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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 30 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
30 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt t Belehrung und Anterhaltung auf jüdischem HeKiete. £triiUf<ftfci mi Rabbiner Dt. Lust» ist PHUipstso» i« Magdeburg. fSko. SV. 1836.] Du Mrftt Sdtfbrlft crfArtat »ßsmilllch rtM »—it, 9r<W IN SUfec« |ii|l 1 CMt. Bitrtrimrifl 7% »,r «■« Mtmiwyii. «afUmtn ■»I iiMn am. iL] Ein jüdischer BitzÜEuer und ein jüdischer MnsSer. Ja diese» Tage» erschien i» Pesth: „V«U»-LI. Ährentempel verdimter ungarischer Israeliten. Ben Ignaz Re ich, Lehrer. Erste» Heft. Mit eine» Portrait." Wir könne» de« Gedaakm und die Ausführung nur «it grvße» Labe erwähn« »ad dringe«» wüisschm, daß dnrch vielfachen Ankauf de» Hefte» unser« gesth. Leser den Berfaffer bald in dm Stand setze«, eia zweite» Heft zu liefern, da er diese» erste auf seine ftot« herausgegebm. Dir hebe» an» dm 18 Lebmsbesch rech nagen zwei intereffante her« dar; die erste zeigt m» ritze» jüöischm Btltzhaneo, der »it der grüßte» Anstrmgnvg und Anfvpfrmng eine sch»»« Gtnse erkUwntte; die «nde« atnm der de« ungarische» Walke ebne! Nationalwnsik schuf, mck d^str fast vechmigew», nbr» fttarii GlmÜ« gckm Wrt, ganz i» Gegensatz z» dm nmwadtfchm jüdisch« Birtnos», welche dnrch ihre Fittgerfertigkeit gltnzm, wie et» Metrar zerplatzm, »erschwftnden ist Alle» — anch ihre Steltgion! j 1. Jako^ Guttmann wurde im Jahre 1811 voü armen rechtschaffmen lEltern geboren. Sech» Jahre alt. hatte er bereits dm herben Verlust einer zärtlich liebelnden Mutter zu beklagen. Hein Vater, der von dem schwachen Trträgniß seiner HLndearbeit (er betrieb da» Schoeiderhandwerk mit wenigen Gesellen) eine zahlreiche Familie zu ernähren hatte, trug desnnaeachtet möglichste Gorge für eine zweckmäßige Erziehung »es* selben. Er ließ ihm in den für'» Leben nöthigstm Kenntnissen gründlichm Unterricht ertheilm und leittte ihn, durch sei» eigme» Betchlel sowohl, wie durch eine liebevolle treue Ueberwachnng. auf dm segensreichen Pfad eine» gläobigm Israelit« hin. Schon frühzeitig gab G. seine Neigung zur bildmdm Kunst durch Verfertigung von allerlei hübschen Schnitz» werken und niedlich« Spteldiagm zu erkenn«. Doch war ihm viel z« wenig Muße gegönnt, um sich diese« Hang, auf eine harmlose weise frei überlaffm zu dürfen. Im I. 1884, 13 Jahre att. »nßte er da» tranliche Vaterhaus verlaßen nab als vüchsmmacherlehrltug in eine christliche Werkftiitte seine» Hetmathsortes eintretm. Hier hatte der arwe Knabe anfangs »anchen «ißltchen Kampf z» besteh«. Erst als er sich durch Fleiß vub Dtmfttreue. sowie dnrch ein besonder» tadellose» Benehmm au«gezeichaet hatte, gelang e» ihm. dt« Ge«üt-er seine, »me» Umgebung für stch zu gewinn«. Endlich aber glückte th» die» in eine« solch« Grade, baß Meister und Gesell« dm jüdisch« Lehrling nicht nur llabgewauum, so», dem ihn als fietßtgm. ttenherzigen Knabm erßan««, der «uch feiner Geschicklichkeit und Anstelligkeit wegm zu dm schönst« Hossnoagen berechtige. Und tn der That eatwickelte rt, während der drei Jahre, die ee hier verlebte, ein« für sei» »a«a!ige» Alter erstum »mswenhm Fleiß. Er begnügte stch seltm «it »er ih« übertrag«« Arbeit; sondern nahm noch andere freiwillig« Befchüsttgungen »oe, die er in dm MnßWuude« verrichtete. Besonders auffallend war hiebei seine Vorliebe für Gra» dlruugm, die er auf dm Buchsmläus» zu fehm hie nutz da Getegmhett hatte. Gar »ersuchte der unersichrmo Lehrling «tt dm allemupaffmdstm Instrumente», «4t ste ihm aarnde zm chebott staudm — dies, Grddiruagm nnchzuahalln. Und so wenig defrtedsgmd chimeÄunuMgm Lesstu»» gm auch an und für stch »arm und sei» könnt«; so verdiene, ste doch als Borzeiche, eines sich mtwickelndm La» lmtes — unsere volle Beachtung und Würdhgnug. 1887 batte er seine Freisprechung erlangt, und kurze Zeit darauf ging er an der Seite seines' älteren Bruders (gegmwärtig Schneidermeister in Pesth) auf die ^Wanderschaft." Er verwendete gewissenhaft jeden Hufmthalt in einer neuen Werkstitte, um stch mit den mancherlei dort vorkommenden Eigenrbümlichkeitrn seiner Kunst vertraut zu mach«. W/rs er hinsichtlich der Brarbeitungsweise Zweckmäßiges fand, wußte er bald zu benützen. Sein besonderer Eiftr und sein gutes Talent kam« ih» dabei überall glücklich z» Statt«. So arbeitete er durch volle sechs Jahre in de» »orzügllchstm Städtm Ungarns: Pesth, Gran, Preßbnrg rc., ohne das Ziel seiner Wanderung erreicht zu habe». Eine« inneren n»bestt»«tm Drange nach weiterer Ausbildnng Folge leistend, ging er 1833 nach Wtm. Hier war er nur kurze Zeit beschäftigt, da spielte th» der Anfall eine Arbeit in die HÜnde, die auf feine ganz« Zukunft von entschirdmstem Einfluß wurde. An eine« alt« Büchsmlaus, dm er eben zu poliren beschäftigt war, erkannte er zu seine» Erstaunen ei« Meisterstück i« vollm Ginne des Wortes. Auf de» harten, rostsgm Ssahle lag die schönste Zeichnung kn leicht«, freie« Zügm hingegossen. Arabesken, Btnmm und reiches üppiges Laubwerk »n tausend Rank« umschlangen, kämm in dm zartest« Linie, zu« Vorschein. Der Anblick wirkte »tt Za«, borkrast — und n« die Ruhe unseres G. war es doa ann an geschehen. Jetzt erwachte mir eine« Male feine alt«, seit langer Zeit «»schlummerte Neigtzug zur Gvavirung

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