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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 39 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
39 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Jüdisches BolMlatt. Zur Belehrung und Anlerhattüng auf jüdischem Zebiele. Rabbiner Dr. PHHippsou in Magdeburg. aa ••» Wrt*r SrlHArUi rrtertM »Mwttltii »tnr flhiMmr. »r*l# t«l Satze. rA A A i . ■— [Wo. SO. 185«.] .‘-"i StSSX: ^*"Mr l3*<?•&*#•3 ®P*lL] Waist für ds» Jtzckenthum am meisten zu fürchtend 1. Die herei»brech*»b« UvMiffncheit a«f jüdischem Gebiete, die U»?e«tt»iß drü J»de«th»»S hei de« Jnbe« selbst; Mögen andere Religionen die tiefere Kenntniß der Bibel, der Tommentare, des ganzen Rituale re. bei den sogenannten Laten eher fürchten, alp wünschen — im 3u> »enthume ist e* ander*. Wie früher zahllose jüdische Geschäftsleute wegen ihre* theologischen Wissen* sofort Rabbtnen werden konnten: so wurzelte da* Jndenchum desto tiofer, je unterrichteter seine Bekenner in ihm waren. Mit der Unkenntaiwächst die Gleichgültigkeit, wächst die Bewußtlosigkeit. wachst der zerfetzende und zerstörende Bin. floß de* Leben* »«» der weltlichen.Bildung! Was giebt e« jetzt zahllose Zuhtn, die in allen Literaturen, antiken und modernen, Gaßcheid wissen. aber die Bibel — Lantst dem Namen nach kennen, die da* große Meisterwerk ..Hiob" noch nie vor Lugen gehabt, von den „Psalmen" kaum ein Dutzend jemal* gelesen! Bor Allem ermahn« ich daher heut,: bringet di« Bibel wieder in dir Hände der Juden! . . Ihr habe» st, jetzt in reicher und geringer Ausstattung, mit deutscher, französischer re. Uebersetzung, mit Auslegung in allen Sprachen — e* ist kein Vorwand mehr vorhanden — leset sie — nehmet ste zur Hand — denn, wenn Zhr einmal eine ernste Srnnde damit verbracht habet, kehret )hr sicher oft wieder z» ihr zurück! Die Konferenz der Großrabbinen FraickreichS. Vom 13. bi* 23. Mai waren fammtliche Grvßrabbinen Frankreich* in Pari* versammelt. Gelbst der Sroßrabbtne von Algier war dazu erschienen. Sie beriechen stch über Culru-- und Schulangelegenheiten. Ihre Hauptbeschlüffe waren: 1. Au*, den P tu tim einen großen Theil audzu, scheide». 2. Regelmäßige Predigt emznflrßrea. 3. Den gottesdienstlichen Besang zu regeln. 4. Die Einführung der Orgel, welche am Sabbarh und Festtag durch eisten Rtchtisraeliten gespielt werden soll. ■ 5. Die Einführung der Eonfirmlation. 6. Hebung de* Religionsuntoprichte* und Herstellnng jüdischer Elementarschulen, wo irgend e* anr «öglich. ' Die Sroßrabbine« Frankreichgehtzre» bekanntlich znß orthodoren Richtung, unv darum sind diese Beschlüsse not Wichtigkeit. i Meine Reisen in Rußland- VI. 1 «ob Dr. Lllteuthal ia (liilaiati; <N.ch ,.the lirMtu.^ Der Sabbath in Wilna. Es war Freitag Nachmittag: da* -eben in de» Straßen schien «ehr und mehr znznnehme», beinahe die ganze Einwohnerschaft war aus den Füßen und in voller LHL- »igkeit. Da* war ein Einkäufen, Berkonsea, ein Hin« und Herlausen, als wenn da* Ende der Welt nahe - wäre. Mkr eilten eine Menge Leute nach der' Badeanstistt, NM bald darauf reinlich gekleidet, mit nassem Haar und Barte »stader herauszukommen. Dort sah man die Frauen dch Läden schließen und zugleich für den Verkauf zum nächsten Sonnabend Abend Alle* wieder vorguberei-- kt>; Handwerker packten ihr Handwerkszeug zusammen •*» eilten ihren Wohnungen zu; Fuhrleute zogen ihre Werde ja die Ställe und ernst aussehenve Kavste»te,begaben sich mit ganz andern Gedanken^al» mir denen ste die Woche über beschäftigt gewesen, heim zn ihstnz Familien. Immer stiller ward e* in der Sradt «id ich schickte mich endlich an, in die jüdische Eathedrale |» gw hrn. die Hauprfynagoge unter den hundert kleinen, mü denen Wilna überfüllt ist. Diese Synagoge, ein mächtige*, große* Gebäude, steht a«f dem Schulhofe, umgeben von zehn bi* zwöV Elan-, sen. Da steht «aa die Eiau» de* Gaoa», Rabb. Estbahu» Mlna, in welcher dieser fr-mine und bedeutende Gelehrte ßsttze Zeit gewöhnlich mir Lernen und im Gebet zubrachee. A» 4age meine» Besuche* jedoch,war »arm ein^Mtnja» GW» Lomdia versammelt, die dorr ihre Gebe» hielten MO Lag und Rächt lernten. Roch heurigen Ta^O werdM üie von ihm eingeftrhrten Reformen ftreng^/ehalten; bedient fich keiner Gebate, worin die Namen von erwähnt find, keine* Menschen k., mit einem der Gottesdienst wird noch ebenso, wie zu Lebzei« j-tze* Gaon gehalten. Nahebei find noch andre, durch »ene Legate gegründete Clausen^ in weichen Mor- >Hod Abend* don einem armen' Lomden. der seine von hem, was ihm von den Zinsen der

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