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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 35 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
35 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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3« Jüdisches Bolksblatt. Letehrung und Anlerhattung aus jüdischem HeKiete. Heransgegtben »»« .1 Rabbiner vr. L»d»i-Philippsou in Magdeburg. ,Ro. SS. I8SS.I «Jen Mr(fr 3rlt|*rifl «ttttlst »öckoillch «tat «»»«er. «rtt» »,« Iedv« ,»»,« 1 Um. «teNt»Ü»tt, 1% ft«. Mt N»«»,»«»»,,». M,«t«et i taO &tit«H*ffvt»UuMUR »ev»e» MrtH|«» ii,! lS-Zch» Ufowrül] E-alhmonS Sagest. Ä»«l erjLdl» vom I OoiEBil Hecht 1« Hovv^idle». 1. Salomon in seiner Würde und Bürde. Der große Prachttempel zu Jerusalem sollte ohne Benutzung ein,» Eisen- oder eisernen Werkzeugeerbaut-wer« den. Go war eder Wille, va- Gebeiß Gotte-. Salomon, dem der Bau de- Tempelübertragen, wußte sich aber nicht zu ratden und nicht zu Helsen, wie vazu bewerkstelligen. In feiner Bedrängniß ging er zu seinen weisen RLthen, stellte ihnen seine Verlegenheit dar und fragte, wie er de« Gebote Gottes gehörig' entsprechen könne? Da Höne er, daß Gott bei der Schöpfung der Welt zwischen der Dämmerung de- Abendeit Würmchen. $$amir genannt, erschaffen habe und . das besäße die Kraft, die härtesten Steine zu ebenen rmd'-zn« Bau-»fttttto» |% W o die» Würmchen sch. ßas könnten sie ihm frchlich nicht sagen, da Salomon abjr alle Macht über die Geister besäße, so könnte es ihm nicht schwer fallen, von diesen den Aufenthalt de- Wundechhierchenzu erfahren. Dahörte SalopiSn. Sogleich citirte er zwei Geister (D*to); diese bekannten ihre Unwissenheit i« diesem Punkte und verwiesen -hn an ihren Kövig. Aschmodai. Aschmodat aber wohnte!,ben unter einem weit, sehr weit entfernten Berge, in eiqer von tiefen Gewässern ungefüllten Grube, die mit wildem Gestrüpp umgeben, mit einem schweren Balken bedeckt und mit Aschmodai'- Siegelring eigenhändig zupetschin Uat. Da- Allehatte Aschmodat eingerichtet, damit es Niemandem gelänge, in seine Wohnung zu gelangen und damit er bei einer etwaigen Abwesenheit alsogleich erkenne,daß ein Unberufener fich in seine Behausung gewagt>habe. Wie nun zu diesem Gelsterfursten mit heiler Haut^xlangen? Salomon den« das und jene-, endlich beordkn er feinen treuen und vielgeprüften. uich eben so klugen Feldherr« Benajah bpn Jahvjada, übergab ihm Ring und Kette mit dev« darin ekgegrabenen Echem- Hrmphoresch (heiliges Namen Gottes), dann Mehrere Schläuche Wein und mehrere Wollbündel, ertheijte ihm die nöthigen Dorschriftrq, um damit den Aschmodai zu fesseln und dann für dein beabsichtigten ^Zweck willfährig zu machen. > Der treue, muthige Benajah machte fich hierauf auf den Weg. Ohne Störung erreichte er die-Grube.! Ihm schauderte bei dem Anblick derselben, den« Alles verkündete das Geheimnißvolle, ^Schrrckbare, Furcht und Grauen CinflLßende. Doch. Benajah ermannle'sich. Ar-öffnet^gavz nach der von Salomon erhaltenen B^rschrkst^ die unheimliche Thüre und sied, es gelang ihbi da-, phne das Siegel zu erbrechen. Darauf leitet rr da- 'Nasser m der Grube ab. gießt den Inhalt seiner SchlLwchi apf. schließt dann mir feine« Dollbündeln die Grube wieder, ttr Art, daß Niemand die Spürde-Dorgegangenen entdeck^» konnte, llnd nun ging er eilenden Schrittein ein Nahes'St. büsch, dort die Ankunft de- GeisteMnigs abaMNsph/ Aschmodai kömmt gegen Abend nach'Hause, betrachtet da». Siegel und fand eunversehrt. gsAr in die Gruße und stodet Alles in Ordnung, n»r wkttM er den Wein. Doch Aschmodat ist schlqrimd dentz: VÜv». mm. Dich trifft «-»nicht.. Aschmodai Aißt sich ^'leicht nicht i!n- Retz brdl- MN und fich fangen. Sv denkt er und wälzt den nage- ^benren Block auf seine G^nbe, verschUeßt sie und legt fich in ftiewr g-Nj-n hänge darin nieder; doch -als qnäft ihn dek Durst, und quält ihn immer heftiger und heftiger; da denft er: Ein wenig dm Wein zu kostend wird doch nicht schaden. Er trinkt. Dasüße, feurige Getränk schmeckt ihm vortrefflich, er trank immer «ehr und «ehr, so daß er ihm in den Kopf stieg, er schlaftrunken hinfiel und ganz gewaltig zu schnarchen anfing. Jetzt kam Benajah audem Busche bervor. gebt leise auf ihn zu und legt ihn, ohne daß er es merkte, die Kette um den Hals. Aler erwachte und die Fesseln um seineg^Halgemahne. da beulte er so fürchtnlich. daß ringst die Klüfte von seinem Geschrei «Nönten. Brüllend rief er die andern Geister, die rin^s um seine Höhl4 ihre Wohnung hatten, zu Hülfe. Siie hörten fein« Stimme, drängten sich an die Höhle herais, konnten ihm nb^r-nicht helfen. Und als er lange genug gewinsek» und aeUrmt, gewürher und getobt, rief Bmajah ihm zu: „Es ziem» Dir kein Toben und Wüthen, denn Du trägst de» helligen Gottesnamen. und alle- Strapsen nuvmehr nicht» nützen." Der Dämon fühlte; daß Benajah recht habe und ließ fich nun von ihm wie ein Lämmchen leiten. Doch unterließ rr nicht, wo eattging, unterwegs Hundertfache- Unheil auözuübea. Bald rieb er -ch an einem Baum, daß derselbe entwurzelt niederfiel, bald rüttelte er an ein Haus, daß es krachend eia stürzte; sah er Jemand an einem Abgrund/ stürzte er ihn »ostendhinein, daß er das Leben verlor; gewahrte er ein Fuhrwerk, »achte er die Pferde scheu, daß sie forrraanden und Alle» zu tausend Stücken zerschlugen u. w. Endlich langte er bet SalvMön an und ftagte, waer sollte. „Ich wünsche," sprach Salomon, . „den Wurm Schamlr und zwar in kürzester Frist." — |

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