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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 25 (1856) · p. Seite 100

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
25 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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100 Dies ift die Geschichte "eine- Märtyrerde- Juden- IbumS. der nicht auden Nachkommen Abrahamwar.. Der Wagener'schc Antrag. Niel drängten sie seit meiner Jugend mich, So spreche. Israel; Viel drängten sie seil meiner Jugend mich. Doch überwanden sic mich nicht! Auf meinem Kücken pflügten Pflüger. - Und zogen ihre Furchen lang: Der Ew'ge ist gerecht, zerschnitt der Frevler Seilen Zu Schanden werden und zurückeweichen alle Haffer ZijonS. Sie werden sein wie Gras der Dächer, Das,--eh' man's ausraufr, ist verwelkt, Womit der Schnitter seine Hand, Der Garbenbinder seinen Arm nicht füllet. Wem fallen diese herrlichen Wone des Ps. 129 nicht tin, wenn abermals der Versuch eines Judenfeindes, (Line Pierke^Killion Juven Ihre- Bürgerrechts zu berauben,, völlig 'mißlungen, und mit GotteS Hülfe zu unserm Guten ausgefallen ist. Ungefähr 30 haben für den Antrag qestimnn, 30(> Abgeordnete gegen ihn! Anekdote. muß treu und redlich zu Werk gehen, da- Gemeindegeid zum Nutzen rer Gemeinde verwenden, und endlich dac bedeutet 1^30, er muß auch manches ertragen können und soll nicht wegen jeder Bagatellsache sogleich zu Amt laufen." Dieser damalige Bezirk-beamtc. der da- Wort v^ic, obgleich Christ, fo schön zu deuten wußte, ist der jetzige Geheime Ratb Rettig in Karlsruhe. Awar. Einige Nabeln und Erzählungen der Alten aus der Tylenvelt. Don vr. 8. Lervvsohn io Worme. 2. Der FuchS rieih einst seinem Freunde Jsegrimm am Rüsttage zum Sabbatb in der Küche eines wohlthätigen Israeliten sich einzpfinden, uo, bei der Zttbereitung der Speisen recht artig seine Hülfe anzubieken. AIS nun in Fohe dessen der Wolf eine Portion Schläge sich ge: holt harte, zog er den Derräther zur Rechenschaft. Dieser aber meinte, seine Frau habe deshalb da- Mißgeschick er. fahren, well dessen Vater früher einmal bei gleichem Be» suche in der Küchestatt behülflich zu fein, nur den eigenen Magen bevnchte und die besten Stücke gestohlen hatte. — Der wenig getröstete Wolf ftagte: „Warum soll ich aber für meinen Vater büßen?" — „Ja." antwortete Jener mir frommer Miene, „so will eS die heilige Schrift: Die (Litern verzehren unreife Trauben, und die Zähne der Kinder werden stumpf darob. (Jeremias 31, 29)/(Sanbedrin 38. b). 3. Cm ander Mal guälle Reineke ein brennender <1 (Lin orlhovorer Rabbiner war vor vielen Jahren auf Besuch bei tan jüngst verstorbenen Baron Amschel von Rothschild.. Dieser ging mit Elfterem in seinem Garten spaziren, in welchem eine kleine Menagerie, verschiedene ausländische Thiere. sich befanden. Unvermerkt sprang nun ein Afft an dem Rabbinen hinauf, und dieser schrak heftig zusammen. Baron Rothschild lächelte und sagte: „Was brauchen Sie sich, Herr Rabbiner, zu fürchten, eist ja nur ein Affe." Der in dem hebräischen Schristenthum sehr bewanderte Rabbiner entgegnet« sogleich: ,,Esteht ja geschrieben “^3 Ttir." W. Ueber die Bedeutung des Wortes orj£. In einer kleinen badischen Gemeind, klagten einst einige Mitglieder derselben über die Harte ihres Vorstehercrr beim Einzug der Steuern und über die Anwendung von Strafen rc. beim.zuständigen Bezirk-beamlen. Dieser ließ nun den Parnaß verrufen un.b sagte zu ihn»: „Wissen Sie auch, was „Parnaß" bedeutet?" —„Run wa», Htrr Amtmann?" sprach der aufmerksam gewordene Vorsteher. „Das will ich Ihnen sogleich erklären. Der Buchstabe e vom Wort W7E bedeutet wie, das heißt: der Vorsteher muß rhärig sein für seine Gemeinde, ihr« Intereffen wahren. DaS "t bedeutet p^rp, er muß barmherzig und gefühlvoll gegen unschuldige' Arme sein, fie nicht bis aufs Blut pfänden lassen. DaS : bedeutet V&*'. er Durst und er lud daher seinen alten Freund ein. ihn zu einem Brunnen zu begleiten. ES war eine Helle Mondnacht und die Mondscheibe spiegelte sich auf der Wasserfläche deS tiefen Brunnens. „Schau hinab." sprach der Schlaue zum Tölpel, „welch' herrlicher Kahn!" Der Wolf wurde lüstern. Da ihm der FuchS jedoch nicht ganz vertraute, so beging er eine doppelte List. Er legte in einen Eimer, der an der Balkenkette befestigt war, einen Stein, der schwerer wog als der FuchS selbst; er stieg alsdann in einen zweiten Eimer, nachdem er auch in diesen einen Stein gelegt, mir dem er zusammen jenen ersten Stein überwog. Cr hielt diese Vorsicht für nöthig, damit er im Falle, daß der Wolf in den obern Eimer nicht hineinstiege, nur de» bei sich gehaltenen Stein hinauSwerfe und so von' dem obern Stein in die Höhe geschnellt werde. Tiefe Vorsicht war aber am Ende doch unnöthig: der dumme Wolf stieg in den obern Eimer, fuhr jählings in . die Tiefe, ebenso schnell der Fuchin der Höhe, und in dem -kurzen Moment de- Zusammentreffenwünschte Reineke dem Wolf einen güten Appetit. (Sanhedrin ibid.). Allaemeine Zeitung de» Judeurdums. No. tt. <856. Leitende Artikel: Der Orient. Au»dem Cabinet de» Kaiser» Napoleon III.— Der Drgener'sche Antrag. — Die Lertbeidiaer der Gewlffen-sreiheit unter den Cooservaiiv,eu. — Zeitungsnachrichten: Palästina: Magdeburg. Deutschland: Leipzig. Worm». Preußen: Berlin, Berlin. Ablen. Pr.Staraardt. OesterretchischerKaiserstaat: Die». Sie», Prag. Italien : Nizza. Frankreich: Park» A»erika: tzallfornie«.— LiterarischeRachrichr/n: Frankfurt».M. An brjtrde» durch jede» Postamt und jede Buchdautr Jahrlich 3 Thaler. »ierletjäbrrg V« Tbaler. Perantwortltcher Aedartenr: ~$t. Näß-. * Jwflofl.fl> * •* >1 m fl n < r ' m — Trief pp« Ulrfaafrr ttirlr w

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