Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 38 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•Jtr«nff}<U befallen zu werden. Der für dessen WiedersherßeüunA ängstlich besorgte Vater nahm sofort die Hülfe seineerfahrenen und vortrefflichen Arztein Anspruch, die gütige Vorsehung segnete die angewandten -Heiles, daß der Knabe genaS. Der Arzt rieth dem über Genesung seines KindeS lebhaft entzückten und für slche 'Ergötzlichkeilen schon besorgten Later Mäßigkeit »er Pflege an, daß er darauf streng sehe, daß der biS nach einigermaßen gestärkter Gesundheit äußerst esse und trinke, damit er nicht durch den Rückfall «ine unheilbare Krankheit verfalle. AIS der Genesene ►er zum ersten Male am Tische der Eltern saß, fetzte die Muuer ein wenig Speise vor. Der Vater halte tt Eiligeres;u rhun, als von rem Wenigen, welche- Mutter ihm gereicht. n»ch wegzunehmen, mir den ten, noch zu viel für Dich, mein Sohn! Der verte Knabe starrte ibn an und klagte: ..Mein Vater, Jtf wirst mir Rachfel. Du-hast Dich sehr geändert, die kutter scheint Dein Herz mir entzogen zu haben, Du bist mir ibr einerlei Meinung, mich verhungern zu las- ' Gerübrt faßte der Vater feine Hand und lächelte: i Sol'y. -Du mißkennst meine Güte, ich bin zwar Deiner Muuer einerlei Meinung in der Weigerung, nach Verlangen genießen zu lassen, jedoch auS ver»' ^enen Gründen, sie auS Gei; und Mißgunst.-ich aus ^nnd zärtlicher Sorgfalt. ES ist mir ärztlich ange- »orden, mir Genüssen Dich so langp zu verschonen, )u völlig gesund fein wirst. Meine Neigung, Dich ittsam zu pflegen, weicht also der Verordnung für Deine ^benserhaltung. So weit das rc*:. t Gelehrten^ sagt S2"i, gleichen einer Nuß. Wie Ifer der Kern mchtS darunter leidet, wenn die Sckaale kolb und Srdmutz behaftet ist,, ebenso ist.die Wis- »ft nicht;u verachten, wenn der Gelehrte allch Febfgangen bat. )er Weise, sagt R. Akiba. gleichr einem goldenen Wie dieses, wenn ezerbrochen worden, durch ^Zurechrmachen seinen Werlb erhält, eben so gelangt »uf Irrwege geratbene Weise durch Uebrrlegung und ing zur Sonnenbahn seiner Würde. zm fruz den tx-2 ""i; „Dir in einen Far- , hineingelegre Wolle nimmt bekanntlich nach anheter erforderlicher Zubereitung die dareingethane '^u. Woher mag eS demnach kommen, daß Diele, ' > der heiligen Lehre, beflissen haben, eS nicht in ih- '^üchrung zu erkennen geben?" — „Nur die . . in reinlichem Zustande erbaltene Wolle," er- :R. Meir. „ist.der Annahme einer.verschönernden 'hig; so ist Empfänglichkeit für die Eindrücke der en Lehre .nur bekdem zu erwarten, der aller Ver. fremd blieb. im Verborgenen eine Sünde begeht, sagt R. ►irv betrachtet, als ob er den AUsehenden ver» und dessen Standpunkt beeinträchtigen wollte, tvorgehr aus der Schrift, Jesaja 66, 1: „So spr cht der Herr, der Himmel ist mein Thron unv die Erl e der Schemel meiner Füße?' — Mordechai und Haman, welche nach einer Mittheilung im Midrasch mit der Veranstaltung des königlichen Mahles für das Volk in der Hauptstadt und der Festsetzung der dabei zu beobachtenden AnstandSgebräuche betraut waren, vereinigten sich ungeachtet ihrer gegenseitigen Abgeneitztheit unv Entzweiurrg in dem Wunsche, daß beim Mahle' keine .dringende Aufforderung zum Genüsse stattfinde, jedoch in der Abficht diese- Wunsches waren sie abweichend und getrennt; Haman verlangte es, damit nicht, auch die Juden der Ehre dieser Aufforderung theilbafliq, und Mordechai, damit seine GlaubenSbrüder nickt durch Zudringlichkeit ihrer Freiheit verlustig würden. — Die Verordnung des Königs, ver dafür war. daß Jeder das Vergnügen seiner Tafel weder auf Kosten seines Ge. mütheS. noch auf Kosten seines Gewissen« koste, daß da» her jedwede Nörhigung beim Mahle vermieden werde, stand also mit den Gesinnungen dieser beiden schroff und feindlich einander gegenüberstehenden Hofrätbe in erfreulichem Einklang.-DieS die Beleuchtung der angeführten Midrafchstelle. Ein reicher und angesehener Mann in S . . . . wußte mit. der Zeit bedeutenden Einfluß auf die Cultusangrlegenbeiteu der Gemeinde 'zu gewinnen, als deren Geistlicher er fick zugleich gerirte. Seine Einrichtungen, weit übervas Bevürfniß und die Anforderungen der Zeit hinaus: greifend, brachen sich sämmrlich Bahn p. o de Mufti und so wurde eines Tages die portugiesische LeSart beim Gottesdienste eingefübri. Daß der Mann von vielen Seiten verketzert, angefeindek. gehaßt wurde, versteht sich von selbst, thak aber seiner Bedeutung kn keiner Weise Abbruch, da diese auf goldenem Fundamente ruhte und er die kostspieligsten Einrichtungen fast ausschließlich auS seiner Tasche bestritt. AlS nun die fremden Klange zum ersten Male in der Synagoge gehört wurden, fragte Jemand einen alten, gelehrten Mann in der Gemeinve um seine Meinung darüber. „O." sagte dieser, „daklingt recht schön! aber sonderbar — auS dem 2^ haben sie ein ps? gemacht, aus dem pr? ein nriv, auS dem *"12: ein bac — nur den Schur'k (p“H3) haben sie uns gelassen." B. Allgemeine Zeitung de« Judenkbums. No. 34. 1856. Leitende Artikel: Die EmancivatiooSfragr. — Sem Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. — Rapoport'S Geburtstag. — Die Lebrercoakereuz zu Erefeld. — Zeitung». Nachrichten: Deutschland: Hannover. Worms. Württemberg. Preußen: Königsberg.- Crefrld. Desterreichischer Katserstaat: Stanislau. Saag-Neustadl. Großbritannien: London. Italien: An» Oberitalieu. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Zur Lrxicograpbie der talmudisch-rabbinischen Schriften. JC3” Ju beztebr, durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährig '/« Thaler. Lerautworlllcher Redmtevr: K. Rabe. «rrln, »on Ban«-Lrtn<r'D »uchbandlun« in Letpji,. —~£rud Btrn »lexauter Dietk in Srtpitg. *