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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 22 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
22 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Jüdisches VolWlatt. Zur Belehrung! und ANterhaNung aus jüdischem ^eblete. Herausgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. rCk\ AA 4AVA 1 *>vn *iciei o«*ia>irn cuvfou EvracnmcD me «»»»er. ^irtt fff *%4ADT» IrlBll. I -an-s 1 IblT.! Bierreljädri- 7'/, -t-r. «lle Buck^tluvzheu. -tpftä»ßer u,» veb«e» Br»»u»„o «». Boa dieser g»4«sa>rii, «rs^rikt »Mx*,!,» Hat fliiwr. «irit’m 3abtrn & , Ä aanal 1 Ihlr.1 HirrKliihna Star. 10t CuAbduMunuii iMnft.imirr I Jtliri J 1 Ein offenes, e ^rliches Geständmß.> In diesen -Tagen erhi« ltcn wir eine nktt vielem Fleiße bearbeitete Monographien,,Die Juden, (fein Beiirgg zur bannovrr'schcn Recht-geschichle von Hilt^ebrand Pode« meyer. vr. und Privatdocenten der Rechte in Güttingen. 1855." Der Veifaffer hebt die Einleitung mit folgenden Worten an: ...Eine geschichtliche Darstellung, derechtlichen Zustandeder Juden in irgend einem deutschen Lande ist nichtalS eine Leidensgeschichte diese- Volke-, die ein traurige- Beispiel von der Intoleranz der Bekenner dechristlichen Glaubengiebt, — die beweist, wie dachristliche Europa den Kundamentalfatz! de- Ehristenthlfm-, nümllch die Liebe, den Juden gegenüber nicht glaubte befolgen zu brauchen, — die endlich ein ehrende- Aeugniß für die Fähigkeit der jüdischen Million ablegt, dulden zu können, ohne drmoralistrt zu werden, und harren und hoffen zu können, ohne zu verzweifeln, wenn ein Tag da- Gebäude niederstürzre, welchefie in langen kummervollen Jahren mühsam ausgebaut. Wie mancher große Geist dieser intelligenten und scharfsinnigen Nation mag spurlodahingegangen seio, weil man ihm in dem christlichen Staate kein Feld zum Bebauen gönnte. Man bewilligte der Klugheit keinen-Raum für rin! segensreiche- Wirken, ohne zu bedenken, daß auf diese Weise die Klugheit sich in Schlauheit verwandeln mußte; man ließ die Juden mir ihrem rastlosen Fleiße, mit ihrer> emsigen Thätigsteil sich Reich» lhümer erwerben, nur urt» fie derselben zu berauben*), und wenn man sie geplündert, wenn man ihnen Allegenommen und sie mit Hohn in- Elend binau-g,stoßen, dann nannte man den eisernen Fleiß, mit welchem sie um ibre Eristenz kämpften, elende Gewinnsucht, und ihre Sparsamkeit, schmutzigen Geiz. Man identisicirle selbst in gelehrten Abhandlungen de» Begriff eine-! luden mit dem eine- Verbrecher-; alle möglichen Schlechtigkeiten. alle Laster sollten dacharakteristische Kennzeichen, sollten ein Erbfehler dieser »erachtetem Raxe sein. Wenn man nur ein paar solcher Abhandlungen gelesen, so wird ma» sich überzeugen, wie ein fanatischer Haß die ganze jüdisches Nation mir dem Gifte derj Verleumdung besudelte, mair I wird darüber staunen, mit welchem blinden Glattben selbst > die Aufgeklärteren jene Ammenmährchen nachbetetsn. durch ' welche die Juden aller jener bekannten Schlechtigkeiten be» züchtigt wurden, um ihre Vertreibung, ihre Ermordung und den Raub ihrer Güter zu beschönigen"*). 4- Am Schluffe der Einleitung spricht er von dem Ge* setz vom 5. Septbr. 1848 §. 6. (dafreilich jüngst wie-l , der aufgehoben ist —), durch welchedie bürgerliche und politische Berechtigung für unabhängig qon einem bestimmten Glaubensbekenntnisse erklärt ward, und schließt mit., den Worten: „Die wahre christliche Lieb, hat endlich »i-1 nen glänzenden Sieg davon getragen über die unchrlftliche Intoleranz, welche sich für den wahren Glauben-eifer aullgab, und in wenigen Jahrzehnten wird die jüdische Nation der Regierung, welche freisinnig genug gewesen, die geistigen Kelten zu brechen, welche der JntMigenz und dem Scharfsinne jeden Hähern Aufschwung versagten, ihre» Dank mit de» Schätzen debestreiten Geist,- bezahlen." Ehre bet» Manne, der Solches schreibt! Zwei Juden.**) Bau Moritz Lermauu. I. Moses Adonhi. Mose- Adonyi ist der tapfere Dertheidrger von Nagy» Jda im Jahre 1557. [ Sei» Geburt-jahr ist unbekannt, die Elter» sollen arme Händler im Städtchen Nagy-Adony gewesen sein, wovon auch der Name Adonyi hergeleiret wird, nach dem in' Ungarn häusigen Gebrauche, durch daangehängt i den Ortsnamen in einen Eigennamen za verwandeln. Don der früheren Thätigkeit Adonyi'- ist nichtbekannt. nur soll derselbe ul- Besorger von Kornliefer»»- . I' gen die Schlösser de- Grafen Franz Perenyt bereist haben; ei« Geschäft, zu welchem in jener Zeit — wo wildeste Krieg zwischen Kaiserlichen und Türken dag Land durchtobte — allerdings viel Gewandtheit erforderlich war. Mit Beginn de- Jahre- 1557 erhielt er den Auftrag, die im Abaujvarer Eomitate liegenden Besten de- •) So erklärte $. B. Wenzel 1389 all« Forderungen der Jude, an die Reich-stäude i« gguzeo Reich für getilgt; so erkennt ferner «ine Urkunde ande« Zehre 4ttda- Recht de- Kaiserau. -ei seiner Kr-uuug davrrmSge« der Aide» etuzuztehen vad fl« selbst zu «Sdteu. mit Au-nahme einer kleine» Zahl, »eiche zum Getächlniß aufbetvahtt »erden sollte. •) Man eriuqexe sich u» die Ermordungen der Indo» 43H8. 4319, 4357, 4358 u. s. ».. Ihre Ermordungen falle» immer mir der Pest zusammen. »eil ma» glaubte, oder Wenigstenzu glaube» vorgab. die Judeu hätte» die Brnuue» vergiftet und datnrck dies, Kraokheil-verursacht., **) Audem -ren H-ste von ^Fa»st".

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