Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 29 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
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11« I Die drei Schlüssel. Nach Laanilh 2 a. Drei Schlüssel stad ia Gotte- Hand Au üßerird'schen Thüren, Die zu de- Erdbewohners Land Und auch zu« Himmel führen; Kein Engel, kein Vermittler — schant. Bekam di« Schlüssel anvertraut. Der Herr schließt aus — da tretet ein Der Menscheasohn in'- Leben. Au »ragen würdig Freud' und Pein Mit immer höh'rem Streben, Daß er empfange einst den Lohn, Der seiner harrt an Gotte- Thron. Doch auch genießen soll er hier. Sich seine- Dasein» freuen; Er. al» der Schöpfung stolze Zier, Soll sich in ibr ze» streuen: i Denn Allewa» die Erde'reicht. Ward nur zu seinem W-ohl erzeugr. 2hm lebt da- Wild, ihm blüht der Baum, 2hm winkt am Strauch die Beere, 3hm wichst der Moose weicher Flaum, Ihm reist die goldne Aehre; — Jedoch zu ihrem Wohlgedeih'n Muß Siegen sein und Sonnenschein. Da schließt Gon aus — und niedersließt Z,r Flur der Himmelssegen. Der Wolken Menge sich ergießt Zum fruchtbar reichen Regen, Und Alle» wächst mit Wunderkraft Hdtaüf durch 3hn. der Regen schafft. - ' Da bricht hervor, so leicht beschwingt, . D^r Blume zarte Krone, (Sfa wildek^Windesarhem bringt Dse Kinder wärm'rer Zone A»'S Licht, daß von der Sonne Macht Erglänze ihrer Farben Pracht. So sproßt im Frühling, jede- Jahr, Wa» strich der Sommer spendet Der Herbst rein, was der Len; gebar, Stoch eb' er selbst qeender; Denn bringt erst Winter die Natur, Dann ruht — zu neuer Kraft — die Flur. Und auch der Mensch reift schnell heran Zum Jüngling, Mann, zum Greise; ) Hier angelaagr — ist eS gerhan Mit seiner LebenSreise; Denn donnernd ihm der Ruf erklingt: .Genug! genug! — die Hülle sinkt — Da schließt zum dritten Male auf Der Herr die Uchte Pforte, Und der zu Staub Geword'ne d'raus Geht eia zu seinem Horte, Und wachet auf zu neue« Licht. Und schauet Gottes Angesicht. Asch- Aphorismen. Los Dr. Wahl. Je erhabener der Gegenstand, desto «ehr trifft ihn das Loos, in den Staub gezogen zu werden, weil er dem gemeinen Geiste unbegreiflich und eben deswegen oft lächerlich erscheint. Unfexe gewöhnlichsten Bedürfnisse: Essen, Trinken, Schlafen u. a. sind nur selten dem Sarkasmus au-gefttzt. während die Religion so oft die Zielscheibe der Spötter wird. Da- Glück ist einfach und klar, wie der sanfte, blaue Aerber; aber da- Unglück tritt in tausendfacher Gestalt auf, wie die tausenderlei Ungeheuer, die Meer und Wüste dergen. So find im fünften Buch Mvsi- Cap. 28. 'nur vierzehn Verse den Segnungen einegottgefälligen Wandetgewidmet, aber vierundfünfzig den Verwünschungen, di« der Hölle de- Lasterentquillen. Einige Fabeln und Erzählungen der Alten aus der Thierwelt. Bon Dr. 8. Lewysoha i> Worms. (8ortfic«n|.) 8. Obwohl der Liebende im Hoben »Liede mit andern Augen sieht und seine Geliebte ein „Täubchen" nennt, so weiß doch der Talmud von der geringen Friedfertigkeit deschönen Geschlechtes unter dem Bilde folgender Fabel etwa- Anderezu erzählen. Don der Eintagsfliege sagten die Leute, sie habe 60 Pfund Eisen ia ihrem Stachel, und da- Weibchen zürnte 7 Jahre lang dem Männchen, weil es aus Jemanden, der audem Bade stieg, sich setzte, ibm Blut aussog . und der Ehehälfte hiervon Nichtmittheilte.. (Chuiin 58.6)*). ] •) 6« braucht »lcht erst Lrsaat zu werden, daß hier 7 und SO . l unbestimmte Zableav«rbältuii,e sind, uud »üsieu in dieser Stelle aas vbilologischeu Gründen /inige Emenkanonen rorgenomme» i werte»; a»,sübrl>ch hierüber iu meinem. so «on will, später za l erscheinenden Werke: „Zoologie de» Laimud»." , Allgemeine Zeitung des Judeutbum». No. iS. <8öS. Leitende Artikel: Einige Bemerkungen. Literatnrbericht. . — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Worms, au- Wür.! lemberg. Ulm. Prenßeu: Erefelv, Perliu. Peckel-beim. Kro. janke. Neswevell. Breschen. Aachen. Stolpe. Oesterreichischer Kaiserstaat: Die«, Dien. Wien. Prag. Frankreich: Pari». Die Schweiz, aus der Schweiz. Jfy Z, dejtebe» durch jede- Postamt und jede Buchhand« luug. Jährlich 3 Thaler. vieneljährig '/« Thaler. verantwortllcher >ed«1tir: JL ItiW. Trtln rn Ttii~i*T*Tur*r Vnchtz,t, Trlfjli — vr»< »m> >tep«»»«e Siede t»