Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 33 (1856) · p. Seite 132

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
33 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4908862-5999341-6000757--0752-4909434
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

132 gelangte ungar. Mustkcowpostleur und Violinvirtuose einen Rus nach Weißenburq, und von da nach Beßprim, wo er mir dem wackern Kapellmeister Rusic-ka einen innigen Freundschaftsbund einging, deines andern seiner Musik« geführten erinnerte er sich so liebevoll als dieses, der seinerseits auch ihn überaus in Liebe und Achtung behielt. In jener Periode lieferte R. seine künstlerischen Produkte mit solch einer Leichtigkeit, daß er zuweilen, verglich aber wenn ihm bei vollem Glase, unter seinen guten Leutchen (,jo efoberci“) die Lust anwandelte — nq<b kurzem Nachdenken die schönsten „MagyarS" auf 1'eiaer Geige im: provisirte. 1817 wirkte er in Füred mit überaus glanzendem Erfolge, wobei auch die Mufikbande deberühmten Esüri Andrüs seine schönen Kunststücke zur Bewun- . derung der Badegäste zum Vortrage brachten. 1819 traf unserm Künstler ein sebr schwerer Schlag;, während zwei Stunden brannten in Baja bei 400 .Häuser ab, unter diesen ^auch seine Behausung mit sämmtlikber'Habe, wobei e?>ber mehr als seine silbernen und goldenen Kostbarkeiten, seine Mufikalieu- und Büchersamm« luiig bedauerte, die er sich im Interesse /einer Kunst nach und nach angeschafft. Durch diese FeuerSbrunst von Allem — außer seinem guten Talente und Rase — beraubt, ging er nach Fünfkirchen, wo ihm oberwäbnter Freiherr v. Brandau sogleich mit Kleidung. Geld u. s. w. beiftand und überdies ein sehr einträglicher Concert für seinen alten Kunstgenoffen zu Stande brachte — ein Glück, welcheeinem Musikanten gewöhnlichen Schlages sicherlich nie zu Tbei! geworden wäre. Bald darauf erwarb er sich durch seine Vorstellungen in TemeSvsr einen solchen Beifall, daß er sofort zum Kapellmeister der dasigen deutschen Oper gewählt wurde, welches Amt er auch durch.drei volle Jahre zur allgemeinen Zufriedenheit bekleidete. 18.23 von den Eveln deS Bscser (Somit, abermals nach Baja zurückberufen, erhielt er von denselben eine ordentliche jährliche Pension unter der Bedingung zuzesichert, daß. er abermals in Baja wohnhaft bleiben möge; waS ebenfalls deutlich bekundet, wie sehr sie einmal seine magyarischen Schöpfungen und fein Spiel liebgewönnen banen. Noch ruhmreicher für unfern Künstler war da- Jahr 1824. Ja diesem Jahre nämlich erhielt er vom Veßprimer Eonzit. die Ernennung a!S ordentliches besoldetes Mitglied der daselbst bestandenen philharmonischen Gesellschaft, bei welcher Gelegenheit in einer ComitatSversammlung sein Name Rosenthal öffentlich in Ruzsavölzvi magyarisirt wurde. Die letzterwähnte Kunstgesellschast gab unter Redaction RuzikskaS ein«! treffliche ungarische Musiksammlung berauS, deren Beurtheiler und wackerster Mitarbeiter auch unser Rozsavölgvi war. 1825 nahm ihn der Biccgespann deS Bacser KomiratC zur KröaungSfeicr nach Breßburg mit, wo er mehrere koncerte mit.glänzendstem Erfolge gab und zwei ausgezeichnete Krönung-, und LandtagS-Ungarische componine. Zm folgenden Jahre wurde er.mit dem Edelherrn Jgn. v. Papßsß bekannt, der, selbst ausgezeichneter Violinspieler. zu unserem Künstftr eine solche Neigung faßte, daß dieser oft Wochen, Monate lang auf dessen Gütern im Heveser Comitate zabringen mußte. 