Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 29 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I Jüdisches Bolksblatt Z«-» » Lelehrung und Unterhaltung aus jüdischem Gebiete. st« * Rabbiner Dr. L«d»ißPHUiypso» in Magdeburg. sRo. SS. 1836 ] Bo» »teftr rr<0eiai vbAtatll* fta* 4ta»wrr. Vrftl 9»tr« gang* 1 Xblr. •imdßbrig 7% Mut. »», t>a«'b«BNaagra. V»ftL»>kr u«l $<lt»»|«ft(Mtt*a(» ««bau» «ttrlhia»*» «a. |3Jit)r|.3.CTflörtiLJ Einiges aus dem Scheveth Jehuda von R. Salomo Aden Derga^ )n diesem Augenblicke von der neuen Ausgabe des Slbeveth Jehuda, Welche der grlehrie ve. M. Wiener, Oberlehrer in Hannover edirt, der zweite Bond ausgegeben. welcher die Hebersetzung enthält. Die Uebertragung ist vortrefflich, und mit Erlaubniß de» Herrn vr. W. geben wir einige Piecen hieb, die wir io» sonder» d,»balb wählen, nieil sie nicht zu großen Umfange» sind. Deny interessant ist fast Alte» in dieser Sebrifr. Dir bemerken nur noch, baß der Verfass, in Spanien zu Ende de» 15. Jahrhundert» lebte. 1. Eine wunderbare Rettu »g. Au» dem Münde eine»! frommen und » kisen Manne», de4^ R. «Abraham'.ben Arama habe ich gehöre, daß einfN durch den Herrn R^ Jehuda aben Berga au» Sevilla ein Wunder geschah, da» ich beschre ben will. In einer Stadt nahe bei Sevilla, Namen» kerez de la Frontera kamen einst Mbnche in da» Ha«» eine» Juden, der zu den Reichen de» Lande» gehörte, und verlangten Almosen von ihm. Al» dieser ihnen nicht» geben wollte, entstand Streit und Zank unter ih^en und der Jude schlug einen von ihnen. Sie ober j ürnten darob der ganzen Gemeinde und beriethen sich, fr zu verleumden u»d in» Verderben zu iflürzen. An je« em Tage sahen ste nämlich, daß ein Gjetaufter, welcher jestorben war, auf ihrem Degräbnißplotze beerdigt wurde, i nd da gingen jene Mönche hin, zogen de» 'Getauften auseinem Grabe und brachten ihn auf den jüdischen GottrSac er. Am anderen Tage dann schrieen n, und sprachen^ daß ste da» Grab de» Getauften leer gefunden batten, wo» nur darin seinen Grund hätte, daß, bä jener Mann ftüher ein Jude gewesen wäre, die Jüdin ihn nun au» seinem Grabe gezogen batten, damit er^ nicht mit un» in die Hölle komme. Hierauf gingen Alle zu dem Herzoge und Erzählten ihm den Vorfall. Da versetzte der Herzog: Gehet sofort, bevor die Juden e» erführen,! und fraget ste,! ob e» schon lange her sei, daß ste einen' Juden begraben hätten. Hierauf gingen sie hin, um nachzuforschen, und -a sagten ihnen die Juden, daß ste schon seit längerxr Zeit keinen ihrer Hlauben-genoffen begraben hätten, »»rauf ste fich zu dem Herzoge zurück beg»beü. Alsdann sagte dieser zu ihnen: Gehet nun auf den vegräbnißplatz der Juden und sehet z», ob fich dort ein nieue» Grab findet. Sie rhaten dies und fanden ein solche» daselbst, gruben.e» auf und fanden den Getauften darin. Hierauf begaben sie sich wiederum zu dem Herzoge und erzählten ib«. daß sie ein neu,» Grab gefunden, e» ausgegraben »nd auch jenen Mann erkannt hätten, der wirklich jener zum Ehristen» thume übergrtretene Mann gewesen wäre, .worauf der Herzog in Zorn gerieth. Indessen «einte er. daß e» zweckmäßig sei. von einer solch,n^That den König ln Kennt» niß zu setzen und sollten alle Juden so lange im Gefäng. niffe bleiben, bi« der Bescheid de» König» eintrüfe. Al» die Juden diese traurige Nachricht gehört hatten^ schickten ' ste «tuen Gesandten an R. Jehuda ben Berga nach Sevilla, auf daß er sofort käme, um für sein Volk, da» fich r-J i« einer großen Roth befände, eine. Fürbitte zu thun, denn ■ sie hielten sich verborgen und gingen nicht au» wege« de» Haffe» de» Volke» gegen sie. Al» nua R. Jehuda zu dem Herzoge zu gehen fich anschickte, wollten sie ihm den Zu- , tritt zu diese« nicht gestatten, da ste nur Arge» 1« Sinne führten. R. Jehuda aber stieß sie mit Gewalt bei Seite und sprach zum Herzoge: Unser Herzog, ich bin keineswege» gekommen, die Juden von ihrer Schnld frei zu sprechen, denn nachdem sie eine solche Thar begnügen haben. verdienen sie verbrannt zu werden, ich bin »ielmehr nur gekommen, «einem Herrn anzuzeigen, wer Solche» gethan har, damit Du nicht «oschuldigeS Blut vergießest. Hierauf der Herzog: Ich weiß, baß Du weife bist wie ein Engel, thue daher, wa» Du versprochen hast und Lu wirst mich recht sehr damit erfreuen und ich will Dich dafür . Dein ganze» Leben hindurch in Ehren ballen. Hierauf sprach Don Jehuda: Man bringe meinem Herrn eiu Blatt leere» Papier, nimm e» in Deine Hand, ich aber will e» gar nicht berühren. Sofort schickte der Herzog uod ließ Papier bolen. Hierauf fuhr jener fort: Lege e» iu vier Theile über einander, wa» auch geschah. Sodann sprach er: Lege e» m Deinem Busen zur rechten Seite) auch die» geschah. Man erzählt, daß R. Jehuda hier da» Tetragrammaron ausgesprochen habe, da er ein Eabbalist war. Hierauf zog der Herzog da» Papier hervor und fand darauf vier Priestergruppep abgebildet, auf der ria/a Seite standen nämlich drei Priester, welche an den christlichen Gräbern gruben und einen Leichnam Herausnahmen und an der zweiten Ecke de» Papier» waren drei Priester abgrbildet, .welche einen Leistnam schleppten und al» dieser ihnen zu schwer wurde, steckte einer von ihnen seiuen Gürtel, der cord« de fr eile heißt, unten durch, und auch da» Ende, welche» au» der Hand de» zweiten, de^ e» erfaßt hatte, hervorragte, »ar daselbst zu sehen, um damit die besondere Vorsehung anzudeuten. Drei andere Priester