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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 47 (1856) · p. Seite 187

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
47 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 187 (sequence 3)
Language
German
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187 könnt', so thäl' ich'-, abe:-ich fürchte, <8 ist zu spät. Und ihr" — er wi ndete sich zu den Andern, geht nach Hause, ihr habt au h waS Besseres zu thun, als solchen Schlechtigkeiten nmhzustnnen, geht/ geht!'' et von diesen redlich gemeinten dem Andern schlich auS dem Alle fühlten sich Vernich Worten und Einer nach Zimmer. ..Treibt kein dumme- Zeug!" rief Tctni'S Vater den Enttäuschten warnend nah, ..wir haben Soldaten im Orte. Habt ihr verstände,?" Markus war der Letzte sich nicht, dem Amman in unzufrieden suchte er seine Die Herren hatten de, standen, fie verhielten sich 'und alle Eroberung-plane au- Herz und Sinn getilgt. Wie so — werden me ne Leser fragen der Amman von dem Ans klage gehört?" Daging folgendermal irn zu: Was Peter wußte, Mgnche plaudern im Rau auferlegte, so ließ er doch kürlich fallen, und sein gold'ne Kette von der „Li rin und erzählte ihr, Wader sich entfernte; er getraute i ehrliche Gesicht zu sehen, und Wohnung'auf.. Wink de- Amman wohl verdie ganze Nacht I hindurch ruhig waren wie mit einem Male wie so hatte wußte bald Jedermann, denn che daau-, wafie im nüchternen Zustande denken utib überlegen. So sehr sich also der Saus-Graf Stillschwe gen, selbst vori seinen Leuten, daganze Geh^imniß unwill- Weib, die sich schon auf die blin" freute, lief zur Nachbasie gehört. Und die Nachbarin lief zur Nachbarin, und ko ging e-, bis rauch alS größte- Gebeimniß zu den Obren de- Amman drang, und hätten eS die Leute in def Zudengaffe nicht auch alein Geheimniß erfahren, so wäre von ihrem Haupte da- Unglück unbewußt abgewendrt worden; den« der Amman hatte gesagt: Sie brauche» nichtdavon zp wissen, sonst machen fie Spektakel. werde die Bfut schon allein auseinander sprengen. I Wenn die jüdische Gemeinde jene Aufntiegler nicht gerichtlich verfolgte, so kanp dienur ihrer Friedliebe zugeschrieben werden. Marllus verschwieg feine Wunde, er rief keinen Arzt, der Brand kam dazu, innerer Verdruß mochte da- Eeinige dazu veigetrageu haben, kurz. Markus starb die Woche daratzf. — Aler auf dem Todtbette lag, kam vom Gerichte eine Pfändung, das halbe Haus sollte verkauft werdest, um ungeduldige, drängende Gläubiger zu befriedigen. I Aber .der Bettel-Jtzig wollte den obern Stock nicht kaufen, und nur um zu verhüten, daß er nicht in'„ungewaschene" Hände falle,s brachte er ihn käuflich an sich. j Und Mendel? Betkel-Jtzig war der Erste, der eine Sammlung veranstaltete, um den unglücklichen Jüngling etwa- Tüchtigelernen zu lassen. Erlkam zu einem Satcker in die Lehre, und die-mal bliebt er auch und der Meister war mit ihm zufrieden. Und wenn Menvel ai^f einen Feierlag — (fein Meister wohnte eine Meile vdn H. entfernt) nach Hause kam. so wohnte er beim Bettes-Jtzig ünd aß auch bei ihm, und der N^me Affeverlor! in Beziehung auf Mendel seine Bedeutung. Unglückliches oder glücklicher Weise erfuhren die B^wobner der „Judengaff"' erst zwei Stunden vorher daS Unglück, so ihnen drohte, sonst hätten sse devselber^Tag gfwiß gefastet «nv geweint; da- A für aber lobten sie den Herrn und dankten ihm. und baten Gott, daß er dem Amman daS vergelte. w»S er an ihnen gethan. Und die Wohlhabenden schickten Almosen herum und gaben auf jedwede Weise ihren tiefen Dank gegen den allmächtigen Gott mit freudigem Hetzen kund. Der Amman lebt noch. alS silberweißer Greis, und har Freude an seinem einzigen Sohn, dem Toni, der als ein reicher Bauer die Würde seine- Datermit dem Segen. der auf seinem Hausstände stetwaltete, übernommen hat. Peter soff und soff, bi-' er vollendzu Grnnde ging und Taglöhner werden mußte, und Görg? De« ernährte sich vom Waffertragen in der Judengaffe. H. ist heute noch immer wie ewar, nur eine Veränderung mußte eö sich gefallen lassen. 3-tttbedeutungsvolle Hauist nicht mehr bunt, sondern ganz weiß. Im ..Untern" wohnt der Franzosen. Herfchel. im ..Obern" der Sattler Mendel. Zwischen den Nachkommen herrscht kein Zwietracht mehr, und wenn man heute zur Abendstunde fragt: Wo ist Herschel? So heißte-: Beim Mendel. Und frägt man: Wo ist Mendel? — So hört man, beim Herschel. _ - Was ist für das Judenthnm qm meisten zu fürchten? IV. So wie ^die Verhältnisse liegen, ist enur an wenigen Orten und bei besonderen Zuständen möglich, daß eine größere Zahl au» der jüdischen Volk-maffe mehr aldie zu erwünschende Kenntniß der Bibel, daß sie auch Kennt« niß von.den nachbiblischen Schriften der jüdischen Literatur erlange. Zwei Dinge find edaher, welche vor Allem erstrebt werden müssen: wenigsteneine gewisse Kenntniß der hebräischrn Sprache uüd eine genauere Kenntniß unsrer Geschichte. Wir sagen, daß die Dibelkenntniß nicht allein von der Kenntniß der bebräischen Sprache abhängig sein darf, daß daher . wo eine genügende Kenntniß dieser nicht zu erlangen steht, die Bibel in guter Uebersetzung jüdischer Translatoren in die Hände gegeben Beiden muß. Aber jedenfalls muß die hebräische Sprache den Juden gelehrt werden; denn auch da» geringste Erlernen derselben bringt doch diese Sprache nahe, und läßt sie nicht in jfo weiter Ferne sehen, wie wenn fie gar kein UnlerrichtSsi,genstand für die jüdische Jugend ist; und immerhin werden doch Einige hervorgthen, welche da» Studium der hebräischen Sprache fortsrtzen oder wieder aufnehmen. Daß hierbei vorzugsweise auch da- Verstehen der hebräischen Gebete und vielleicht noch der Picke -Aboth in Betracht zü ziehen, brauchen wir nicht erst zu sagen. Niemals vergesse man, welch' ein wichtige» Moment die hebräische Sprache für den ganzen Bestand IseS JudenthumSist. Notizen des Tages. ( Die Anträge in der Bay,eschen Kammer zup Sntfernung beS drückenden MatrikelgesetzeS sing? bis jetzt fruchtlos geblieben. An der Universität zu Berlin find ans höheti Anord-

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