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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 17 (1856) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
17 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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68 & o Blumenlese. Auszüge von Erzählungen. Gleichnisse», Gedanken und Meiiuu. ge». wie ErNärungeu vou Sckriststellea auhebräischen Werken. Bo» Joseph Rawicz in BreSlau. tpt rs» r« tt »r 3. B. M. 25. 17. Die Gelehrten behaupten, es kann hier rsicht die Rede sein von einer Uebervortbeilung im Hanvel; denn davor wirb bereits früber gewarnt, „wenn 3hr eine Waare verkaufet dem Racksten oder kaufet von der Hand des Nächstes,» übeirorrbeilet einander nickt.:" daselbst 14. WaS will denn diese gesetzliche Vorschrift verbieten? jede Kränkung durch Worte- und TLrrfckung. Zu dem Bußfertigen oder ' zu dem rum Judenthum Bekehrten darfst Tu nicht .sagen, erinnere Dich Deftrer früheren Handlungen; oder, wenn er. sick'der heiligen Lehre widmet, nicht die 'Achsel über ihn zuckend sprechen, dieser, der bisher alle Abscheulichkeiten geschmeckt, will sich jetzt an den Genüssen der hoben WeiS-heit laben; wenn Jemand von einer Krankheit befallen wird, nicht zu ihm sagen, ein Unschuldiger leidet selten: wenn ein Getreidehandler nach Getreide fragt, ihm nickt zu Einem weisen, von dem Du weißt, daß er nie damit gehandelt. R. Jehudah sagt, man darf auch nicht daS Augenmerk auf eine Waare-richten,, wenn -man nicht mit Geld versehen ist. Ära nkung durch Worte .und Taffschung ist strafbarer gIS Geldschaden verursachen oder llber« vortheilen: nack R. Zochanan: weil es hier auf die Meinung ankommt, die man mir den Worten verbindet, und man glercksam Gott den Allwissenden zu täuschen glaubt: nach R- Elefer. weil Uebervortheilung nur das - Eigenrhum schadend trifft, während Kränkung die Person verwundet: nack R. Sckemuel, weil Geldschaden ersetzt werden kannfür Aevgerniß und Kränkung hingegen ist keine Entschädigung vorhanden. /.Eine vortreffliche Perle," sagt Schimeon ben Jochai, ..Harke Abrahaol an seinem Halse, welcher Kranke sie betrachtete, wurde bald von. seinem Uebel befreit; als Arabern von dieser Welt Abschied nahm. ..nahm der Aüerheiligste, gelobt sei er. diese Perle und befestigte sie an das Sonnensvstem. Eine Erläuterung dieser Allegorie haben wir dem rühmlichstbekannten zu verdanken. Hals ist der Sitz und die Lage der Sprachwerkzeuge; Sonnensystem Bild für väS Universum, Weltgebäuve. Abraham, der Frommglaubige, besaß die vortreffliche Perle der belehrenden Beredsamkeit, mittelst welcher er die kostbarste Wahrheit, den Glauben an einen einig-einzigen Gott unter den Menschen verbreitete. Jeder Glaubenskranke, der durch den Glauben .an Vielgötterei beirrt, sich in der traurigen Lage der Verworrenheit über Tugend und Recht - befand, oder der mit den Spitzfindigkeiten nnd Irrlehren verführter und verführendet Vernünftftr.zu kämpfen hatte, kam;u Abraham, unv deij^Aber- und Unglaube, wie jeder finstere schwankende-Begriff, löste sich in klare, festbegründete Wahrheit. durch daS goldene Licht der frommen Belehrung. Nach dem Tode Abrahams gelangte 'der Mensch erst durch Betrachtung des Weltalls zum Gedanken an einen Schöpfer, und durch Wahrnehmung der unzählbaren Spuren der WerSheir, Macht und Güte Geltein möglichster Nachahmung diesem Vorbilde der höchsten Vollkommenheit zu der Verbesserung und Veredlung seines Sinnes und HerzenS; alles, was da ist, reizt feinen Verstand zu kühnen Untersuchungen und ruft ihm zu. tt: brcn. R. 'iijnnina trägt vor: Einst wird der Allerheilige, gelobt sei er., die heilige Lehre in der Hand, alle Menscheu zusammenrufen, und verkündigen: Wer d!aS Gesetz gelernt und seiner Bestimmung gemäß gelebt har. der komme' her unv nehme seinen ihm gebührenden Lohn. Es werden die Staaten Aram und Paras vortreten mir ihrem Anspruch auf Belohnung. „Womit habt JhrEuck hienieden beschäftigt?" wird der Allerbeilige fragen. Sie werden antworten: „Herr der Welt, wir haben den allgemeinen Nutzen und ven geselligen Zweck zu fördern gesucht; wir haben Märkte angelegt, Badeanstalten errichtet. Brücken geschlagen, Kriege geführt, Städte erobert und viele Schätze von Gold unv Silber aufgehäuft, alles Dieses thaten wir um Derer willen, die sich ver heiligen Wissenschaft widmen, damit sie, der weltlichen Angelegenheit entbunden, mit mebr Ruhe und Bequemlichkeit, derselben obliegen können." — „Ich werbe Euch sagen," wird ihnen der Allerheilige entgegnen, „weshalb Ihr alles Dieses gekban habet: Ihr habt öffentliche Plätze angelegt, um die Personen und die Gegenstände hinzusetzen, nach welchen Eure Begierde und Leidenschaft trachtet. Badeanstalten errichtet zu Eurem Vergnügen, Brücken geschlagen, davon Zölle zu erheben, Städte erobert, um durch auferlegte Abgaben Euren Schatz zu bereichern, und die Einwohner derselben zu Eurem Dienste zu gebrau. cken. So tragen alle Eure Ver- und Einrichtungen das Gepräge der Sinnlichkeit unv des Eigennutzes. Ist Jemand unter Euch, der.Diesem hier sauf daS Gesetz deutend) lebte uni* nach Vollkommenheit gestrebt?" — Sie werden errölhen und beschämt über ihren jverfehlkcn Lebenszweck zurücktreren. . Ein Ehasan machte in einer Gesellschaft vie^Rühmcns von sich. Ein gescheioter Kops, der den eitlen Prahler zum Schweigen bringen wollte, frug ihn: „Wissen Sie. waS für rrrc; die rra-n sagt, wo der Ehasan seine Borbeterstelle einzunehmen pflegt?" — Erwartungsvoll neigt Je^er fein Ohr, „nun ich bitte." — „n:n ~ro"rz Allgemeine Zeitung deS Judenthums. No. 3. 1886. - Leitende Artikel: Bon den neuen Gebetbüchern, l. — Bemerkung. — Noch ein Wort über mein kleine« israelitisches Gesangbuch. — Der Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen.Die Kontroverse bei den lraditionelte» Anordnungen. Do« Joseph DreisirS. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: aus Württemberg, auS Württemberg. Alzei, Hannover. Preußen: Berlin. Berlin. Schwerfeuz. Oestrrreichifcher Kaiserstaat: Wien. , £57 8» bezieben durch jedes Postamt und jede Buchbandlnng. Jährlich 3 Tbaler. vierteljährig */« Tbaler. verantwortlicher Redacteur: K. Räbe. Hering von? jumgärtuti‘i CuibanMnttg in.Sripjig. — Druck von Alexander Wied« in Seiptig.

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