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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 25 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
25 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches 3vi Belehrung und Unlerhattung aus jüdisch«» Hetziele. Herau-gezebe» peni Rabbintr vr. Ludwig Philipps»» in Magdeburg. ,Rv. rs. 18S« 1 B»n «ictci BdKAttri VfHl»o»t »Mwatl iiaM 1 kdir. *im*Jjlbna "'/» «flf. «Bc ■ Kit» ge<o»>A«ri»«di»i»»t» n«t««a r ■ i j BtlUb t\m »u-UMr. Üme )a»r Va0»aabliin,,n. Pa»S«»^ » ä».' [SJt|r|.C.ClfrW.] Leben des protestmjtischen fray^öfischen Pre digers NieiolauS Antoine, der 1638 von deü Protestanten öffentlich verbrannt wurde, weil er heimlich zum Judenthume übergetreten i war. ‘ Äotiiftjnna und Ä*l 'fe.) | Der schon vorhcrgenannie resormine Prediger zu Metz, Namen- Kern, der. wie, ich ebenfalls schon bemerkt habe. Antoine« Unterricht in der protestantischen Religion gegeben, und sich als seinen Lehrer, Führer und Freund bewiesen, hatte nichts sob. Ib die traurige Lage seinevormaligen Eatechumene^ erfahren, als er jdetz 30. M^»i 1632) seinetwegen einen Boies an die Prediger > und Professoren ver Kirche und Akae-mie schriebe Dieser Brief ist roh* •»»#«<* ^MPssnbVn^l^vchrsotz etniuckßegee^' «lshhteue» Verfasser, der den Sang! der Krankheit und de- Ggmüth-- zustandede- Antoine audem Eirunde enorscht hat. Er endigt. ' > „Ich glaube daher, hiochzuverehrend, Herren und Brüder, daß Ihr Patient sticht immer in dieser Verirrung, worin er sich jetzt befindet, bleiben werde^ Ich hoffe, daß wenn man ihm Zeit läßt, von dieser Raserei geheilt zu werden, wie ich h-re, baß Sie «hun, chaß er aushören wird. Gotteslästerungen lau-zustoßen: Ghtt wird al-dann auch Ihrer Arbeit und Geduld Trost schenken. 3n^.Lieser Absicht wünschte ich, ds»ß man keine anderen Leute vor ißt ließe, alr seine gutein Freunde, oder solche Männer, die er schätzt, oder für die er eine besondere Achtung hegt, und von denen er liebreich behandelt wird; denn weder hitziges, noch anhaltend«!- Zureden, noch eine übelangebrachte Ernsthaftigkeit, dämpfen die Hitze einesolchen feurigen Mannes. Erlauben Sie mir, meine Herren, daß ich Ihnen sagen darf, daß ich es zur Erbauung der Kirche für nothwendig halte, daß diese Sacht ganz ln der Stille betrie. den werde. Ein jedes auffallende- Beispiel würde ihr gewaltig schaden. Stelle^ Sie stch einmal da- Aetgerniß vckr, welcheman dadurch in der Rahe und Ferne geben würde; stellen Sie stch einmal vor. w!as man von der Reltgion-veränderung und dem Bekenntnis eines Mannesagen würde. der -u u^tübergegangen ist; daß öieser Mann, nachdem er unsere berühmtesten Akademien besucht, einen genauen Umgang tjitt unfern «eisten Predigern ge. habt hat. nun anfängr, iinS anzugreifen:! das Uebrtge denken Sie sich selbst. Das Iudenthum ist bis jetzt »och keine Seete gewesen, davhn man etwas zu fürchten gehabt hättet.- rß steint auch nicht ubthig fein, durch eine öffentliche Bestrafung dt« Folge» davon zu verhindert Die Haudlüag selbst würd, vielleicht nicht Allen gefallen. Es gre»r gewisse außerordentliche Fehler, »je bestraft zu werden verdienen, wovon «an aber doch eine öss,,tljche Sirafe^nnterläßt und die Acten davon chtterlllückr, ZHMii weder daß gegenwärtige Zeitalter stch einer solchen Lhat schämeiz^prf. noch die Nachwelt eine Spur dav-u ührtg behalte. In jedem. Fall ist es nicht-Athig. bet dieffer Sache zu -ellen. welche noch iuüuer .-»-gemacht wedden kann, und .wo ein Aufschub nicht schaden, wohl »her.zu» weilen nützen bann. Al- Servet vor 80 ^m» chehrer<u Jahren an verschiedenen Orte», «rmdädch und schriftlich. 1 kalt und 1 rechen togmanskte, und vifl«. spitzchadtge und , ^ft'^^oarbrachtf. gab «a^ ihm. Zeit «enug,!H y WFvJmj y t verfchttdenen Urthelle wissen, die darüber gefäln wuchtt.^ I Ich sage dies nicht deshalb, weil ich die Be>fohn»g>an I takeln wollte; ich glaube vielmehr, daß eine solche Best nicht besser, als durch sein eigene- Fmer erstickt »erden kann. Aber dieser Fall kann gar nicht mit de» gegenwärtigen Fall in Vergleichung gestellt werdeo; ich bftt« vielmehr Sott von ganze« Herzen, daß er den heften Ausgang gewinnen, und daß Sie, meine hochznverehrentzou Herren und Brüder, bei dieser Sache Ihre christliche stiebe nnd Mitleid nicht , sinken lassen mögen; alsdaun wird Ihnen Sott beistehen, daß Sie die nöthlgen Mittel gebray» chen können, diesen Unglücklichen auf andere G^auke» zp bringen und die Kirche von dies,« Schimpfe zu befreien. Blos diesen Zweckft.chte ich durch mein Schreiben zu erreichen, und ich bitte demüthigst, dasselbe geneigt aufzunehmen. Ich würde es -für nicht geschritten hchlbm, wenn Sie picht meine Wünsche in Erfüllung! zu bringen suchen wollten. Ich bitte Gott in meine» Gebet, daß er eineu Jeden von Ihnen und alle Ihre heiligen Arßeiten reichlich segnen, Ihre Kirche wachsen lasse und Ihre ganze Stadt'unter seinen hohen Schutz nehmen «olle; ich aber habe die Ehre, mit aller Untenhäuigkeit mich Dero hohen Gewogenheit zu empfehlen, und nenne «ich von ganzem Herzen Metz, den 30. Mai 1632. Meinen Herrest . 3hr - tz untertbLnigst gehorsamster und gan)1 ergebenster Diener Ferri." Indessen saß Jnquisir Antoine noch immer l» Gefäugniß. Er ließ zu verschiedenen Zeiten drei Bittschriften

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