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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 39 (1856) · p. Seite 155

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
39 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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155 goldgestickten Mütze bedeckt, auf ihrer Brust Hing eine Art reichvergoldeten Schilde-;!>e. spielte fteundnch mit einem kleinen Enkel, der auf ihren Schooße saß.| Der Mutter Kopf war mit einem Turban geschmückt, leine goldene Kette mit vielen Schaumüizrn hing um shren Nacken. Mit verschrenkten Armen, cheinbar in ruhizer Unte^haltung mit einer ihrer hübsch n Schwiegertöchter, saß st da. Alle die Frauen waren net , gekleidet; die verheiratl eten mit unter dem Turban vel borgenem Haar, die. unvefheiratheien aber geziert mit ihren langen, rabenschwc rze» Flechten. Man wartete auf die Rückkunft der Mästner, und keine der Frauen würde gewagt haben, durch eine laute Unterhaltung den Heilligen Frieden deßabbathizu stören, bevor nicht die Männer mit dem liebsichen Gruße „Gut SchabbeS" zu ihnen gurückgekehrt wa^n. Einige Fabeln und Erzählungen! der Alten aus der Thierwelt,! Bo» 0r. L. Lewysohu tu Worms. , 13. Einst melkten Hirse« ihre Heerde ^md ließen die Milch in einem offenen Gefäße' stehen,. worauf in ihrer Abwesenheit eine Schlange ison derselben trank. Der Schäferhund hotte emit angesehen und bellte i»ei der Rückkehr der Hirten ungewöhnlich viel, um sie ^or dem Genuß,der Milch zu warnen;! als dieselben jedoch die Absicht des Hundenicht verstanden, da schlappte er schnell die Milch auf und verfiel sogleich in Tode-kr-mpfe, worauf er nach kurzer Zeit endete.^ Die Hirten erkannten nun liefgerührt die Treue de- Hunde-, begruben! ihn, erbauten über feinem Grabe ein Deqkmal und nanntlen eS: *wC: Nabsr. [. I (AuS den hinter' dem Wörterb. t!eS Menachem de Lonfano). 14. Rabbi Ami hatte! zwei Gäste, welchen er jedoch den in feinem Haufe vorhandenen abgekochtin Wein nicht vorsetzen wollte, weil er in> einem offenen Gefäße sich befand. weShalb man befürchten mußte, daß eine Schlange davon getrunken haben mochte. Der Eine §>er Gäste^ ein Gourmand von schwerem Kaliber, drang dennoch in> den Rabbi, ihm den Göttertrank zu gönnen; dieser abrs erwiederte vorsichtig: „ES geziemt sich, daß ^u, wenrt Du durchaus sterben willst, in tveinrm eigenen.-aufe sterbest; in meinem Haufe mag Deifl Leichenbegangnil unterbleiben. (1 »dem.)! Cutiosum. Tie Juden in Algier dekaiserlicheg Prinzen eil Pari-. Dieselbe ist mit stellen versehen. Eine der Capitelder Genest-, in w aus „Joseph Bonaparte" ist aber vollenddie und welcheauf den 1( Prinzen, alS den Palmfv ei>, De i! bersandten Wege i Adresse an d ea er großen Anza» s lben ist der 22. elcher die Worte: gedeutet werden, tung von rrr® . März, den <£> tntag bezogen Dr, L. Lech / der G burt Kaiser l von £ Derbei rem rm: Da- E» 1 als „Pa Ii eburt-tax wird, ysohn. nach ibel- 49. p Tieft me" de- Ruth.*) Die Sonne brannte auf den Weg Hoch über Hermon- Berge-gipfel; Naemi saß im schattenden Geheg Durchwehter Terebinthenwipfel. Noch um den lobten Gatten trug sie Leid, Alsie begrub die blütz'vden Söhne beiv'. Und war ste mit der Söhne Frau'n voll Pangen Hinauö gegangen. 2vr Töchter, sprach sie, schaut hinab, Dort sind die Städte eure- Lande-, Wo mir der.Herr auch reiche Fülle gab Im Glück detreusten Ehebande-! Und dort im Thal gläi zt meiner Jäter Land, Liegt Zuda. dem mein Reich zdg ich au-, leer Aui^Heimath nieder! Gatte mich entwandt, steig' ich heute wieder Doch ihr seid jung, 1fr Töchter mein, Druw geht.zurück-zu Gutem Wolke. Schön seid ihr auch. ibt werdet wieder trci'n, Dergtffm diese SchmerzenSwolke. Fremd bin bei euch ich worden, wie vordem. Fremd würdet ihr auch sein in Bethlehem, Geht heim, kein neue- Glück will euch neiden, So laßt unscheiden. .' Und Arpa küßte ste geschwind '! Und giag in - Thal hinab mit Za »den. Naemi sprach: Und Ruth, mein andres Kind, Willst'du nicht auch zur Heimath „Nein, Mütter, nie! Durch deine- Hast du für. ewig mtdf an di.h gebannt, Dein Leben Hab' ich, stit ich ihn verloren, Zur Pflicht erkoren!" 1 J 4 'ehren? Sohne- Hand „O Ruth, du darfst au mein Geschick Nicht zweifelvaü gebunden bleibend —. „Still, Mutter! wolle nimmer mich zurück Zu meinem Land und Volke treiben! Dein Gott ist mein Gott, auch d^in Volk sei mein, Und sei gemeinsam Nacht und Sonnenschein, Und wo du stirbst, will ich in gleicher Erden Begraben werden!"! >■ H~ Und Ruth nahm ihrer Schwieger ■**«>> Und führte ste hinab die Straße Gen Bethlehem. Eglanzte riax - da- Land Don gold'ner Aebren deiche« Maie. Raemi sah da- Land he-^ Zugend raum-, Der Bäche Glanz, die Last de- Feigenbaum-, Der Palmen Wipfel'räid de- We instock- Fülle, Und weinte stille. ') Au» dem „Dre-dener Album", Elfriede von Mühleufel«, zur stalerstützung schwemmuugeu «n der W e i .' s. s. zweite vermehrte Auflage; Brrlii, RicrlaiLche Luch h»»dlu»g. ' 4^^ herau-aegeben von der durch die Ueberchsil und am 'stlheiu Lenmzlücktea

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