweck eristirenven Ganzen, und ihn so um so befähigter, diesem Zwecke auch seinerseits zu leben. Durch die Geschichte belehn, weiß der Jude nicht allein, d»a ß er Jude ist, sonder« auch warum und wozu!! 3 Einige Auszüge aus: Cinq anoees 4e voyage en Orient, par Israel Joseph Benjamin, 1. Die Juden in Chinas Ter Äroßrabbiner von Straßburg, Herr Aron Arnauld, erhielt von seinem Vetter, Herrn JaqueS Aron aus Shang-Hai, Provinz Canton in China, einen im August 1852 alldort geschriebenen Brief, an» welchem wir folgende Stelle berauSnehvren: Ich habe im vergangenen Jahre und dann vor einigen Lagen zum zweiten Male chinesische Glaubensbrüder gesehen. Eie sind von ihrem Vohnplatze Kai-fang-fou in der Provinz von Ko-Ramri gekommen, um sich auf die Einladung einiger hiesigen arabischen Israelitin und mehrerer englische» Missionäre hierher zu begebe». Diese letzteren wünschten sich genaue Auskunft und hibrLischt Mal-' nuscripte und Bücher zu verschaffen. Die Reisenden suchten mich auf und ich hatte mit ihnen mehrere Unterhalt«». gen in chinesischer Sprache. Sie sind in China und besonderin der Provinz, die sie bewohnen, unter dem Namen der Pan-KyirnKtan bekannt, wabedeutet: Religion der Ader»auSreißer, oder wie man ein» Englische übersetzt: Inule »inev religioo. Sie stammen aus einer Gegend, die sii: 15o«.'räK (Juda), au-sprechen, unh kamen vor 1850 unter -er Dynastie Khann dahin. Eine zweite Colonne folgte ihnen vor ungefähr 800 Jahren. Ein chinesischer-Kaiser hat ihnen eine Synqgoge gebaut, die jetzt vernachlässigt und in Trümmer zerfall»» ist. Sie beharren in ihrem Klauben .mit der charakteristischen Festigkeit, die die hebräische Rape noch heute auSzeichrtet; sie heirathen nur Frauen ihrer eignen Religion. Aber seit mehr als 40 Jahren haben sie keine Rabbiner ntehr, da sie zu arm find, sie zu unterhalten. Sie kSnnen nicht mehr hebräisch lesen und der««e Theil dieser Generation. »der vielmehr die Ml^^Wrativn Alifrrr Zeit, ist nicht beschnitten, La sie keine Befchneider haben. Sie stab übrigendoch nicht allzu unwissend in den Gebräuchen, die vollständig mir de» unsren übereinstÄmen. Sie haben mir einige hebräisch« Bücher überlaffen, und mir versprochen, mir eine Copie von den Steinplatten mit-chinesischer Schrift zu schicken, die auf ihre Einwandrung Bezog haben. Sie haben auch Sephar-Tbora. Thephilin, Zizt», Arba-Kanfoth. ^ie haben die Absicht, einen oder zwei kleine Knaben, d^e die arabischen Israeliten im Hebräischen und in den Gebräuchen unsre» CultuS unterrichte» sollen, herzubriogen. Während de» Kriege» der Tartaren und der Chinesen Hai sich ein Theil von ihnen in die Provinz Che-Kiang, benachbart der. in welcher unsre Stabt gelegen, verpflanzt und ein andrer Theil ist in Arnov, in der Provinz Fo-Kien. Diese Emigrirten finden sich zugleich in Pekin und in ganz China, aber immer in demselben Zustand de- Verfall» und der Unwissenheit. In Kang-Tschou unv Arnov hoben sie keine Synagoge. Ihre Zahl in Kas-fang-fou beläuft sich ungefähr auf 10,000; in Kang-Tschou find e» 1000 dis- 20Q0; in Arnoy sind sie zahlreicher. Jhte GestchtSzüge findest ^an; der Raye der Mongolen gleich. Diejenigen^»^ ich hier sah. find sehr intelligent und gut unterri^^^ch versteh« darunter chinesische Erziehu»g und B^W. Sie sprechen nur da» Mandarin, bedienen sicb aber noch biblischer Namen, so wie Mose», Aaron iu. s. w. Sie kenne» auch die Namen Mizrarm, Jerusalem, von wo sie gekommen seien; erzählen die Sklaverei und die KnechteSdienste der Hebräer ln Egypten, sie besitzen endlich Fragmente, Trümmer unsrer Geschichte, unsrer Religion,