1827 wurde er auch zur feierlichen Einsetzung M Grafen Adam v. Reviczky in die ObergespanSwürde nach dem Borsoder Eomirate berufen, wo er auf einem glänzenden Balle während der Raflstunde vor Tausenden von Zuhörern seine Compostrionen mit größtem Nachdrucke spielte, weShalb er auch vom Obergespane reichlich belohnt wurde. 1828—30 schuf er. vorzüglich in Füred, viele schöne „Magyar'S". Als im I. 1830 Erzherzog Ferd. d'Este durch Baja reiste, wurde R. vom dastgen Stadtrichter aufgefordert, mit seiner Mufikgesellschaft vor dem Erzherzog zu spielen, waS er auch so glänzend vollzog, baß der hohe Gast durch feine treffliche Leistung bewogen, sich längere Zeit mit ihm unterhielt und ihn zugleich eineschönen Geschenkes würdigte. Ein Jahr später verließ er unter allgemeinem Bedauern Baja bloS deshalb, um in Pesth der Erziehung seiner geliebten Kinder einen weitern KreiS, eine höhere Richtung geben zu können; und wirklich erreichte er sein Vorhaben, da seine zwei wackeren Söhne — der eine Dr. der Medicin, der andere Kunst, und Musikalienhändler — nun seine alten Tage mit den schönsten Hoffnungen erbeiterte«. Don Baja nach Pesth angelangt, trat er sogleich auf der Ofner und Pesther Bühne auf, wo seine Vorstellungen von ungethelltem Beifalle gekrönr waren. Zu gleicher. Zeit brachte der Kunsthändler Grimm mehrere seiner Compofitionen an sich, die er in 4 Heften veröffentlichte. 1835 ging er nach Preßburg, und nachdem et da vor dem LanbragSpublikum mehrere Male gewirkt hatte, machte er einen AuSflug nach Wien und ließ sich zwei Mal im Hofopern-Theater daselbst — wo nur die hervorragendsten Künstler gastiren dürfen.— hören, mit welchem Erfolge? daS ist aus dem einstimmig lobenden Kritiken der damaligen Wiener Blätter zu entnehmen. — Während feine- Aufenthaltein Wien wurde er in die Salone mehrerer hochgestellten ungar. Magnaten geladen; vorzüglich war ,s der damalige Kanzler Graf Adgm v. Reviczky. dr» ihm mit aller Auszeichnung entgegen kam. Im nächsten Jahre entzückte er da- Publikum KlausenburgS und HermannstadtS mit seinem meisterschafllichen Spiele. 1837 trug da- Pesther Ungar. Orchester zur F.ier deneueröffneten NationalkheaterS ein von ihm für diese Gelegenheit eigenverfertigte-, größere- Tonstück vor. — Sparer war er selbst ordentliche- Mitglied diese- Orchester-, jedoch beraubte ihn dieses sichern Brote-, der Himmel weiß, welch ein inkriguenhafter Fall, und unser/ältester magyarischer Compositeur, der mit so vielen Verdiensten gekrönte Künstler-Veteran, fand, sonderbar! kein Plätzchen an unserer Nationalbühne wieder. «Schluß folgt.) Allgemeine Zeitung de- JudenthumS. No. iS. <856. LeitendcArtikel: Zum erste» Rai.— Der Frieden-Vertrag. — Die Lage der Belgrader Gemrinde. — Große Lehrinstitute in Ungarn.— Avbori-meu. — Zettnug-uachrichten: Deutschland: Au« dem Kreis« Wiedenbrück, audem Großherzogthum Hessen, Ikei* ninge». München. Wolfenbültel. auder bayr. Pfalz, Frankfurt am Main, Bübl. Preußen: Magdeburg, AaM». Lefterretchischer Kai» serüaat: Wien. Wien, an-Mähren. F^Melch: Part«. Rußland: von der polnischen Grenze. Italien: uIMna. Z, beziehe» durch jede- Postamt und jede Buchbanklung. Jährlich 5 Thaler, vierteljährig */, Thaler. Verantwortlicher Redacteur: K. Rabe. l'rrlag »ui eatmiflättn'fr'* *,n*bdnflmts in —' fruit von •Irjcnf'ir Drede tn Vrfrilg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.