Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 45 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches BolkMatt. Belehrung i|mö Anterhaltung auf jüdischem Hekiete. ' Herau-ge-eben von Raddiner Vl. Ludwig Philippsou in Magdeburg. INo. 43. 1856 ] «l>n Mffer Btitfdiifi rrf&riBt »**rntlt* (int Runarr. Vrril tri Ildr-l" «aiiA* 1 thlr. äirrirliibrig "'/» R«r. Alle t'Bd'banriuagen. PoStmrer uni 3riiiniA*rfrrlitipnrn arfcnrn (‘tödinnurn *s. [S.Ji|)rg;4.(finjrt«L] Ana l "pb b? -a» «so r (Mischt. Ehachamiw.) oglen. :•? cbv Wenn .es wahr ist. ur kundiger wird es verneinen rerin, Priesterin und Pr dürfte eS nützlich sein, auS schen Geschichte hier Ein» unseren gegenwärtigen Dert Wir lasten jedoch nur dal ziehung findet der denkende 1. Die Auflösun Juden, die „abendländischen gleich in weiter Entsernu» gemeinsames Oberhaupt bei den Römern Patriarch Angelegenheiten, wie auch wesen. Der Nafir genoß ■nann kein Denkender daß. die Gcschi tjphelin der Me dem großen Gel eS herauSzuhe> ältnissen viel A » Factum spreche Leser selbst her und Sachchte die Leh« »scheu ist, so iete der jüdien. daS mir alogeS tbeilt. n. die Bei uS. > deS PatrialrchatS. Die nach der Zerstör» ig Jerusalems in den westlichen Ländern deS römischen Gebietseßhaifr gewordenen Juden" genanfit, hatten, obg von einander lebend, ein daS bei den Äuden Nasir. hieß, für ih» synagogalen ur ihr Gericht--! und Polizeigroße Achtung bei Hofe und war von bedeutendem Einfluss, bei demselben. Der Kaiser TheodosiuS bestimmte berräiitliche Sttafe auf die geringste Ehrenverlctzung desselben^, refrrite ihn und alle ihm unterstellten CultuS»Beamten sagte den Statthaltern aufde- Nafir Angelegenheiten vinzen erhielt der Patriarch von jeder Abgabe und unrer- Strengste, sich irgendwie in zu mischen. Aus allen Profeine Besoldung-- und sonstigen AmiSgelder; gewiffe Hemeindeoberbäupter, Primaten genannt, sammelten di^ einzelnen Beiträge und über« sandun sie ihm in Summa, Da geschah eS, daß der Patriarch Gamaliel ohne Kinder starb; die Patriarchrpwürde, die fich bis jetzt immer in seiner Familie erblich erhalten, konnte also nicht sogleich besetzt werden. Man hätte glauben sollen, daß bei dem Einflüsse, den der Patriarch am Hofe'auSübte, bei dem Schutze, den er den Zerstreuten, machtlosen Juden von Oben bewirkte, bei dem materiellen Nutzen, den er als intelligenter und geachteter Vertrete« bei Hofe ihnen gewahren, bei dem npthwendigen und fegenrrichen geistigen Mittelpunkte, den er ihnen bieten konnte, daß bei diesen Umständen, sage ich, die Juden aller Orten die Baeanz der Stelle ungern gesehen und ernste und rasche Anstalten zu deren Wiederbesetzung gemacht haben würden; doch nein! wo der > Egoi-mu- und der-Vortheil schaltet, tritt jedehöhere Interesse in den Hintergrund. Diele Juden waren froh, de-.AntheilS an der Bildung, den sie bislang an daS geistliche Oberhaupt zu entrichten hatten, nunmehr enthoben zu sein, der Nafir war ihnen persönlich zu wenig bekannt, er lebte ihnen zu entfernt, so daß fie seinen Abgang nicht merklich fühlten. der materielle, wie spirituelle Nutzen, den er ihnen gewährte, war. so zu sagen, reicht handgreiflich genug, um. deutlich ' erkannt und gewürdigt zu werden; dazu kam. daß diel Primaten die Helder noch in Händen Hutten, die sie bei! Ermangelung eine- Patriarchen nicht zu entäußern brauch- > ten, und so bekümmerte fich Niemand um die Wiedereinsetzung deS in Rede fieRrnden Posten-. DaS geschah. DaS Patriarchat wurde abgeschafft 429. Doch mußten später auf Befehl de- Kaiser- HonoriuS die Primaten die empfangenen DefoldungSgelder dem königlichen Privatschatze übermitteln, auch den übrigen Juden wurde die. weitere Entrichtung dieser Abgabe, aber an den FiScuS, zur Pflicht gemacht. So war denn doch die Abgabenlast nicht gemindert, die Lage der Juden nicht gebessert, vielmehr traten erst jetzt traurige Verhältnisse für die Juden ein, die fich zum Thril aus dein Mangel einer hervorragenden, den harten Maßregeln mit den Waffen deS Geistekühn entgegentretenden Persönlichkeit erklären lassen. Die inner» jüdischen Verhältnisse blieben ohnehin'in einem chaotischen Zustande, und darf sich daS Zu« denthum gratuliren, daß gerade damals die Christen mit sich selbst und ihrer Lehre uneinig warjn. die Eingriffe und Uebergriffe deS nicäischrn Cvncilium», btr Formelstreik, die SectenkäMpfe und die Kirchenherrschost ihnen vielzu schaffen machten, sonst wäre wahrscheinlich dat^rstrimi-] fche Judenthum. obne den gewohnten Führer, unterlegen. Da, wo ein höhere- Interesse gebietet, darf der Geld- Punkt nirgendentscheiden. 2. Nrtert oder Uebersetzung? . Die Juden im byzantinischen Reiche, denen die Kenntniß deS Hebräischen und Chaldäischen abhanden gekommen. wollten die Thora in der Muttersprache, die dortigen Rabbinen, jeder Neuerung abhold (obgleich Itn ältester Zeit schon Ccha, Esther,^bei den Merandrifiern die ganze Schrift, in der Landessprache vorgetragen wurde), widersetzten sich diesen Abfichten und versuchten.die bloße Warnung fruchtlos blieb, mit kräftiger Faust den Bannstrahl gegen daunfolgsame Volk. Doch auch dieser prallte wirkung-loab, und da dit gegenseitigen Reibungen kein Ende nehmen wollten, wendete fich endlich Volk