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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 23 (1856) · p. Seite 92

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
23 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 92 (sequence 4)
Language
German
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sr Sofer, in Rauchwolken gehüllt. Ich war lange unschlüssig, pnter welchem Vorwände ich wir ein Ouittel erbinen sollte, als mir plötzlich ein Herr auf die Schulter klopfte und mich freundlich grüßte. ES war der Gut-pächier .... welcher in einer höchst wichtigen Angelegenheit den Rath de- Rebben bedurfte. Ich Munich für einen diese- Herrn aus. und batte so da^Wlüch odn, Ouittel die Woknung deheiligen Rebben besuchen zu dürfen. In einem kleinen durch eine Bretterwand griheilten Stübchen saß rer Rebbi. Er empfing un-. mit einem berzlichen Schalom alechem, schaute beständig zur Erde, ging in seinem Zimmer auf und ab. mustette uns. nahm meinem Begleiter da- Ouittel ab und sprach darüber eine thaf einige entfernte Fragen an ihn, und setzte sich in selnen Lehnsessel zurück. Ich betrachtete mir die Wohnung nach alten Richtungen. Sie war ein wenig eng, wie dienatürlich, denn unser Rebbi war hier in Erdöbenye ein Daregast und wohnt gewöhnlich in ... . ' Linksab ich einige Kästchen in der größten Ordnung neben einander stehen, wie die Büchsen in den Apotheken, ewaren Kemeoth sAmulette) Medicamente für Kranke. Pergamentrollen. beschrieben mit den Namen von guten Engeln und deal Namen Gottes; rechtbemerkte ich Ringe au- Lulaf. die al- Mittel gegen die Cholera in Verbindung mit einer Kemea. die der Patient schlucken muß, sehr hochgeschätzt waren. Diese werden von den Krtznken ofttnalS auch am Halse getragen und schützen gegen böse Geister. Mein Begleiter gab dem Rebben ein yr'TE. seine Gabe) und dieser verließ uns , mit der Versicherung, daß '3'« helfen wird. Anfrage und Antwort. Von der Tochter einebadischen Rabbiner-. GestaNqn Sie, hochwürdiger Herr! einer jungen Leserin Ihrer beiden sehr schätzbaren Zeitungen eine ergebenste Bemerkung. Ich habe Lhre freilich wohl einige Jahre vor mir gebornen Novellen: „die Marannen," „die Erbbibel," ..die Gegensätze" mit steigender Begeisterung gelesen. Le rov.tfts paysans machte mir Lust, dahiernach bearbeitete Drama „Esterka" zu lesen, aber Sie haben nur 3 Acte davon erscheinen lassen. Die Wanderung durch- Leben in den Jahrgängen 1839 und 1840 der-A. Z. d. A. blieb meines Wissenauch unb,endigt. Bon den Jahrgg. 1841 — 1850 habe ich übrigennicht Alles zu lesen bekommen, und vielleicht befinden sich in denselben die betreffenden Fortsetzungen. JndemJahrg. 1851 las ich mit großer Theilnahme die fromm und lieblich geschriebene Erzählung ,,da< Verbrechen von Werki." Nicht weniger intereffir'te mich die begonnene Erzählung „die Nachbarn," die aber leider nie fortgesetzt wurde. „Der unbekannte Rabbi" ist 1852 angefangen. 1853 fortgesetzt, dessen Schluß ist aber dem Titelhelden entsprechend, unbekannt geblieben. 1854 enthält einen schönen Tbeil der für jeden israelitisch Fühlenden. so wichtigen Erzählung „Marianne," die aber leider auch nicht fortgesetzt ist. verzeihen Sie nun, geehrter Herr Redakteur! einer warmen Verehrerin Jbrer bald belehrenden, bald unterhaltenden. bald beide Zwecke vereinigenden Feder, die ergebenste Bitte, daß die Herr. Fortsetzungen recht bald erscheinen mögen; unv die Anfrage, ob solche in den Zeitungen. oder vielleicht vollständig durch den Literatur-Verein veröffentlicht sein werden? Antwort. Eines würdigen Collegen würdige Tochter. eine so lieben-würvige und unS freundlich zugekhane Dame, muß sofort Antwort erhalten. Wohlan! „meiner Sünden gedenke ich beute." sage ich mit dem Oberschenkel! Pharaoh'S — allein Sünden können ja gesühnt werden durch'— Besserung. Also: die „Esterka. Trauerspiel in 4 Arten," ist wirklich vollendet im 2>en Bande de- „Sa. ron" bereils gegeben worben, und wirb demnach im dritten Bande dieses Werkedurch da- „Institut" reproducirt werden. Hingegen sind von mir nicht vollendet und werden erst im zweiten Bande deS „Saron." also im zweiten Jabre de- „Institut-" vollendet gedruckt werden ich bin eben mit der Vollendung beschäftigt — „Hispanien und Jerusalem," „Marianne" — über die „Nachbarev herrscht noch Dunkelheit. Dagegen hat mein geliebter Bruder. l)r. Phöbus Ph.. versprochen, seine beiden angefertigten Novellen „die Wanderung durch'- Leben" und „der unbekannte Rabbi" ebenfalls für den 2. Band deS „Saron" zu vollenden. Ich wünsche wirklich allen seinen Patienten eine Zeitlang ungestörte Gesundheit, damit er in seinem strapaziösen Wirkungskreise den bevorstehenden Frühling verwenden könne, diese schönen Früchte seinereichen Geistes gänzlich zu reifen. Einige Fabeln und Erzählungen der Alten auS der Thierwett. von vr. ö. Lewvsohll in Worms. * Obwohl einig* der Fabeln jedermann bekannt sind. Jo bleibt doch das eigenthiimliche Gepräge, wie eS von unfern Alten ihnen gegeben wurde, interessant, unv selbst die Wissenschaft kann ihm manche naturhistorische Momente entnehmen. Wir beginnen mit dem berüchtigten Reineke. 1) Der FuchS sah einst die Fische, wie fie aus Furcht, gefangen zu werden, tiefere Oener im Wasser aufsuchteii. „Kommt herauf und heraus, meine Frepnde," rief er ihnen zu, „wir wollen nach Sitte unserer Vorvordern friedlich bei einander wohnen?" — „Thor," erwiederten die Fische, „bewahrst Du so Deine Klugheit, die man Dir nachrühmt!? Wir stnd an dem Orte unsere-Leben-nicht sicher, wie könnten wir es am Orte unsere-sichern Todes sein?" (Berachot 61, 6.) isorti'etznna Allgemein« Zeitung des Juvenlbume. Ro. 9. 1856. Leitende Artikel: Bom Institut zur Förderung der, israelitischen Literatur. — Bom Oriente. — Der Wggenrr'fche An« trag. — Lebrer-Unterstötzungs-Berein. — Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin. Berlin, ans der Provinz Posen, Posen. Orsterreichischer Kaiserstaat: Magdeburg. Pesth. Prsth. gjgi Zu beziebeu durch jedes Postamt unb jede Buchbantlung. Jährlich 8 Thaler. vierteljährig % Tbaler. BerantrvorNicher Siedacleur: K. Rabe. jtrlag r#it * a »w gär tn»r'l VafrbacttnnA kn Vrirjig. — Trutf ron Nlrxanv«r W it-k« in

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